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Sechs Jahre lang hat der Ehrenfriedersdorfer Axel Knuth 2350 Stunden an seinem Winterberg gearbeitet.

Foto: Matthias Degen

Erzgebirger präsentiert eine Hommage an die Heimatstadt

Axel Knuth hat 2006 die Tradition der Winterberge wieder aufgegriffen. Der Ehrenfriedersdorfer legte dabei besonders viel Wert auf die Liebe zum Detail.

Von Matthias Degen
erschienen am 09.12.2017

Gelenau. Weihnachtsberge haben im Erzgebirge eine lange Geschichte. Mit ihr beschäftigt sich eine Abteilung in der diesjährigen Weihnachtsschau im Gelenauer Depot Pohl-Ströher. An langen Winterabenden waren es anfangs Heimatberge, die in den Wohnzimmern der einfachen Leute entstanden und ein Stück ihrer Lebenswelt widerspiegelten. Im Mittelpunkt stand zumeist der Broterwerb, den Szenen aus dem Arbeitsleben der Bergleute, Wald- und Forstarbeiter sowie der Bauern nachstellten. Das handwerkliche Geschick ihrer Erbauer und die zunehmende Industrialisierung der Region ließen schon bald ausgeklügelte Antriebstechniken zu, die mit aufwendiger Mechanik Figuren in Bewegung setzten.

Mit Winterbergen nahm man später Bezug auf die kalte Jahreszeit. Beispielgebend ist ein schneebedeckter Heimatberg, der 1935 unter den geschickten Händen des Drebacher Strumpfwirkers Willy Melzer entstand. Später wurde der Jahreszeit gemäß die heilige Weihnachtsgeschichte mit Christi Geburt beigefügt. Auf dem Winterberg von Hans Lohs erinnert eine große Pyramide an die Heilige Nacht und korrespondiert auf seltsame Weise mit einer Modelleisenbahn der Spur N im unteren Teil der winterlichen Landschaft. In den Kriegsjahren begonnen stellte ihn der Augustusburger erst Ende der 1950er-Jahre fertig.

Neueren Datums ist eine Leihgabe von Axel Knuth. Der Ehrenfriedersdorfer griff 2006 die Tradition der Winterberge wieder auf und stellte seine Heimatstadt in den Mittelpunkt einer aufwendigen Arbeit. Sechs Jahre hat Knuth gebastelt und getüftelt, neue Antriebstechniken ausprobiert und wieder verworfen, auf alte Mechanik zurückgegriffen, um seine Figuren in einer filigranen nachgebildeten Landschaft lebendig werden zu lassen. Blickfang ist die Kirche, die für sich allein ein Meisterwerk darstellt. Bis auf das letzte Detail gleicht sie in Miniatur dem Gotteshaus der Bergstadt. Das betrifft nicht nur ihr Äußeres, wo sich zwei Turmbläser bewegen und die Originalmusik aus einem Lautsprecher ertönt. Auch ihr Inneres hat der Hobbybastler genau nachgebildet.

Auf dem Winterberg selbst setzt sich auf Knopfdruck eine Figurenwelt in Bewegung und zeigt das bunte Treiben um die Ortspyramide, lässt Kinder unbeschwert rodeln, Waldarbeiter ihre schwere Arbeit verrichten oder in der nachgestellten Zinngrube Hauer und Haspelknecht lebendig werden. Ein besonderer Hingucker ist der zugefrorene Teich am Fuße des Mundlochs, auf dem ein Schlittschuhläufer seine Pirouette dreht. "Für die beweglichen Figuren habe ich Tischkicker-Spieler umfunktioniert, andere Miniaturen wurden von den Ehrenfriedersdorfer Schnitzern beigesteuert", sagt Knuth, der auch als Hobbymaler ein glückliches Händchen hat und den Hintergrund seines Winterbergs mit einer zauberhaften Malerei abschließt. "Angetrieben wird wie früher auch alles mit nur einem Motor, der die Bewegungen über eine handgefertigte Holznockenwelle überträgt." Das betrifft auch die untere Etage, wo der Bergbau seiner Heimatstadt noch einmal auflebt und elf der zahlreichen Bergleute mechanisch ihr Tagewerk verrichten. Dem Übergang vom klassischen zum modernen Winterberg wird der 63-Jährige mit einer Modelleisenbahn gerecht, die zwischen der Winterlandschaft und den Bergleuten in steter Regelmäßigkeit ihre Runden dreht.

2350 Arbeitsstunden hat Kurth in seinen Winterberg investiert, der sonst einen festen Platz im Wohnzimmer hat und zur Weihnachtsschau erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird.

 
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