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Im neuen Domizil, Schloss Wolkenstein, angekommen: Museumsleiterin Uta Liebing, Bürgermeister Wolfram Liebing und das Ehepaar Hannelore und Hans-Jürgen Donner (von links) räumen letzte Exponate ein.

Foto: Matthias DegenBild 1 / 3

Wolkenstein rettet historisch wertvolle Sammlung

Weil dem Militärmuseum das Aus drohte, übernimmt die Stadt die Ausstellungsstücke - und hat diese womöglich vor dem Ramschtisch bewahrt.

Von Sven Wagner
erschienen am 09.02.2018

Wolkenstein. Bis vor wenigen Wochen stand das Militärhistorische Museum Wolkenstein vor dem Aus. Einnahmen waren ausgeblieben, nachdem das Haus die Öffnungszeiten einschränken musste. Der Grund: Für die Mitarbeiterstelle, bisher im Anderthalbjahrestakt mittels Bundesfreiwilligendienst finanziert, gab es keine neuen Interessenten. "Irgendwann kamen wir an den Punkt, an dem es nicht weiterging", sagt Historiker Hans-Jürgen Donner vom Förderverein des Museum; seit 15 Jahren ist er die treibende Kraft. Nun musste die Reißleine gezogen werden, bevor die Miete für die Museumsräume am Schlossplatz nicht mehr bezahlt werden kann - für Ende Februar ist der Auszug geplant.

Doch wie weiter? Laut Donner gab es drei Möglichkeiten: Alles verkaufen, mit der Sammlung wegziehen oder auf die Stadt Wolkenstein zugehen. Er hat sich für letzteres entschieden - und lag damit genau richtig. Die Stadt hat zugesagt, die Sammlung im Schloss unterzubringen. "Es musste rasch entschieden werden - entweder geht es mit der Sammlung weiter oder nicht", sagt Wolkensteins Bürgermeister Wolfram Liebing. Das Material ging daher als Dauerleigabe an die Stadt.

In den vergangenen zwei Wochen haben Helfer sämtliche Objekte aus dem Museum in das Schloss gebracht - ein Kraftakt: Uniformen, Helme, Waffen und historische Dokumente kamen in einem bisher leerstehenden Raum im Schloss unter und sind dort künftig als Sonderausstellung auf 50 Quadratmetern zu sehen. Sorgen macht allerdings noch ein 1,80 Meter breites Diorama, das sächsische Artillerie-Soldaten bei einem Feldzug 1813 zeigt. Das wichtige Stück ist zu groß für den Raum - ein passender Platz muss daher noch gefunden werden.

Die Stadt bewahrt somit eine in ihrer Form wahrscheinlich einzigartige Sammlung, wie Manfred Beyer vom Arbeitskreis Sächsische Militärgeschichte in Dresden erklärt. "Dort finden sich Originalstücke wie Uniformen der sächsischen Armee aus der Napoleon-Zeit", so der Experte. "Diese sind woanders kaum zu finden." Die Wolkensteiner Sammlung sei für den Freistaat und darüber hinaus von Bedeutung.

Etwa 3000 Besucher seien bisher jedes Jahr in das Militärhistorische Museum Wolkenstein gekommen, sagt Hans-Jürgen Donner. Daran soll nach dem Umzug ins Schloss angeknüpft werden. "Wir wollen künftig stärker den regionalen Bezug herausarbeiten", so der Historiker - beispielsweise die Schicksale von Soldaten aus der Region. Dafür bekommt die Sonderausstellung eine Extra-Vitrine. Geplant sind zudem Vorträge zur Heimat- und Militärgeschichte. Das passt laut Uta Liebing, Leiterin des Museums im Schloss, zum Anspruch des Hauses, sich weiterzuentwickeln: "Was einst als Heimatstube angefangen hat, ist heute viel mehr." Bereits seit einigen Jahren sind ein historisches Archiv und eine umfassende Zinnfigurensammlung des Militärmuseums im Torhaus des Schlosses untergebracht.

Nach dem Umzug der Sammlung laden Stadt und Museumsförderverein ein. Eröffnung der Sonderausstellung ist am Sonntag, 11 Uhr im Schloss Wolkenstein.

 
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Wolkenstein rettet historisch wertvolle Sammlung
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