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Bei einem Zusammenstoß zweier Autos auf dem Zubringer im November 2017 waren drei Personen verletzt worden, zwei davon schwer.

Foto: Andre MärzBild 1 / 4

Rentner rügt: Das Schild provoziert Unfälle

Auf einem Abschnitt des Zubringers Zwönitz kracht es häufiger. Schuld sind aber nicht die Fahrer, sagt einer von ihnen, sondern die Behörden. Die hätten einen gefährlichen Fehler gemacht. Tatsächlich sind nun Änderungen geplant.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 09.05.2018

Zwönitz. Fast täglich fährt Heinz Volckmär (68) auf dem Autobahnzubringer Zwönitz (S 258) von Stollberg in Richtung Brünlos. Und fast täglich fährt bei ihm die Angst mit. "Ich habe mir schon zwei Ecken im Seitengraben ausgesucht, wo ich zur Not reinfahren würde." Denn auf einem gut 300 Meter langen Bereich der Trasse - zwischen der Bundesstraße 180 und der Brünloser Hauptstraße - würden schwere Unfälle praktisch provoziert, sagt er.

Tatsächlich hat es auf diesem Abschnitt in der Vergangenheit mehrfach geknallt, etwa im Januar dieses Jahres. Ein Fahrer hatte offenbar versucht, ein anderes Fahrzeug zu überholen und war mit einem entgegenkommenden Lastwagen kollidiert. Der Mann verletzte sich so schwer, dass er in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Einige Monate zuvor, im November 2017, landete ein Rettungshubschrauber auf dem Zubringer, nach dem sich bei einer Karambolage drei Leute verletzt hatten, zwei davon schwer.

Schuld an den Unfällen sind laut Volckmär aber nicht allein die Fahrer, sondern die Verkehrsregeln vor Ort, genauer ein Verkehrsschild. Das steht kurz vor einer kleinen Bergkuppe und beendet sowohl Tempolimit als auch Überholverbot. "Völlig bescheuert", nennt es der Rentner aus Zwönitz. "Wie kann man so etwas machen? Das fordert die Leute doch dazu auf, zu überholen, obwohl die Sichtverhältnisse das nicht hergeben". So schaffe man einen Unfallschwerpunkt.

Mit der Bitte, die Beschilderung zu überprüfen, wandte er sich im Januar an die Polizei. Doch die verwies ihn an das Landratsamt. Dieses sei zuständig, hieß es. Ergebnis: An der Regelung hat sich bisher nichts verändert. Volckmär sagt: "Ich will nicht auf den nächsten Unfall warten." Und er erklärt: "Die Lösung wäre nicht teuer. Man braucht nur das Schild abmontieren und die Linie durchzuziehen. Fertig."

Auf Nachfrage erklärt die Polizei, das momentan kein Handlungsbedarf besteht, da die "Örtlichkeit keine Auffälligkeiten ergeben hat". Zwar seien von Januar 2016 bis April 2018 in dem Bereich 14 Unfälle registriert worden, davon allerdings nur zwei mit Verletzten. Und Unfälle im Zusammenhang mit Überholen seien nicht erfasst.

Auch das Landratsamt erklärt, die Stelle sei derzeit nicht als Unfallschwerpunkt eingestuft. Allerdings habe man sich nach einer Verkehrsschau nun doch dazu entschlossen, das Überholverbot auszudehnen, sagt Mitarbeiter Benjamin Kaden gegenüber "Freie Presse". "Die Beschilderung wird in Kürze angepasst." Bei Tempo 100 soll es aber bleiben.

Mit dem Entschluss ist Volckmär nur halb zufrieden: "Dass das Überholverbot kommt, ist nötig." Nötig sei allerdings auch ein Limit auf Tempo 70, sagt er. "Gleich nach der Kuppe kommt eine Ampel. Bei Gelb bremsen die einen dort, die anderen geben Gas, um noch drüber zukommen." Bestätigt fühlt sich Volckmär von einem Auffahrunfall, der erst am vergangenen Freitag einen Schaden von rund 18.000 Euro verursachte. "Tempo 70 wäre da vielleicht doch nicht so schlecht."

 
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Kommentare
3
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 17.05.2018
    12:32 Uhr

    kartracer: @SMer, hier geht es darum, ob sich
    Behörden über Beschilderungen überhaupt Gedanken
    machen, oder darum würfeln.
    Natürlich sollte man gelernt haben, vor Bergkuppen nicht
    zu überholen, aber wenn jeder Alles gelernte auch
    exakt umsetzen würde, dürfte es die meisten Unfälle
    nicht geben. Dem ist aber nicht so.
    Wo bitte ist die Logik, wenn man
    eine vorhandene Sperrlinie unmittelbar vor einer Kuppe
    für ca 150m unterbricht und die Verbote aufhebt,
    die in 400m wieder in Kraft treten??
    Da könnte auch die Ökonomie und die Ökologie eine
    kleine Rolle spielen.
    Noch Eines, es macht einen Unterschied, ob man "NUR"
    wegen einer Kuppe noch überholt, oder auch noch ein
    Überholverbot ignoriert und eine Sperrlinie überfährt!


    0 0
     
  • 17.05.2018
    09:14 Uhr

    SMer: Einfach mal den gesunden Menschenverstand als Autofahrer einschalten! Überholen vor einer Kuppe?! Dummheit und in Fahrschule nicht aufgepasst. Da diese Fehler und das absolut blödsinnige Fahrverhalten für ein paar Sekunden eher an der nächsten Ampel zunehmen, ist doch Wasser auf die Mühlen der Verfechter des autonomen Fahrens. Schade drum..

    1 2
     
  • 11.05.2018
    18:32 Uhr

    cn3boj00: Es kann schließlich nicht sein, dass Behörden Fehler machen. Und gesunder Menschenverstand ist bei den Beschilderungen auf so manchen Straßen Fehlanzeige, den geben die Beamten morgens beim Pförtner ab.

    2 2
     
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