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Organisieren am Wochenende in Schneeberg ein großes Graffiti-Festival namens Sprayberg: Meik Mehlhorn (v. l. n. r.), Dan Ullmann, Alexander Mehlhorn und Jennifer Frank vom Projekt "Kulturbar" sowie Streetworker Frank Baumann. Im Hintergrund ist die Graffitiwand zu sehen, die "Wall of Fame". Diese ist in den vergangenen Tagen gestrichen worden, um Platz für neue Graffitis zu schaffen.

Foto: ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Wenn Schneeberg zum Mekka für Graffiti-Künstler wird

Im Erzgebirge ist es ein Novum: Seit einem halben Jahr gibt es in der Bergstadt die "Wall of Fame", eine gut 150 Meter lange Graffitiwand. Die soll jetzt nicht nur einheimische Jugendliche anziehen.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 17.04.2018

Schneeberg. Von der einen Wand grüßt ein Bergmann, von der anderen ein grimmiges Kürbis-Gesicht. Mittendrin die Comicfigur Garfield, die mit verschränkten Armen etwas mürrisch drein blickt. Am Fußweg zwischen Keilbergring und Griesbacher Hang in Schneeberg wird seit einigen Monaten gesprüht, was das Zeug hält. Bunte Figuren, Wörter, manchmal auch Gekritzel. Und das ist so gewollt.

Im November vergangenen Jahres hatte die Bergstadt hier eine gut 150 Meter lange Graffitiwand eröffnet, an der sich Sprayer und Streetart-Künstler jederzeit und völlig legal verewigen dürfen. An die Dose, fertig, sprühen - so lautet seither das Motto. Die Rückwand von 44 Garagen war dafür zu einer Art Freiluft-Leinwand umfunktioniert worden, der sogenannten Wall of Fame. In ein paar Tagen soll diese nun nicht nur einheimischen Jugendlichen, sondern auch Graffiti-Künstler aus ganz Deutschland als Projektionsfläche dienen. Das berichtet Frank Baumann, der als Streetworker arbeitet und die Wand mitbetreut.

Unter dem Namen "Sprayberg" ist für Samstag ein großes Graffiti-Treffen geplant. Organisiert wird es vom Projekt "Kulturbar", das sich zum Ziel gesetzt hat, die Jugendkultur in der Stadt zu fördern. Mehr als 40Sprayer haben sich bereits angekündigt, darunter sind Künstler aus Dresden, Berlin und dem Ruhrpott. "Wir haben sogar Anmeldungen aus der Schweiz und aus Russland", berichtet "Kulturbar"-Mitarbeiter Alexander Mehlhorn. "Es wird ein richtig cooles Fest."

Warum Sprayer aus dem Ausland den weiten Weg auf sich nehmen, um im Erzgebirge ein paar Graffitis zu sprühen? "Die Künstler sind ein reisendes Volk und wollen überall ihre Spuren hinterlassen", erklärt Streetworker Baumann. Die Szene sei weltweit unterwegs. Und mit der Graffitiwand, die nach seinen Angaben in der Region einzigartig ist, hat die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal im Erzgebirge zu bieten.

Für das Sprayer-Treffen wird die "Wall of Fame" nun extra vergrößert. Außer auf den Garagenwänden darf man sich am Wochenende ausnahmsweise auch auf der Rückseite der benachbarten Silberstromhalle verewigen. Und um genügend Platz für die neue Graffitis zu bieten, sind in den vergangenen Tagen alle alten Motive mit frischer Farbe übermalt worden.

Dass kein Graffiti für die Ewigkeit bestimmt ist, ist Teil des Konzepts. So lautet eine der Regeln: Bestehende Bilder dürfen durch andere Künstler übermalt werden. Eine andere lautet: Rassistische, sexistische und platte politische Parolen sind untersagt. Ein Konzept, das offenbar ankommt. Streetworker Baumann berichtet von einem großen Interesse. Eine Entwicklung, die ihn selbst freut. Denn die Graffitis, sagt er, seien eine Kunstform, die neues "Flair" in die Stadt bringt.

Ähnlich sehen das offenbar viele Anwohner. Zu der Graffitiwand befragt, sagt etwa eine ältere Schneebergerin: "Die Graffitis sind ganz schön." Viele der Motive verstehe sie aber nicht. Anwohner Nick Georgi gefällt das Projekt ebenso. Er sagt: "Es verhindert vielleicht das eine oder andere illegale Graffiti."

 
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Wenn Schneeberg zum Mekka für Graffiti-Künstler wird
Graffiti-Treffen in Schneeberg: Das ist geplant
 
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