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Nadine Wagner - Vugelbeerprinzessin

Foto: Carsten Wagner

Zank und Streit nach Hoheiten-Wahl

Vier Frauen hatten sich um das Amt der Vugelbeerprinzessin 2017 beworben. Sie buhlten in Lauter um das Publikum. Eine gewann. Doch zwei ihrer Konkurrentinnen zweifeln das Ergebnis an.

Von Anna Neef
erschienen am 13.10.2017

Lauter-Bernsbach. Ist bei der Wahl zur Vugelbeerprinzessin 2017 in Lauter-Bernsbach alles regulär gelaufen? Die Frage steht seit dem ersten Oktober-Wochenende im Raum. Für einige zumindest. "Das war Betrug", sagt Sindy Glaser, die selbst zum Kreis der vier Bewerberinnen gehörte. Dabei gehe es nicht um ihre Person, so die Beierfelderin. "Kandidatin Nummer 3 hätte gewinnen müssen. Sie hat das Publikum überzeugt." Doch nicht jene Franziska Jacob, sondern Nadine Wagner, beide aus Lauter und Großcousinen, erhielt die meisten Stimmen.

Das Ergebnis, so Glaser, habe viele überrascht. Dass bei der Wahl etwas schieflief, macht sie an Beobachtungen und Reaktionen fest: "Selbst bei der Firma Lautergold liefen laut dem Betriebsleiter nach dem Fest die Telefone heiß. Ich erhielt via Facebook Anfragen, wie das sein könne."

Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler) ist angesichts dieser Aussagen entsetzt und traurig. "Es waren vier tolle Kandidatinnen, die so eine Schlammschlacht gar nicht nötig haben", betont er. Ein Preisgeld gibt es übrigens nicht.

Wer Vugelbeerprinzessin wird, um ein Jahr später das ebenfalls repräsentative Ehrenamt der Vugelbeerkönigin zu übernehmen, entscheidet das Publikum in Lauter. All jene, die beim Fest Eintritt zahlen, erhalten Eintrittsplakette und Stimmzettel. "Natürlich kann jeder so viele Plaketten samt Zettel kaufen, wie er will, um möglichst oft für seine Favoritin zu stimmen", so Kunzmann. Und jede Kandidatin könne umhergehen, Gäste nach Stimmzetteln fragen und für sich werben. Das sei legitim. "Dafür ist es eine Publikumswahl. Das wissen alle vorher." Sandy Glaser störten andere Vorgänge. "Meine Tochter erhielt an einer Kasse 20 Zettel gratis - mit dem Hinweis, ja nicht die Nummer 2, also mich, zu wählen." Andere Festbesucher, darunter ihr Ehemann, berichteten Ähnliches.

Kunzmann entgegnet: "Es war ein normales Wahlergebnis ohne auffällige Ausreißer." Betrug schließt er aus. "Es waren sogar mehr Stimmzettel übrig als Eintrittsplaketten." Da sei es gar nicht möglich, dass Stimmzettel in Größenordnungen quasi umsonst verteilt worden sind.

Zank unter Bewerberinnen habe es in der Vergangenheit immer mal gegeben - insbesondere, wenn mehrere Kandidatinnen aus Lauter zur Wahl standen. "Aber so extrem war es noch nie. Das ist einfach schade und total überflüssig." Zumal er den Eindruck gehabt habe, dass sich alle Kandidatinnen gut verstehen.

Bei Franziska Jacob aus Lauter, die hinter ihrer Großcousine Zweite wurde, bleibt das Gefühl, dass etwas schieflief. "Egal, was passiert: Ich gewinne sowieso." - Diesen Satz will sie von der späteren Siegerin gehört haben. "Das war komisch", sagt sie.

Nadine Wagner indes wehrt sich. "Ich habe nicht betrogen, auch meine Familie hat nicht betrogen." Bis zur Kandidatur habe sie sich mit ihrer Großcousine Franzi gut verstanden. Am Sonntag kurz vor der Wahl sei die Stimmung gegen sie gekippt, sagt Wagner. Gleich nach Verkündung des Ergebnisses standen dann die Betrugsvorwürfe im Raum. "Es kochte hoch, auch auf Facebook." Traurig finde sie das.

Auf die Vernunft aller hofft Thomas Kunzmann und sucht heute das Gespräch mit Sindy Glaser. "Es wäre bitter, wenn unser Fest und das Amt der Prinzessin unter diesem unnötigen Zank leiden würden."

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
1
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 14.10.2017
    12:57 Uhr

    Vandanser: Na so ein Drama um die Prinzessin!!!
    Dann wählt doch nächstes mal einen " Vugelbeerprinzen". Ist vielleicht einfacher. Wer zuletzt noch steht hat den Titel.

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