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Vor allem im Winter tritt der Böhmische Nebel auf.

Foto: Jan Görner

Forscher nähern sich per Ausschlussverfahren

Ob am Ende tatsächlich die für den Böhmischen Nebel verantwortlichen Stoffe gefunden werden, ist offen. Doch einige scheiden schon mal aus.

Von Georg Müller
erschienen am 08.02.2018

Olbernhau. Die Forscher sind sich sicher: Mercaptane sind nicht die Ursache der Beschwerden, die im Zuge des Böhmischen Nebels in den grenznahen Orten immer wieder auftreten. Am Dienstagabend wurden im Olbernhauer Rathaus erste Zwischenergebnisse der von der Europäischen Union finanzierten Odcom-Studie veröffentlicht.

Zwar hatte es zwischenzeitlich Hinweise auf die übel riechenden organischen Verbindungen gegeben, 2016 dämpften die Forscher aber die Erwartungen. Ein klarer Nachweis der Mercaptane sei ausgeblieben, sagten sie damals. Inzwischen verfolgen sie neue Spuren. Doch keine scheint bisher geeignet zu sein, die Beschwerden zu erklären. Gerade in den Wintermonaten klagen viele Menschen in der Region über Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen und Schwindel. Bei Südostwind gelangen offenbar Abgase aus tschechischen Industrieanlagen ins Erzgebirge.

Eine der Spuren: Dimethylsulfid. Die Substanz habe sich in höherer Konzentration nachweisen lassen, sagte Dr. Andrea Hausmann vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Sie schränkte ein: Der Stoff stehe in keinem Zusammenhang mit den Beschwerden.

Auf eine andere Möglichkeit ging Anja Manewitz ein. Sie ist ebenfalls am Landesamt tätig. Sie verwies auf Bioaerosole. Sie entstehen insbesondere im Umfeld von Tierhaltungsanlagen und in der Nähe von Abfallbehandlungsanlagen. Bakterien sowie Schimmelpilze können mit der Luft übertragen werden. Werden sie in höherer Konzentration aufgenommen, drohen Magen-Darm-Infekte oder Atemwegserkrankungen. Im Winter falle die Konzentration aufgrund der Temperatur üblicherweise geringer als im Sommer aus, so die Forscherin. Auch in Deutschneudorf - dort wurde gemessen - sei dies der Fall. Die Anzahl der Mikroorganismen schätzt Anja Manewitz als unbedenklich ein.

Maik Merkel vom Leibnitz-Institut nahm sich der ultrafeinen Partikel an. So kann bei Verbrennungsprozessen Ruß entstehen. Die Partikel seien in erhöhter Konzentration nachgewiesen worden. Allerdings: Sie kommen auch in Städten verstärkt vor, in denen es nicht nach dem Böhmischen Nebel riecht.

Die Forscher betonen, dass auch Stoffe wie Stickstoffdioxid und Benzol nicht für die Gerüche und Gesundheitsprobleme verantwortlich sind. Das Belastungsniveau sei niedrig, Grenzwerte würden nicht überschritten. Sie hoffen nun auf die Freiwilligen, die mit speziellen Behältern Luftproben nehmen. Diverse Stoffe wurden entdeckt. Weitere Laboruntersuchungen folgen. Bis 2019 soll Odcom noch laufen.

Bei den Gästen, unter ihnen waren viele Mitglieder der Bürgerinitiative "Für saubere Luft im Erzgebirge", löste erneut die Messstation auf dem Schwartenberg Diskussionen aus. Sie sei wegen ihrer Lage ungeeignet. Besser wäre es, im Tal zu messen. Die Forscher hielten dagegen, die auf dem Schwartenberg gewonnen Daten deckten sich mit denen anderer Stationen.

 
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