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Uwe Brodalla (l.) und Sylvio Beyer von der Bergsicherung Schneeberg bei der Arbeit im Molchner Stolln.

Foto: Jan Görner

Wie ein löchriger Käse: Pobershau und die Bergbaufolgen

Im Molchner Stolln werden Hochwasserschäden beseitigt. Zudem erfolgen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. Entstanden ist dabei unter anderem ein attraktives Gewölbe.

Von Jan Görner
Pobershau. Die Unterwelt des beschaulichen Bergdorfes Pobershau gleicht einem Schweizer Käse. Jahrhunderte aktiver Bergbau haben ihre Spuren hinterlassen, über die das Sächsische Oberbergamt in Freiberg wacht.

Hin und wieder muss allerdings eingegriffen werden, so wie seit einiger Zeit im "Matthias-Tagesschacht". Dort war unter einem Grundstück an der Zugstraße eine Gefährdung entdeckt worden. Die bohrtechnischen Erkundungen dazu hatten bereits im Mai 2016 begonnen. "Bereits in geringer Tiefe sind wir dabei auf teilverfüllte und leerstehende alte Abbaue getroffen", so Oberberghauptmann Professor Dr. Bernhard Cramer. Diese gelten als Gefahrenbereich, weil darüberliegende lockere Massen leicht nachbrechen und so Tagesbrüche oder Einsenkungen entstehen können. Ein Großteil des Gefährdungsbereiches wurde im Zusammenhang mit der Beseitigung von Hochwasserschäden im Besucherbergwerk "Zum Tiefen Molchner Stolln" verwahrt. Dazu wurde der Bereich unter anderem für die Nachfolgearbeiten gesichert.

Danach wurde eine rund 25 Meter lange Betonschwelle in etwa 15 Metern Tiefe eingebaut. Derzeit wird Zementsuspension - ein Injektionsmittel, bestehend aus einer Wasser-Zement-Mischung - gezielt in lockerverfüllte Abbaubereiche oberhalb der Betonschwelle eingebracht. In einem Teil des Besucherbergwerks ist während des Hochwassers 2013 ein alter Abbau nachgerutscht. Dieser Schaden wurde repariert. "Unter anderem ist hier ein wunderschönes Gewölbe entstanden", sagt der Betreiber des Besucherbergwerks, Gernot Scheuermann. Derzeit finden dort noch Arbeiten zur Aufrechterhaltung der Sicherheit statt. Der Betrieb des Besucherbergwerkes wird dadurch nicht beeinflusst.

Die Arbeiten kosten 730.000 Euro. Dabei handelt es sich um Mittel des Freistaates zur Abwehr von Gefahren aus unterirdischen Hohlräumen. Wenn es die Witterungsbedingungen zulassen, werden sie im ersten Quartal dieses Jahres abgeschlossen.

 
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