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Liane Sonntag deutet auf den Brandschaden am Lößnitzer Gebäude, in dem sie wohnt.

Foto: Thomas Liersch

Tödlicher Brand wirkt nach

Die Bewohner des altersgerechten Blocks an der Ringstraße in Lößnitz sind nach dem Feuer am Donnerstag alle untergebracht worden. Einige Fragen bleiben noch offen.

Von Thomas Liersch
erschienen am 12.05.2018

Lößnitz. Liane Sonntag (67) hat erst gestern, einen Tag nach dem folgenschweren Brand, richtig realisiert, was in ihrem altersgerechten Wohnblock an der Ringstraße in Lößnitz passiert war. "Ich habe am ganzen Körper gezittert", sagte sie. Am Donnerstagnachmittag war ein Mann, auch 67 Jahre alt, bei einem Brand in seiner Wohnung in der vierten Etage zu Tode gekommen. So hat es auch die Polizei inzwischen bestätigt. Liane Sonntag kannte den Herrn. Schon lange, etwa zwei Jahre, habe dieser das Haus nicht mehr verlassen. Er sei Raucher gewesen. Wie der Brand entstanden sei, wisse sie aber nicht. Die Ermittlungen zur Ursache laufen noch.

Klar ist, dass die rund 50 Bewohner des Blocks alle vorübergehend in anderen Wohnungen untergekommen sind - so bei ihren Kindern, im benachbarten Altersheim der Johanniter oder schräg gegenüber, in der Tagespflege im ehemaligen Kindergarten. Das berichtete Frank Schleußner, einer der beiden Geschäftsführer der Lößnitzer Wohnungsbaugesellschaft, der das Gebäude gehört. "Die Leute sollen so schnell wie möglich wieder einziehen können", sagte er vormittags am Rande der Schadenssichtung. Der Strom war zu diesem Zeitpunkt schon wieder eingeschaltet, es roch noch nach Qualm. Die bis zu sieben Wohnungen, die vom Brand unmittelbar betroffen waren, könnten erst deutlich später einzugsfertig sein als die anderen, erklärte Schleußner.

Der ebenfalls anwesende Bürgermeister Alexander Troll (CDU) bedauerte den Todesfall. Nun gehe es um eine Faktensammlung zur Brandursache. Er freute sich darüber, dass alle Bewohner untergebracht werden konnten, und dankte der Feuerwehr und den weiteren Einsatzkräften für ihr besonnenes Handeln. Sie waren diesmal Rettungskräfte im Wortsinne, hatten viele Bewohner aus dem Gebäude herausgebracht. Unter den Geretteten waren auch drei Personen, die mit der Trage transportiert wurden. Sie waren deshalb zunächst als verletzt gemeldet worden, sind aber wie die anderen wohlauf.

In außerordentlichem Stress sind die Mitarbeiter des Pflegedienstes Monika Neubert, der sich um die pflegebedürftigen Bewohner im Block kümmert. So war Frau Neubert selbst gestern aufgrund ihrer vielen Aufgaben nicht zu sprechen. Altenpflegerin Peggy Kreiseler (41) berichtete aber, dass am Donnerstag fast alle der rund 20 Beschäftigten vor Ort waren, um zu helfen. Sie sagt: "Wie es langfristig für uns weitergeht, wissen wir noch nicht."

Liane Sonntag aus der ersten Etage hatte die Nacht nach dem Brand in der Tagespflege verbracht. Nun war sie zuversichtlich, kurzfristig wieder bei ihren Katzen Leni und Toni in der Wohnung zu schlafen.

 
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