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Foto: Matthias Balk/dpa/Illustration

Rosenkrieg eskaliert im Tattoo-Laden

Ein Tätowierer soll in einem Geschäft in der Region Vitrinen beschädigt haben. Bewusst oder aus Versehen - das sollte jetzt ein Gericht klären.

Von Heike Mann
erschienen am 12.08.2017

Aue/Schwarzenberg. Was sich im Juli vergangenen Jahres in einem Tattoo-Geschäft in der Region zugetragen haben soll, dazu gab es in einer Verhandlung am Amtsgericht Aue in dieser Woche zwei völlig verschiedene Schilderungen. Sie stammten vom Angeklagten und einer Zeugin. Es ging um eine Sachbeschädigung, Vitrinen sollen zu Bruch gegangen sein. Gegen den Strafbefehl hatte der Angeklagte Einspruch erhoben.

Beide waren 14 Jahre lang ein Paar und betrieben bis zu ihrer Trennung jenes Geschäft. Der Angeklagte will am besagten Tag "mit einem Lächeln" ins Geschäft gekommen sein. Er habe Fotos von seiner Ex gewollt, die seine Arbeiten dokumentierten. Widerstrebend habe sie die Bilder von einer Tür abgenommen, zerrissen und auf den Tresen geworfen. Nicht mit dieser Reaktion rechnend sei er in Rage geraten. "Da kann es sein, dass ich an die Vitrinen geraten bin, eine rutschte runter."

Bei der Zeugin hörte sich das anders an: "Sein Ton war nicht gerade angenehm." Er sei regelrecht reingepoltert. Sie gibt zu, die Bilder zerrissen zu haben, "damit keiner von uns beiden Werbung damit machen kann", begründete sie ihr Tun. Daraufhin sei ihr Ex wütend geworden und habe die Vitrine mit dem Piercingschmuck "runtergeschmissen". Wie, das demonstrierte sie nach Aufforderung von Richter Detlef Kramer mit einem dicken Gesetzbuch. Sie knallte es mit Schwung auf den Boden des Gerichtssaals. Zwischenzeitlich soll die Frau den Strafantrag gegen ihren Ex zurückgezogen haben. Sie habe Angst vor ihm, sagte sie mit Verweis auf einen anderen Zwischenfall und Drohungen von ihm gegen sie.

Mit 680 Euro war der Sachschaden, der bei dem Vorfall vergangenes Jahr entstand, nicht hoch. Dass der Fall dennoch vor Gericht kam, begründet die Staatsanwaltschaft mit einem besonderen öffentlichen Interesse.

"Es wird keinen Freispruch geben", mahnte Richter Kramer den Angeklagten. "Besser wird es nicht." Deshalb riet er ihm, den Einspruch zurückzuziehen, dann bliebe es bei dem ursprünglichen Strafbefehl. "Es ist eine Sachbeschädigung, ich glaube nicht, dass es aus Versehen passiert ist", sagte er. Nach kurzer Beratung mit seinem Anwalt ließ sich der Angeklagte auf den Vorschlag ein. Richter Kramer legte mit Einverständnis des Staatsanwalts eine Geldbuße in Höhe von 500 Euro fest. Das Geld soll an den Tierschutzverein Aue gehen.

 
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