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Rundgang mit der Jury in Hormersdorf: Ortsvorsteher Marco Hilbert (Mitte) führte Markus Thieme, Dietrich Berger, Ines Neumann und Sonja Heiduschka (v.l.) gestern durch das Dorf. Das Foto zeigt die Gruppe während eines Zwischenstopps in der Landeskirchlichen Gemeinschaft.

Foto: Jens Uhlig

Sachsen sucht das Super-Dorf: Hormersdorf punktet bei Juroren

Der Zwönitzer Ortsteil konkurriert als einzige Kommune im Erzgebirge beim Wettbewerb um das schönste Dorf im Freistaat. Gestern war die Jury zu Gast. Die Titel-Chancen? Sie stehen nicht schlecht.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 17.05.2018

Zwönitz. Kurz vor seinem großen Auftritt herrscht bei Marco Hilbert Anspannung. Finale. Es geht um nicht weniger als den Sieg. Ein kurzes Grußwort, dann beginnt seine Vorstellung. Ihm gegenüber sitzt die Jury, die fleißig Notizen macht. Und die nun entscheiden muss, ob der Kandidat überzeugt und somit den Titel verdient hat. Den Titel schönstes Dorf von Sachsen.

13 Orte aus dem Freistaat sind derzeit in der engeren Auswahl. Sie alle konkurrieren beim Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft", den Sachsens Umweltministerium ausgelobt hat. Der Wettstreit war im vergangenen Jahr auf Kreisebene gestartet. Aus dem Erzgebirge hieß der Gewinner: Hormersdorf. Der Zwönitzer Ortsteil darf deswegen nun erneut antreten. Hilbert ist der Ortsvorsteher im Dorf - und deshalb war es gestern für ihn ein Finale.

Zehn Juroren waren am Vormittag zu ihm nach Hormersdorf gekommen, um den Ort genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie gehören zu einer Landeskommission, die seit Anfang des Monats alle Kandidaten besucht, um herauszufinden, welcher Dorfgemeinschaft es am besten gelungen ist, ein schönes Umfeld zu gestalten. Hormersdorf war gestern die Nummer 10 von 13.

Für die wichtige Stippvisite hatte der Ortsvorsteher mehrere Vereinsvertreter und Bürger zusammengetrommelt, die für das Dorf Werbung machten. Auch Bürgermeister Wolfgang Triebert (CDU) kam. In einem gut dreistündigen Rundgang führte Hilbert die Jury durch den halben Ort, machte Halt im Dorfgemeinschaftshaus, in der Kirche und im Heimatmuseum. Dort wurde die Jury von einem Chor begrüßt, der "Hormersdorf ist schee" sang.

In der Grundschule, einer weiteren Station, erklärten Lehrer, dass man in Hormersdorf viel Wert auf Integration und Inklusion legt. Das heißt: Dank zusätzlicher Lerntherapeuten können die Schule auch Kinder mit Lernschwierigkeiten besuchen. Aktuell nehmen zwei Mädchen mit Downsyndrom am Unterricht teil. Um körperlich behinderten Kindern den Besuch zu ermöglichen, soll die Schule voraussichtlich 2019 für über 100.000 Euro einen Fahrstuhl erhalten, hieß es.

Nach dem Rundgang zeigte sich die Landeskommission, in der unter anderem Architekten und Vertreter des Landesumweltamtes sitzen, beeindruckt. "Sie sind ein erstaunliches Dorf", sagte Markus Thieme, der Jurychef. Gelobt wurden unter anderem die Bildungseinrichtungen, die auf einem hohen Niveau seien, und die rege Vereinstätigkeit. Welcher 1447 Einwohner zählende Ort nennt schon drei Chöre und einen Theaterverein sein Eigen - und kann Touristen mit einer Mundartuhr begeistern? Auf mögliche Minuspunkte angesprochen erklärte Thieme: "Kritik fällt mir auf Anhieb nicht ein." Bemängelt wurde von einem der Juroren allerdings, dass man weder eine Photovoltaikanlage gesehen habe, noch ein Windrad.

Ortsvorsteher Hilbert fällt nach dem Auftritt vor der Jury eine Last von den Schultern: "Es hat viel Vorbereitung dringesteckt." So war extra für die Jury eine mehrseitige Broschüre angefertigt worden, die die Stärken des Ortes betonen soll. Mit dem Urteil der Juroren ist er zufrieden. Man hätte vielleicht mehr vom Dorf zeigen können, etwa ein paar Photovoltaik-Anlagen, sagt er und schmunzelt. "Aber insgesamt hat es gut funktioniert."

Ob es zum Sieg reicht, entscheidet sich in Kürze. Der Landessieger wird laut Umweltministerium am 22. Juni 2018 in Stangengrün (Landkreis Zwickau) ausgezeichnet. Sieger und Zweitplatzierter vertreten Sachsen dann beim Bundeswettbewerb, zudem winkt ein Preisgeld.

 
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