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Das Bildschirmfoto zeigt die Anfangssequenz des Youtube-Videos.

Foto: Screenshot: FP

Youtuber veräppelt CDU-Politiker

Alexander Krauß muss für seine erste Rede im Bundestag zu den Gefahren des Cannabis-Konsums harsche Kritik im Netz einstecken. Der Politiker sieht's gelassen - und kann darüber sogar lachen.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 12.05.2018

Aue/Schwarzenberg. Was haben der CDU-Politiker Alexander Krauß und Donald Trump gemeinsam? Fragt man den bekannten Youtuber Open Mind, der mit bürgerlichem Namen Simon Ruane heißt, offenbar eine Menge. Denn Krauß' erste Rede im Bundestag, die sich mit den Gefahren von Drogen beschäftigte, sei weniger durchdacht gewesen als die Tweets des US-amerikanischen Präsidenten, sagt Ruane jetzt in einem Video im Netz. "Seine Rede ist die Krönung von schlechten Argumenten."

Dass Politiker ab und zu Kritik einstecken müssen, ist nicht neu. Ungewohnt ist allerdings, welche Kreise diese Gegenrede zog. Simon Ruane - 29 Jahre, kommt aus München, versammelt bei Youtube mehr als 300.000 Abonnenten - hatte vor wenigen Tagen auf der Videoplattform einen Clip veröffentlicht, in dem er Krauß unterm Strich vorwirft, schlecht recherchiert zu haben. Mehr als 50.000 Aufrufe hat das Video bereits eingesammelt. Und es werden noch immer mehr.

Krauß, der erst im vergangenen Jahr in den Bundestag einzogen war, hatte sich im Plenum ablehnend zu einem Antrag der FDP geäußert, die vorgeschlagen hatte, in einem Modellprojekt freien Cannabis-Konsum zu ermöglichen. Gut vier Minuten spricht Krauß, unter anderem von einem Besuch in den USA. Er sei in San Francisco und im US-Bundesstaat Colorado gewesen, die beide für eine liberale Drogenpolitik stehen und wo der Drogenkonsum zugenommen habe. Über San Francisco sagte Krauß dabei: "Ich war geschockt von dieser Stadt." Überall habe es nach Urin und Cannabis gerochen. "Überall lagen hunderte Obdachlose in der Stadt herum, die wie Müll behandelt worden sind." Dieses Menschenbild und diese Drogenpolitik wolle er in Deutschland nicht.

Krauß hielt seine Rede bereits im Februar, doch mit dem Youtube-Video wurde sie erst jetzt einem größere Publikum bekannt. Ruane entgegnet ihm darin: Cannabis sei in San Francisco erst seit 2018 legal. Und Statistiken zeigten, dass in Colorado der Cannabis-Konsum gesunken sei. Zudem hätten Länder mit einer liberalen Drogenpolitik weniger Drogentote zu beklagen. In dem Video wird Krauß auch immer wieder veräppelt, etwa wegen dessen falscher Aussprache des Wortes Colorado. Ruane sagt dazu auf Nachfrage von "Freie Presse", er habe Krauß nicht beleidigen, sondern sich komisch mit seinen Argumenten auseinandersetzen wollen. "Es ist nicht nur Analyse, sondern Kunst."

Ruane setzt sich seit Jahren selbst offensiv für eine liberale Drogenpolitik ein und teilt diese Meinung mit seinen Abonnenten. Dass seine Videokritik erst mit mehr als zweimonatiger Verzögerung veröffentlicht wurde, erklärt er so: Der Clip über Krauß sei der letzte Teil einer kleinen Reihe von Videos gewesen, die sich mit der Debatte im Bundestag beschäftigen. Ein weiterer Grund: Ruane und Youtube liegen seit kurzem im Clinch. Laut seiner Aussage hatten die Betreiber der Seite seinen Hauptkanal sogar kurzzeitig gelöscht, weil seine Videos über Drogen offenbar als bedenklich eingestuft wurden.

Alexander Krauß sieht die Kritik im Netz derweil gelassen: Über soziale Netzwerke habe er von dem Clip erfahren, ihn selbst aber noch nicht gesehen, sagt er. Zur Kritik von Ruane erklärt er: "Es kommt immer auf die Statistik an, die man verwendet." Er sehe viele Gefahren und wolle weiter vor Drogen warnen. Über die falsche Aussprache des Wortes Colorado muss er inzwischen aber selbst lachen: "Das kann bei so einer Rede schon mal passieren. Aber den Sinn haben die Leute ja verstanden."

Simon Ruane hat inzwischen angekündigt, sich bald in einem zweiten Video mit Krauß zu beschäftigen. Zu "Freie Presse" sagte er: "Es erscheint in den nächsten Tagen."

Video des Youtubers Open Mind

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
5
Kommentare
5
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 17.05.2018
    20:16 Uhr

    Olbernhauer: Ich setzte jetzt noch mal einen drauf.
    Ich habe das Büro von Alexander Krauß angeschrieben da er in fünf Jahren drei Studiengänge in zwei Städten besucht hat.
    Normalerweise dauert ein Studium fünf Jahre.
    Also wollte ich nun wissen ob er auch etwas abgeschloßen hat.
    Nach einer Woche noch keine Antwort.
    Also ich gehe davon aus er nennt sich Politikwissenschaftler und hat in seinem ganzen Berufsleben noch nie einen Abschluß erlangt. Ein hoch auf die CDU!

    1 1
     
  • 14.05.2018
    16:04 Uhr

    Olbernhauer: Also ich kann nur empfehlen das Video an zu sehen.
    Wenn man einmal den schlechten Rap überwunden hat, muss man nur noch mit der Quitschestimme von Ruane klarkommen.
    Aber es folgt wahre Information auf Information.

    Man kann deutlich erkennen wie wenig Ahnung CDU-Politiker haben und wie schlecht informiert man sein muss, um diesen zu wählen.

    2 3
     
  • 14.05.2018
    09:18 Uhr

    Blackadder: @Hinterfragt: Ja wollen sie und zurecht. Alkohol tötet jedes Jahr Zehntausende und ist auch legal. Zigaretten ebenso. Wie viele Todesopfer gibt es nochmal durch Cannabis?

    4 4
     
  • 14.05.2018
    08:59 Uhr

    Hinterfragt: "Vor solchen Leuten wie ... kann man nur warnen .Drogen legalisieren zu wollen..."

    Wollen das nicht auch die Grünen und die Linke? ...

    0 1
     
  • 12.05.2018
    16:13 Uhr

    mathausmike: Vor solchen Leuten wie Ruane kann man nur warnen.Drogen legalisieren zu wollen,ist sehr gefährlich!

    6 6
     
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