Mit "Glück Auf" durchs Erzgebirge

Eibenstock erweist sich als guter Gastgeber für Wandersleut' bei jedem Wetter. Nur die Tour mit dem Käse lief nicht wie erhofft.

Eibenstock.

Dass Eibenstock eine Region ist, wo es sich gut Wandern lässt, haben von Freitag bis gestern reichlich 2000 Aktive beim 9. Sächsischen Wandertag einmal mehr bestätigt. Selbst Regen und kurze Gewitter konnten der guten Laune nichts anhaben.

Eibenstocks Bürgermeister Uwe Staab sieht das Wandern für die Mittelgebirgsregion Erzgebirge als eines der wichtigsten und stärksten Standbeine für den Tourismus. "Mit so einem Sächsischen Wandertag kann man nachhaltig auf die Region aufmerksam machen", sagt er. Staab hat die Hoffnung, dass Eibenstock bekannter wird: "Wir haben schon im Vorfeld, auch durch die verstärkte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, gemerkt, dass das Interesse erheblich gestiegen ist." Er vertritt die Auffassung, die auch Experten teilen: "Man sollte das, was da ist, qualitativ weiter verbessern. Wenn es etwas Neues gibt, dann muss es ein echtes Highlight sein. Wir brauchen nicht noch zehn neue Themenwege. Weniger ist manchmal mehr."

Das unterschreibt auch Heidrun Hiemer, die als Oberbürgermeisterin von Schwarzenberg zugleich auch das Amt der Vizepräsidentin des Deutschen Wanderverbandes bekleidet und Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Wandern ist: "Man sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren. Im Erzgebirge verfolgen wir das Ziel, ein Kernwandernetz in den Fokus zu stellen. Das geht so weit, dass man sich auf die beliebtesten Wege konzentriert und auf der anderen Seite möglicherweise auch einige Wanderwege aufgibt, die nicht so gefragt sind."

Wie Andrea Kis, Referentin beim Landestourismusverband Sachsen, erklärt, gibt es knapp 17.000 Kilometer Wanderwege in Sachsen. Diese zu erhalten und zu qualifizieren, müsse Priorität haben. Da die Wege ehrenamtlich gepflegt werden, sei das eine enorme Herausforderung. Die Nachfrage ist definitiv da, weiß Matthias Gilbrich, Leiter für Marktforschung und Unternehmensentwicklung bei der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen: "In Sachsen ist das Wandern ein zentrales Thema in der touristischen Vermarktung und neben der Kultur das Wichtigste." Entscheidend sei jedoch die Qualität, betont Heidrun Hiemer. Die Beschilderung sei ein ganz wichtiger Faktor. Diesbezüglich ist Eibenstock gut aufgestellt. Beim Fachforum "Wander-Wege-Werkstatt" am Freitag hatten Fachleute bereits genügend Gelegenheit, sich auszutauschen.

Den Staffelstab für die Ausrichtung des Sächsischen Wandertags gab Staab gestern an Ralf Rother, Bürgermeister von Wilsdruff, weiter. Dort wird der 10. Sächsische Wandertag 2019 vom 28. bis 30. Juni zusammen mit den Partnern Tharandt und Freital stattfinden.


Entdeckungen am Wegesrand:

Begeistert zeigte sich die Mehrheit der Wanderer von den drei Talsperren und dem Blauenthaler Wasserfall, die sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln bestaunen konnten.

Enttäuscht waren die Organisatoren von der Teilnehmer-Resonanz auf der Schiebböcker-Käse-Tour. Dieser hatten sich nur 20 Leute angeschlossen.

Vorgesehen auf allen geführten Touren verschiedener Längen sowie der Panorama-Sportwanderungen rund um die Talsperre Eibenstock und der grenzüberschreitenden Radtour war auch eine regionstypische Einkehr.

Aktuell und informativ sind alle Wanderwegsmarkierungen rund um Eibenstock, und beinahe jeder Wanderfreund hofft und betonte, dass dies möglichst lange Zeit so bleibt.

Unterschätzt hatten einige Wanderfreunde die Steigung, die auf der Auersberg-Tour zu bewältigen ist. Henry Pansch vom Tourist-Service-Center sagte: "Es ist schon ein Unterschied, ob man 18 Kilometer im flachen Land wandert oder auf den Auersberg in eine Höhe von 1018 Metern."

Getroffen hatten Regen und Gewitter am Samstagnachmittag speziell die Wanderer, die in Richtung Carlsfeld unterwegs waren. Auch die Tour, die Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer mitgelaufen ist, hatte es mit einem Regenguss voll erwischt. Pitschnass kamen die Wanderer im Ziel und an der Bühne an.

Angenehm aufgefallen am Wegesrand sind Torsten Holzkamp vom Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum die Info-Schilder, die der Sachsenforst auf der Tour in Richtung Eibenstock aufstellte. Holzkamp ist selbst mitgewandert und meinte anschließend: "So hat man zugleich auch einen Eindruck gewinnen können, was forstwirtschaftlich in der Region läuft." (wend)


Wandertag in Zahlen

Gut 2000 Wanderer haben sich am 9. Sächsischen Wandertag beteiligt, darunter 700 Mädchen und Jungen.

Mit 112,22 Quadratkilometern und acht Ortsteilen ist Eibenstock flächenmäßig eine der größten Kommunen im Erzgebirgskreis.

15 geführte Touren verschiedener Längen wurden angeboten; 80 Helfer waren im Einsatz.

10 Monate dauerte die Vorbereitung auf die Veranstaltung. (wend)

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