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Rainer Kristalla - Züchter

Foto: Mario Ulbrich

Tote Haustiere: Begräbnis im Garten ist nicht immer legal

Wohin mit Hund und Katze, nachdem sie gestorben sind? Und wie verhält man sich richtig, wenn man einen Kadaver findet?

Von Mario Ulbrich
erschienen am 11.01.2018

Aue/Schwarzenberg. Vor 50 Jahren, sagt Rainer Kristalla (67), da schwammen in den Höferlöchern bei Dittersdorf noch Karauschen. "Als Kinder haben wir dort geangelt", erinnert sich der Fischzüchter aus dem Lößnitzer Ortsteil. In den Höferlöchern wurde früher Schiefergestein abgebaut, aber das ist 135 Jahre her, und Karauschen leben in den Teichen, die sich seitdem gebildet haben, auch nicht mehr.

Ein öliger Film überzieht das Wasser, am Ufer liegen wild abgeworfene Müllsäcke. Die Hutschnur platzte Kristalla, als er vorige Woche nahe der Höferlöcher eine tote Katze fand, notdürftig mit Laub bedeckt. Seiner Meinung nach hat sich hier jemand des Kadavers entledigt. "Das ist pietätlos", sagt er. "Außerdem entsorgt man doch nicht einfach ein totes Tier auf einem fremden Grundstück. Wer nicht weiß, was zu tun ist, kann im Ordnungsamt anrufen. Dort wird ihm geholfen."

Frank Rother, stellvertretender Ordnungsamtsleiter in Lößnitz, bestätigt das. "Findet jemand ein totes Tier auf der Straße, schicken wir einen Bauhofmitarbeiter", sagt er. Lößnitz und einige andere Kommunen haben für solche Fälle einen Kühlschrank, in dem Kadaver gesammelt werden. Später werden diese vom Zweckverband Tierkörperbeseitigung Sachsen abgeholt.

Allerdings gilt dieses Prozedere nur für Kommunalstraßen und auf gemeindeeigenen Grundstücken. Auf Landstraßen kümmern sich die Straßenmeistereien des Erzgebirgskreises. Auf Privatgrund ist der jeweilige Eigentümer verantwortlich.

Für den Bürger, der unverhofft über einen Kadaver stolpert, ist es aber kaum zumutbar, erst einmal den Eigentümer zu ermitteln. Also liegenlassen? Nein, sagt Stefan Pechfelder, Sprecher des Landratsamtes. "Man sollte Funde beim Ordnungsamt der Gemeinde oder der Polizei, im Wald beim Jagdpächter melden, falls man ihn kennt." Nötig sei dies aus hygienischen Gründen. Tierkadaver können laut Veterinäramt Seuchenerreger unter Wild- oder Haustieren verbreiten. Andere Erreger wie Salmonellen seien auch für Menschen gefährlich. Keime behalten zum Teil über sehr lange Zeiträume ihre Ansteckungsfähigkeit.

Stirbt ein Haustier, darf es der Besitzer auf dem eigenen Grundstück begraben. Aber es gelten Einschränkungen: Wasserschutzgebiete sind tabu, die Nähe von öffentlichen Wegen und Plätzen oder zum Grundstück des Nachbarn muss gemieden werden. Außerdem müssen die Tiere mit einer mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht bedeckt sein.

Eine Alternative ist, sich an einen Anbieter von Tierbestattungen zu wenden. Diese stehen mit Tierfriedhöfen in Kontakt oder betreiben eigene Kleintierkrematorien. Bei der Suche im Internet wird man fündig.

Ein Grenzfall sind Hasen. Handelt es sich um Heimtiere, dürfen sie im Garten begraben werden. "Kaninchen, die zur Lebensmittelgewinnung gehalten werden, gelten als Nutztiere und sind über eine Tierkörperbeseitigungsanlage zu entsorgen", sagt Stefan Pechfelder.

Das trifft auf alle Nutztiere zu. Schafe, Ziegen, Schweine - ihre Kadaver gehören zur Tierkörperbeseitigung. Der Zweckverband betreibt solch eine Anlage in Priestewitz bei Meißen. 30.000 Tonnen Kadaver werden dort jährlich zu Biodiesel verarbeitet oder als Mehl zur Verbrennung in Kraftwerken geliefert.

 
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