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Gerd Hofmann hat eine räuchernde Schwalbe entwickelt und zur Serienreife gebracht. Es soll nicht die letzte Simson aus der Feder des Seiffener Holzkünstlers gewesen sein.

Foto: Jan Görner

Holzkünstler entwickelt erste räuchernde Simson

Gerd Hofmann betreibt die wohl kleinste Zweiradschmiede Sachsens. Nun hat der Seiffener an einer ganz besonderen Schwalbe getüftelt. Die qualmt nicht aus dem Auspuff, sondern aus dem Sitz.

Von Jan Görner
erschienen am 11.11.2017

Seiffen. Anders hat sich die Simson technisch nicht umsetzen lassen, sagt Gerd Hofmann. Seine Schwalbe qualmt nicht aus dem Auspuff, sondern aus dem Sitz. Besser gesagt: Sie räuchert. Als Einzelunternehmer betreibt der Seiffener die kleinste Zweiradschmiede Sachsens. Die Räuchermotorräder machen einen großen Teil seiner Erzeugnisse aus. Der Wunsch, ein DDR-Kultobjekt umzusetzen, treibt den Holzkünstler schon lange um. Viele Kunden und Freunden sprachen ihn auch schon direkt darauf an. "Die Wünsche nach einem DDR-Moped wurden immer lauter", sagt er. Die Schwalbe eignete sich dafür aus seiner Sicht am besten. Schließlich war sie einst sehr verbreitet.

Seine Mutter fuhr früher ein sahara-braunes Exemplar. Gerd Hofmann fuhr das Moped als Kind schon selbst. Deshalb hat seine Räucher-Schwalbe genau diese Farbgebung erhalten. Vier Jahre lang tat er sich recht schwer mit der Umsetzung des Wunsches. Ein Foto mit einer Seitenansicht hing lange in der Werkstatt. Täglich musste er daran vorbei gehen. In ruhigen Minuten sammelte er Gedanken und Ideen, die er festhielt. Schließlich musste er überlegen, wie er dieses DDR-Kultobjekt mittels zu konzipierender Einzelteile zu einem Ganzen zusammenfügen konnte. "Letztes Jahr habe ich dann mal angefangen, eine Schwalbe aus der Kalten heraus zu schustern", sagt der 46-Jährige. Er stellte es Freunden zur Kritik vor, nahm dementsprechend kleine Änderungen vor und brachte das Moped zur Serienreife.

Die erste Auflage besteht aus 64 Einzelteilen. Zwischen 400 und 500 verschiedene Arbeitsschritte sind notwendig. Gerd Hofmann setzt sowohl Voll- als auch Sperrholz ein. Das wird unter anderem gesägt, geklebt, geschliffen und gelasert. Um der Schwalbe die gewünschte Sahara-Bräune zu geben, braucht es ein helles Holz. Deshalb hat sich der Fachmann gerade in diesem Bereich für Birkenholz entschieden. Die Farbe selbst mischt Prosol in Seiffen fertig.

Die erste limitierte Auflage liegt bei genau 480 Stück. Diese wird es nur in diesem Farbton geben. Welche Farbe die nächste ebenfalls limitierte Serie im kommenden Jahr bekommen soll, werden die Kunden entscheiden. Kontakt zu Motorradfreunden hat Gerd Hofmann von klein auf.

Er ist selbst Motorradfahrer und kennt daher sehr viele Gleichgesinnte, die einen großen Teil seiner Kundschaft ausmachen. Die Schwalbe ergänzt ein umfangreiches Angebot an Räuchermotorrädern, das mit einer Motocrossmaschine begann. Mittlerweile gibt es unter anderem auch eine Rennmaschine, eine Chopper, ein Quad und auch eine Boxer. Alle sind originalgetreu nachgebildet. Alle räuchern selbstverständlich.

Die meisten nebeln aus dem Auspuff. Nur für die Chopper und die Schwalbe musste der Fachmann andere Lösungen finden. Die Schwalbe wird übrigens nicht die letzte Simson gewesen sein. Mittlerweile hat er längst Ideen für das S50, die Awo und das SR2. "Die Nachfrage danach ist sehr groß", erklärt Gerd Hofmann. Demnach kommen die Interessenten für die Produkte aus der Zweiradschmiede nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus den Niederlanden, aus Belgien sowie aus den USA und aus Kanada.

 
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