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Im Inneren des Rauchknackers wird der Rauch durch zwei Kamine am Hebelmechanismus vorbei zum Mund geführt, aus dem er austritt.

Foto: Kristian HahnBild 1 / 4

Na so was: Nussknacker aus Seiffen kann jetzt auch rauchen

Beim Familienunternehmen Müller wird es hybrid: Ein hölzerner Geselle knackt Nüsse und pafft vor sich hin. Die Anregung dafür kam aus den USA.

Von Kristian Hahn
erschienen am 07.02.2018

Seiffen. Eine ganz neue und zugleich vertraute Figur hat das Seiffener Familienunternehmen Müller bei der Frankfurter Fachmesse Christmasworld erstmals in Deutschland gezeigt. "Es handelt sich um das erste hybride Produkt der erzgebirgischen Volkskunst, eine Kombination aus Nussknacker und Räuchermann", erklärt Geschäftsführer Ringo Müller.

Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert hat er den etwa 27 Zentimeter hohen Rauchknacker in Form eines Weihnachtsmannes bereits Anfang Januar bei einer Fachmesse in den USA. "Dort sprach mich 2015 ein Kunde an und fragte nach einem räuchernden Nussknacker", erinnert sich Ringo Müller. Die Frage blieb ihm im Kopf. Zunächst beauftragte er nach seiner Rückkehr einen Patentanwalt, um zu recherchieren, ob es denn die Kombination aus Nussknacker und Räu- chermann tatsächlich noch nicht gab.

"Lediglich eine Firma aus dem Raum Freiberg, die aber heute nicht mehr existiert, hat Anfang der 1990er Jahre einen Nussknacker als Großfigur hergestellt, die eine rauchende Pfeife in der Hand hielt", sagt Ringo Müller. Dr. Konrad Auerbach, der Leiter der Seiffener Museen, bestätigt das Ergebnis der Recherche: "In unserem Fundus ist nichts derartiges zu finden, und auch mir selbst ist keine kombinierte Figur bekannt."

Nachdem die Entscheidung gefallen war, einen rauchenden Nussknacker zu fertigen, begann das Tüfteln in dem Unternehmen, das 2019 auf eine 120-jährige Firmengeschichte blicken kann. "Ideen hatten wir viele, es sind auch einige Prototypen entstanden. Allerdings hat keiner richtig funktioniert", erinnert sich Ringo Müller. Der Erfolg stellte sich ein, als die ursprüngliche Idee, den Rauch durch ein Loch im Mund des Nussknackers entweichen zu lassen, verworfen und stattdessen eine Feder am Schwengel angebracht wurde. "Durch diese bleibt der Mund immer etwas offen, es entsteht genug Zug, und der Rauch kann richtig aufsteigen", so Ringo Müller.

Kurz vor besagter Messe in den USA wurde das bisher einzig existierende Muster fertig. "Das Motiv Weihnachtsmann haben wir gewählt, weil es unser am meisten nachgefragtes Modell ist. Allerdings mussten wir unseren Nussknacker an die neue Funktion anpassen. Das bei dem Prototyp noch vorhandene Loch im Mund wird es beim Serienmodell nicht mehr geben", sagt Ringo Müller.

Mit der bisherigen Resonanz auf den Rauchknacker, der Nüsse bis zur Größe einer Haselnuss öffnen kann, ist der Geschäftsführer zufrieden: "Nach Frankfurt sind wir verhalten optimistisch gefahren und waren umso erfreuter, als diese Neuheit sehr gut angenommen wurde." Diese Woche will er den Rauchknacker zusammen mit anderen Neuheiten auch auf der in Frankfurt am Main stattfindenden Messe Ambiente zeigen.

Sobald die jetzt laufende Produktion von Osterartikeln beendet ist, soll die Serienfertigung des aus etwa 80 Einzelteilen bestehenden Rauchknackers beginnen. "Ich denke, dass im Sommer die ersten Exemplare ausgeliefert werden", sagt Ringo Müller, der wegen der guten Nachfrage auf der Suche nach erfahrenen Mitarbeitern für die Montage ist.

Die Produktpalette des 1899 gegründeten Unternehmens Kleinkunst aus dem Erzgebirge Müller GmbH umfasst derzeit rund 450 Erzeugnisse. Die verschiedenen Einzelteile, die im Unternehmen verarbeitet werden, stammen nahezu zu 100 Prozent aus eigener Produktion.

"Dadurch sind wir flexibel und können unserem hohen Qualitätsanspruch gerecht werden", sagt Müller. "Über 50 Prozent sind bei allen Produkten noch Handarbeit", macht er deutlich. Die sei es auch, die den Produkten die Seele gebe und sie individuell gestalte. Das gelte für Räuchermänner ebenso wie für Pyramiden und Schwibbögen, Nussknacker und Spieldosen, Engel und Bergmänner, Bären und Hasen, die von den 38 Mitarbeitern des Unternehmens produziert werden.

 
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