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Unten rechts: Die Firma Pro VA. Nebenan: der Aldi-Markt. Dort kann die Pro VA ausbauen - wenn Aldi aufs Heizhaus-Grundstück gegenüber wechselt, den Schornstein abreißt und einen neuen Markt baut.

Foto: Kristian Hahn

Olbernhauer Firma will sich erweitern - zittert aber noch

Sieben Millionen Euro würde der Neubau der Pro VA kosten. Die Geschäftsführer warten auf einen Zuschuss vom Land. Nicht die einzige Hürde.

Von Christoph Pengel
erschienen am 15.11.2017

Olbernhau. Silke Braun sitzt in ihrem Büro und fährt mit dem Finger über die Skizze einer neuen Fabrikhalle: Direkt neben dem Hauptsitz der Firma Pro VA soll sie entstehen, an der Olbernhauer Dörfelstraße, mehr als 4000 Quadratmeter groß. Für Silke Braun, die das Unternehmen zusammen mit ihrem Mann Harald leitet, wäre der Neubau ein Traum. Sie könnten die Produktion erweitern und neue Mitarbeiter einstellen. Doch Silke Braun sagt: "Mittlerweile ist daraus ein Albtraum geworden."

Das war, bevor das Landratsamt den Bau schließlich genehmigt hat. Rechtlich ist nun alles geregelt. Die Pro VA fertigt Blechteile. Weil am neuen Standort - im Überschwemmungsgebiet der Flöha - auch Metall gebeizt werden soll, waren die Auflagen hoch. Doch Pro VA räumte die Bedenken aus. Gerade noch rechtzeitig hat Silke Braun die Unterlagen nach Dresden geschickt, zur Sächsischen Aufbaubank (SAB). Etwa sieben Millionen Euro sind für die neue Halle vorgesehen. Die SAB könnte ein Drittel der Kosten übernehmen. Noch zittert Silke Braun: Nur wenn die Zusage bis zum Jahresende kommt, kann sie ihre Pläne umsetzen. Theoretisch hätte die Pro VA dann drei Jahre Zeit, um das Geld zu verbauen. Jede Verzögerung gefährdet das Vorhaben.

Denn wie es mit der Firma weitergeht, hängt auch davon ab, was auf der gegenüberliegenden Straßenseite passiert. Dort steht das alte Heizhaus. Um das Grundstück hatten Rewe und Aldi zuletzt gerungen. Nun steht fest: Aldi, derzeit neben Pro VA angesiedelt, soll die Fläche erhalten. Die Idee: Aldi wechselt die Straßenseite, reißt das Heizhaus ab und baut eine neue Filiale. Pro VA rückt auf des jetzige Aldi-Grundstück, um die Firma zu erweitern. Zudem räumt Pro VA sein Lagerzelt von der Splitterfläche neben dem Heizhaus, damit Aldi genug Platz für den neuen Markt hat. Das ist der Tausch, den Pro VA und die Vertreter von Aldi beschlossen haben.

Aber noch besitzt Aldi das Heizhaus nicht. Eigentümer ist im Augenblick die Stadt. Und die wartet darauf, dass Rainer Dorn den Kaufvertrag unterzeichnet. Er ist der Projektentwickler, der das Gebäude im Auftrag von Aldi abreißen soll.

Im Rathaus war man zuletzt nervös geworden. Die Stadträte und der Bürgermeister hatten schon vor Monaten gemutmaßt, dass Aldi das Heizhaus vor allem aus einem Grund kaufen will: um zu verhindern, dass Rewe einen neuen Markt bauen kann. Zum aktuellen Stand der Verhandlungen wollte sich Bürgermeister Heinz-Peter Haustein nicht äußern. Rainer Dorn sagte, er werde den Vertrag bald unterschreiben. "Aber es sind noch viele Abstimmungen nötig."

Vor allem der Abriss des 106 Meter hohen Heizhaus-Schornsteins erfordert Dorn zufolge eine "technische Meisterleistung". Verschiedene Methoden seien denkbar: Entweder Bauarbeiter tragen den Schornstein mit der Hand ab, Stein für Stein, von oben nach unten. Oder es wird gesprengt. Wobei auch Anwohner zu schützen wären.

Einen Großteil der Abrisskosten trägt die Pro VA. Darauf haben sich die Geschäftsführer, Aldi und Rainer Dorn geeinigt. Allerdings hat Silke Braun eine Grenze festgelegt: 450.000 Euro. Mehr darf der Abbruch nicht kosten. Übersteigt der Preis die Summe, steht das Projekt wieder auf der Kippe. Bis Ende November erhofft sich Silke Braun ein passendes Angebot.

Rewe ist da übrigens schon weiter. Nachdem das Unternehmen den Kampf um das Heizhaus verloren hatte, schlug die Stadt vor, auf die Kuhwiese im Zentrum auszuweichen. Die Stadträte machten in der jüngsten Sitzung den Weg frei und stimmten dem Bauantrag mehrheitlich zu. (mit geom)

 
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