Schrauben und Putzen an alter Lok

Dampfross-Wechsel war gestern bei der Museumsbahn Schönheide angesagt. Eine ist wieder in Dienst gestellt, die andere wird für den Tüv vorbereitet.

Schönheide/Stützengrün.

Es gibt nur noch acht betriebsfähige Modelle aus der IV-K-Baureihe, die einst in den Chemnitzer Hartmann-Werken speziell für Schmalspurbahnen im Gebirge konzipiert und gebaut wurden. Zwei davon gehören dem Verein Museumsbahn Schönheide.

Das erste Dampfross, das seit fast 15 Jahren von den Flügelrad-Enthusiasten gehegt und gepflegt wird, konnte nach erfolgter Kesselprüfung nun wieder in Dienst gestellt. Der Kessel jener Lok mit Betriebsnummer "99 582" war dafür seit März genauestens begutachtet, aufwändig gesäubert und stellenweise repariert worden. Solch eine Untersuchung ist alle vier Jahre vorgeschrieben. "Gut 1000 Stunden haben unsere Vereinsmitglieder dafür geschraubt", weiß Bahn-Betriebsleiter Matthias Büttner. Arbeiten für bestimmte Einzel- oder Ersatzteile im Umfang von knapp 100 Stunden mussten an Fachwerkstätten vergeben werden. Insgesamt wurde damit ein finanzieller Gegenwert von beachtlichen 30.000 Euro erhalten beziehungsweise geschaffen. Büttner: "Die Fremdleistungen können insbesondere dank 5000 Euro an Spenden beglichen werden."

Umfangreicher wird das nächste Vorhaben der Enthusiasten: Denn seit gestern wird ebenso die sogenannte Hauptuntersuchung der Lokomotive "99 516" vorbereitet. Jener, alle acht Jahre anstehender "Schienen-TÜV" beinhaltet neben der turnusmäßigen Kesselprüfung auch eine Begutachtung des Fahrwerkes. Dafür muss die älteste deutsche Schmalspurlok für mehrere Monate in eine Spezialwerkstatt umziehen.

Mindestens 200.000 Euro sind für die Sanierung dieses vor 125 Jahren gebauten Dampfrosses veranschlagt. "Drei Viertel der Kosten werden durch Fördermittel des sächsischen Wirtschafts- und Arbeitsministeriums getragen", so Matthias Büttner. Zudem wollen Schönheide und Rothenkirchen den Erhalt des Schienen-Fahrzeuges unterstützen. Der Bahn-Betriebsleiter: "Spätestens übers Jahr könnte unsere alte Dame wieder nach Stützengrün und zurück dampfen."

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