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Horst Liebscher (l.) und Wehrleiter Lars Löffler im Gerätehaus der Wernsdorfer Kameraden.

Foto: Jan Görner

Mit Leidenschaft bei der Wehr - und das seit 70 Jahren

Horst Liebscher leitete von 1966 bis 1991 die Freiwillige Feuerwehr Wernsdorf. Nun ist er ausgezeichnet worden.

Von Jan Görner
Wernsdorf. Als Horst Liebscher 1947 in Sorgau zur Feuerwehr kam, ist er noch dazu wie alle anderen Männer über 18 Jahre im Ort verpflichtet worden. "Damals kamen viele nicht aus dem Krieg zurück", erinnert sich der 89-Jährige. Er selbst war noch Monate zuvor aus amerikanischer und britischer Gefangenschaft nach Hause gekommen. Zwei Jahre später wurde dieser Dienst freiwillig. Horst Liebscher blieb dabei und ist nun für seine 70-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet worden.

Es sei für ihn selbstverständlich gewesen, bei Bränden und Havarien zu helfen, sagt der Senior. 1950 zog er nach der Hochzeit zu seiner Frau Elisabeth nach Wernsdorf. Dort wusste die Truppe, dass der Sorgauer bereits Feuerwehrmann war und nahm ihn rasch auf. Zur Verfügung stand den Feuerwehrleuten damals nur eine Handdruckspritze. Die musste zuerst tatsächlich noch von Hand zum Einsatzort gezogen werden. Erst später bauten die Wehrmitglieder die Deichsel so um, dass der Wagen samt Spritze und Technik mit einem Traktor bewegt werden konnte. Ein motorisiertes Fahrzeug gab es vorerst nicht. Das war auch der Grund dafür, dass viele Kameraden die Wehr verließen.

Es dauerte bis 1969, bis ein Barkas B1000 in Wernsdorf Einzug hielt. Nach der Anschaffung dieses Fahrzeuges interessierten sich auch wieder mehr jüngere Leute für die Feuerwehr. In der Regel war die Hilfe der Kameraden bei Brandfällen gefragt. An besonders schwere oder gar gefährliche Einsätze kann sich der ehemalige Wehrleiter nicht erinnern. "Wir mussten oft zu Bränden am Bahndamm in Nennigmühle ausrücken, vor allem in den 50ern", sagt er. Einen größeren Brand gab es Anfang der 1970er-Jahre in einem Nennigmühler Schweinestall. Außerdem brannte eine Scheune in Görsdorf nieder. Die Wernsdorfer waren an den Aufräumarbeiten beteiligt. "Richtig schlimm gebrannt hat es in Wernsdorf zu meiner Zeit nicht. Wir mussten uns keinen großen Gefahren aussetzen", berichtet Horst Löschner. Mit dem B 1000 konnten maximal acht Personen bewegt werden. Deshalb ist die Truppe damals im Prinzip nur innerorts ausgerückt. In Horst Liebschers Aufgabenbereich rückte schon in seinen Wernsdorfer Anfangsjahren der vorbeugende Brandschutz. Diese Arbeitsgruppe galt es damals noch aufzubauen.

Eine große Stütze ist für ihn immer seine Frau Elisabeth gewesen, die vor sieben Jahren starb. 1991 verließ der Feuerwehrmann den aktiven Dienst und wechselte in die Alters- und Ehrenabteilung. Junge Leute sollten ran und die neuen Richtlinien mit frischer Kraft umsetzen, so seine Devise. Heute ist Horst Liebscher das älteste Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wernsdorf. Der Alters- und Ehrenabteilung gehören derzeit sechs Mitglieder an. "Sie sind uns sehr wichtig, denn wir können auch heute noch sehr viel von ihnen lernen. Das betrifft vor allem den Umgang mit Menschen", sagt Wehrleiter Lars Löffler. Er kommandiert derzeit 34 Aktive und freut sich über die größte Jugendfeuerwehr der Stadt Pockau-Lengefeld. Dort wirken insgesamt 19 Kinder und Jugendliche mit.

 
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Mit Leidenschaft bei der Wehr - und das seit 70 Jahren
Stadt Pockau-Lengefeld ehrt Feuerwehrmänner
 
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