Großer Andrang: Oberschulen richten zusätzliche Klassen ein

Weil die Anzahl der Anmeldungen gestiegen sind, werden Kapazitäten erhöht. Die Schulleiter hoffen auf zusätzliche Lehrer.

Marienberg.

Die weiterführenden Schulen in der Region verzeichnen in diesem Jahr hohe Anmeldezahlen. An den Oberschulen müssen daher zusätzliche fünfte Klassen eingerichtet werden. Nun buhlen die Schulen um mehr Personal.

Oberschule Marienberg: Für die Trebra-Oberschule wird das kommende Schuljahr zur Premiere. Eine vierzügige Klassenstufe gab es dort bisher noch nicht, sagt Schulleiter Uwe Reuther. Voraussichtlich 92 neue Fünftklässler wird die Schule aufnehmen, elf mehr als derzeit in den fünften Klassen sitzen. Über die Gründe für das gewachsene Interesse an den Oberschulen kann der Schulleiter nur spekulieren: "Vielleicht sind es starke Geburtenjahrgänge, vielleicht entscheiden sich mehr Schüler als früher trotz Gymnasial-Empfehlung für die Oberschule. Fakt ist: Wir bekommen mehr Schüler und wir müssen sehen, wie wir die hier unterkriegen." Mit den voraussichtlich vorhandenen Lehrkräften könne zumindest der Unterricht abgedeckt werden. "Sonst hätten wir keine zusätzliche Klasse eingerichtet", betont er. Ein aktueller Referendar bleibt der Schule im kommenden Jahr als Lehrer erhalten, Abgänge gibt es keine. Reuther sei dennoch im Gespräch mit der Bildungsagentur, um zusätzliche Kräfte - etwa für den Ergänzungsbereich - zu bekommen.

Oberschule Olbernhau: In Olbernhau werden nach derzeitigem Stand 96 Fünftklässler die Oberschule besuchen. Die Klassenstufe wird damit ebenfalls vier- statt bisher dreizügig. Ein möglicher Grund für die gestiegenen Zahlen könnte laut Schulleiter Uwe Klaffenbach der Zuzug von Familien mit Kindern sein. Denn auch in höheren Klassenstufen habe er in letzter Zeit einige Neuzugänge begrüßen dürfen. Angesichts des Lehrermangels sei die Vierzügigkeit zwar machbar. "Aber das ist mit heißer Nadel gestrickt", räumt Klaffenbach ein. Für zwei Pädagogen, die Ende des Schuljahres in Rente gehen, sei schon Ersatz gefunden: "Somit ist der Grundbedarf gedeckt." Dennoch habe auch er bei der Bildungsagentur, um weitere Lehrkräfte gebeten.

Oberschule Lengefeld: Mit voraussichtlich 59 Schülern kann die Lengefelder Oberschule im kommenden Schuljahr drei statt aktuell zwei fünfte Klassen bilden. Sie werden mit je rund 20 Schülern übersichtlich ausfallen. "Das ist schön, kleine Klassen sind für die Schüler immer besser", meint Schulleiter Bernd Kaden. Mit der zusätzlichen Klasse wird jedoch auch mehr Personal nötig. "Die Lehrerplanung läuft jetzt auf Hochtouren", berichtet Kaden. Er hofft, dass gemeinsam mit der Bildungsagentur genügend neue Kräfte gefunden werden können.

Lutz Steinert, Pressereferent des Landesamts für Schule und Bildung, versichert: "Natürlich werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Schulen die nötigen Lehrkräfte zur Verfügung zu stellen." Das Einstellungsverfahren sei zwar noch im Gange. Es zeichne sich jedoch ab, "dass es schwer werden wird, genügend Einstellungen zu realisieren", so Steinert weiter. Klar sei, dass die Schulen auch in Zukunft wieder zu einem großen Teil auf Seiteneinsteiger angewiesen sein werden. Ob die Wünsche der Schulleiter erfüllt werden können, sei daher unklar: "Vorrang hat die Absicherung des Unterrichts."

Gymnasien: Am Olbernhauer Gymnasium werden im kommenden Schuljahr 62 Schüler in drei fünften Klassen lernen. "Wir sind zufrieden, dass wir die Dreizügigkeit erreicht haben", sagt Schulleiterin Verona Fuchs. Mit derlei überschaubaren Klassen könnten Lehrer meist gut arbeiten. Das Gymnasium Marienberg wird nach Angaben der Schulleitung wohl 80 Fünftklässler aufnehmen und bleibt so dreizügig.

Oberschule Großrückerswalde: Auch an der Mauersberger-Schule war der Andrang groß, wie Schulleiterin Claudia Golla der "Freien Presse" im März sagte. Wegen fehlender Lehrer könne die freie evangelische Schule aber nicht alle 71 Kinder aufnehmen, die sich angemeldet hatten. Eine Anfrage, wie viele Absagen es genau gab, ließ die Schule unbeantwortet. (mit svw/geom)

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