Werbung/Ads
Menü

Themen:

In der Müllverbrennungsanlage Zorbau (Sachsen-Anhalt) landet zurzeit ein Teil des Restabfallaufkommens aus dem Erzgebirgskreis und dem Kreis Zwickau.

Foto: Sita/Archiv

Zweckverband sucht europaweit Verwerter für Erzgebirgsmüll

Im Sommer 2020 laufen die alten Verträge aus. Bislang geht der Abfall nach der Sammlung im Verbandsgebiet noch verschiedene Wege. Das könnte sich ändern.

Von Mike Baldauf und Viola Martin
erschienen am 14.05.2018

Aue/Schwarzenberg. 43.000 Tonnen - das ist in etwa die Menge an Restmüll, die Jahr für Jahr im Erzgebirgskreis anfällt. Hinzu kommen um die 38.000 Tonnen aus dem Landkreis Zwickau, für die der Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestsachsen (Zas) ab Sommer 2020 einen neuen Verwerter sucht. Der Zas mit Sitz in Stollberg kümmert sich im Erzgebirgskreis um das Einsammeln, den Umschlag, den Transport und die Verwertung. Das gleiche gilt bis auf das Sammeln für den Landkreis Zwickau.

"Früher wurde der Restmüll auf Deponien gekippt. Seit 2005 wird er thermisch oder mechanisch verwertet", sagt Zas-Geschäftsstellenleiterin Ramona Uhlig. Weil die Verträge mit den Entsorgern noch vor der Kreisreform 2008 geschlossen wurden, geht der Müll im Zas-Verbandsgebiet immer noch unterschiedliche Wege. Ein Teil des Abfalls aus dem Erzgebirgskreis, der dem früheren Aufkommen im Mittleren Erzgebirgskreis entspricht, wird in der Abfallbehandlungsanlage auf der Deponie Weißer Weg bei Chemnitz verarbeitet. Dort entsteht ein Ersatzbrennstoff in Form von energiereichen Pellets, die später für die Produktion von Methanol genutzt werden. Der übrige Abfall aus dem Kreisgebiet wird in drei Umladestationen in Annaberg, Aue und Niederdorf verdichtet und anschließend in die Müllverbrennungsanlage Zorbau (Sachsen-Anhalt) gebracht. Genau dort landet auch der Abfall aus dem Teil des Landkreises Zwickau, der dem ehemaligen Chemnitzer Land entspricht. Der Abfall aus dem früheren Kreis Zwickauer Land sowie aus Zwickau wird dagegen in Reinsdorf umgeschlagen, bevor er nach Chemnitz zur Verwertung gebracht wird.

Doch in zwei Jahren laufen die alten Verträge aus. "Um den Restmüll dann nahtlos weiter zuverlässig und zu einem möglichst günstigen Preis entsorgen zu können, haben wir die Leistung für das gesamte Verbandsgebiet ab Juni 2020 europaweit ausgeschrieben", erklärt Ramona Uhlig.

Der Müll aus dem Erzgebirge muss damit künftig nicht zwangsläufig in Deutschland verbrannt oder anderweitig verarbeitet werden. Allerdings wird der Zas bei der Vergabe der Leistung die Entfernung, sprich die Transportkosten gegenrechnen, stellt Ramona Uhlig klar. Nicht unbedingt der billigste, sondern der wirtschaftlichste Anbieter werde damit das Rennen machen.

Wie viele Bewerber es für die Verwertung des Restabfalls aus dem Landkreis Zwickau und dem Erzgebirge nach der Ausschreibung gibt und um welche es sich handelt, lässt Uhlig offen: "Das hat rechtliche Gründe. Erst wenn im kommenden Sommer die Verbandsversammlung entschieden hat, wer den Zuschlag bekommt, kann darüber informiert werden."

Die Preise für die Restabfallverwertung unterlagen in den vergangenen Jahren starken Marktschwankungen. Während 2005 für eine Tonne noch bis zu 180 Euro zu zahlen waren, fiel der Preis 2010 unter 50 Euro. Seit 2015 verzeichnet der Zas erneut einen Anstieg. In den Jahren 2016/17 lagen die Marktpreise ohne Transportkosten bei 85 bis 145 Euro pro Tonne, sagt Ramona Uhlig.

Ob und wie sich der neue Verwertungsvertrag auf die Müllgebühren auswirkt, bleibt offen. "Der Restmüll ist ja nur ein Bestandteil der Gebühren", sagt Uhlig. Der Anteil an den Gebühren liege bei etwa 37 Prozent.

Der Zweckverband muss sich nicht nur um die Restmüllverwertung, sondern auch um die Altlasten kümmern. Etliche große Halden wurden aufwändig saniert, bevor guten Gewissens Gras darüber wachsen konnte. Allein für 78 ehemalige Deponien ist der Zas im Erzgebirgskreis zuständig. Elf davon sind noch nicht komplett saniert. Die jährlichen Nachsorgekosten für den Landkreis beziffert Ramona Uhlig auf jährlich annähernd 700.000 Euro.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Lesen Sie auch:
 
Bildergalerien
  • 21.05.2018
André März
Gefahrguteinsatz im Erzgebirge

Oelsnitz/ E. Wegen eines Chemieunfalls in Oelsnitz bei der FSG Firma Sodecia ist?am Sonntagabend?die Feuerwehr zu einem Gefahrguteinsatz ausgerückt.? ... Galerie anschauen

 
  • 19.05.2018
Ralph Köhler/propicture
Zwickau feiert Ballonfest

Zwickau feiert sein nächstes Jubiläumswochenende. Am Freitagabend hat?auf der Rosenwiese das dreitägige Ballonfest begonnen. ? ... Galerie anschauen

 
  • 14.05.2018
Ralph Köhler
BVB zu Gast beim FSV Zwickau

Fußball-Drittligist FSV Zwickau hat sich in einem Freundschaftsspiel am Montag von Borussia Dortmund 4:4 (2:1) getrennt. ... Galerie anschauen

 
  • 10.05.2018
Niko Mutschmann
Toter nach Brand in Lößnitz

Lößnitz. Beim Brand in einem Gebäude für betreutes Wohnen in Lößnitz ist am Donnerstagnachmittag eine Person ums Leben gekommen. ... Galerie anschauen


 
 
 
Wetteraussichten für Aue
Fr

23 °C
Sa

25 °C
So

25 °C
Mo

26 °C
Di

28 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Aue und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Aue

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08280 Aue
Schneeberger Str. 17
Telefon: 03771 594-0
Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9.00 - 17.30 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
Nachrichten aus dem Erzgebirge bei Facebook
Nachrichten aus dem Erzgebirge bei Facebook

Die "Freie Presse" Erzgebirge ist nun auch auf Facebook mit einer eigenen Seite vertreten. Dort finden Sie Neuigkeiten aus den "Freie Presse"-Lokalredakionen Annaberg-Buchholz, Aue, Schwarzenberg, Stollberg, Marienberg und Zschopau und sind somit stets auf dem Laufenden.

Zum Facebook-Auftritt

 
 
 
 
 
|||||
mmmmm