Manfred Blechschmidt hinterlässt reichen Heimatschatz

Im Alter von 92 Jahren ist vor kurzem der Schriftsteller, Mundartautor und Gründer des Erzgebirgsensembles Aue gestorben. Er selbst sorgte noch dafür, dass sein Nachlass nicht verloren geht.

Erla/Schwarzenberg.

Sein Herz hing an der Heimat. Jetzt hat es aufgehört, zu schlagen. Heute findet auf dem Zentralfriedhof in Schwarzenberg die Trauerfeier statt.

Manfred Blechschmidt hinterlässt mehr als 50 Bücher, zig Geschichten und Schnorken in erzgebirgischer Mundart, aber auch zahlreiche Liedtexte sowie wissenschaftliche Arbeiten über die Geschichte des Bergbaus und all die Traditionen der Region, die darin ihren Ursprung haben. "Wir verlieren mit ihm einen wertvollen Menschen", sagt Gisela Schmidt, die langjährige Ortsvorsteherin von Erla. Sie ist es auch, die sich gemeinsam mit Blechschmidts Ehefrau Inge und Tochter Christiane um den wertvollen Nachlass des Autors kümmert.

"Der Manfred hat in diesem Jahr alles noch selbst geregelt und entschieden. Er hat nach dem unausweichlichen Umzug ins Heim vor etwa einem Jahr das Wohnhaus in Erla ausgeräumt und vieles aus seinem reichen Heimatschatz unserem Heimatverein überlassen", erklärt Schmidt. Dazu gehören historische Möbelstücke, unzählige Bücher und Fachliteratur, Blechschmidts umfangreiches Archiv, Manuskripte, Zeichnungen, Bilder und vieles mehr. All das wurde zunächst sicher eingelagert. "Wenn der historische Herrenhof in Erla, der ja unweit von seinem Wohnhaus steht, einmal fertig ist, wollen wir sein Lebenswerk dort entsprechend würdigen", so Schmidt. Und weiter sagt sie: "Er reißt eine Lücke. Wie oft bin ich hin zu ihm und hab' gefragt: Wie war das damals? Er wusste es!"

Manfred Blechschmidt war es auch, der 1962/63 das Erzgebirgsensemble Aue gegründet hat, das bis heute die Traditionen der Region in Musik, Gesang und Tanz lebendig hält und weiterentwickelt. "Ihm verdanken wir die Weltrarität der Russischen Hörner. Er hat sie und ihre Geschichte ausfindig gemacht, er hat sie nach historischen Originalen fertigen lassen und wieder zum Klingen gebracht", sagt Steffen Kindt, der 1989 die Leitung des traditionsreichen Ensembles aus Blechschmidts Händen übernahm. "Mir wird er fehlen, als Ratgeber und väterlicher Freund", sagt Kindt.

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