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Die Schneeberger Straße in Bockau haben mittlerweile viele als Umleitung für die gesperrte Bundesstraße 283 für sich entdeckt. Besonders an der Stelle, wo die Gemeinde eine Stützmauer erneuern lässt, geht es aber sehr eng zu.

Foto: Ralf Wendland

Straße in Bockau wird zum Nadelöhr

Die Rechenhausbrücke wird gebaut. Bis mindestens Ende 2018 ist deshalb die B 283 gesperrt. Anwohner, Autofahrer, Feuerwehrleute sind genervt.

Von Heike Mann
erschienen am 14.09.2017

Bockau. Es geht eng zu auf der Schneeberger Straße in Bockau. Das ist schon im Normalfall so. Seit die Bauarbeiten für die neue Rechenhausbrücke vor zwei Wochen begonnen haben, hat sich die Situation verschärft. Denn viele Autofahrer haben diesen kürzeren Weg als Umleitung für die derzeit gesperrte Bundesstraße 283 entdeckt. Anwohner sehen das mit Sorge und fühlen sich genervt. Wie Jens Wiegand, der an der Schneeberger Straße wohnt. "An die Tempobegrenzung von 30 km/h hält sich kaum jemand, von den versprochenen Kontrollen durch die Polizei habe ich nichts gesehen. Und die 70 km/h auf dem Muldenweg gehen gar nicht. Das kann keine Dauerlösung sein", sagt er. Der Bockauer beklagt nicht nur die Lärmbelästigung, sondern sieht auch eine Gefährdung von Fußgängern und Radfahrer. Letztere teilen sich die Schneeberger Straße mit den Autofahrern als Umleitungsstrecke für den auf etwa zwei Kilometer gesperrten Muldentalradweg.

Wiegand kritisiert außerdem, dass die Anwohner vorab keine Informationen zu den Sperrungen bekommen hätten. Dem pflichtet Jörg Seeliger, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bockau, bei. "Wir wie auch die Rettungsdienste andernorts sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden." Sonst sei es üblich, dass bei Straßensperrungen rechtzeitig durch das Landratsamt informiert wird. Da die Ortsdurchfahrt Burkhardtsgrün und auch die Straße über Jägerhaus nach Schwarzenberg noch gesperrt sind, wäre es für Seeliger sinnvoller gewesen, die Arbeiten an der Rechenhausbrücke zunächst auf Sparflamme zu beginnen, damit es noch Möglichkeiten zum Durchfahren gibt. Er beobachtete, dass die Widerlager an der alten Brücke abgefräst wurden, seitdem aber an diesen Stellen nicht mehr gearbeitet wird. Keiner habe zudem gewusst, dass an der kompletten Unterführung des Dorfbaches gearbeitet wird. Seeliger vermisst die Abstimmung mit anderen Baustellen der Region. Nun komme alles geballt.

Jens Wiegand würde es begrüßen, wenn die Schneeberger Straße nur von Anwohnern und Einheimischen befahren werden dürfte. Dem widerspricht Benjamin Kaden, der des Sachgebietes Verkehrslenkung im Landratsamt leitet. "Es ist eine öffentlich gewidmete Straße, die jeder nutzen darf. Ich denke, es ist richtig, dass diese Straße offen bleibt, für die Bockauer und für den Notfall." Er verweist auf die offizielle Umleitung über Neidhardtsthal und Schneeberg. Bei der Einfahrt zur Papierfabrik sei ein Sackgassen-Schild aufgestellt worden. "Was sich der Individualverkehr sucht, das sind die Schlupflöcher."

Das Landratsamt hatte der Gemeinde Bockau vorgeschlagen, den Verkehr auf der Schneeberger Straße mit Ampeln zu regeln. Das sei aber abgelehnt worden, so Kaden, weil man Rückstau befürchtet hatte. Der Sachgebietsleiter verweist auf Bauanlaufberatungen, bei denen alle Beteiligten anwesend waren, auch Bockaus Bürgermeister. Wenn Vollsperrungen angeordnet werden, werden Rettungsleitstellen und Polizei darüber informiert.

Bockaus Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos) weiß, dass die derzeitige Verkehrssituation für die Anwohner der Schneeberger Straße eine Belastung ist. "Es gibt aber keine andere Möglichkeit." Einen Lichtblick gibt es: Der Eingriff in den Fahrbereich der Schneeberger Straße durch die eigene Baumaßnahme an der Stützmauer dauere nur noch wenige Tage.

Ende Oktober ist die Freigabe der Ortsdurchfahrt Burkhardtsgrün geplant, teilt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) auf Anfrage mit. Damit wird man vorfristig fertig, denn der ursprüngliche Termin war der 15. November. Zwar habe die Verkehrsbehörde nachgefragt, ob eine vorzeitige Verkehrsfreigabe im Zusammenhang mit dem Beginn der Bauarbeiten an der B 283 möglich wäre. Jedoch sei das wegen des Umfangs der noch zu erbringenden baulichen Leistungen in Burkhardtsgrün nicht möglich, heißt es von Isabel Siebert, Pressesprecherin des Lasuv.

 
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