Das ist Schneebergs geheimste Baustelle

Für vier Millionen Euro entsteht am Filzteich eine multimediale Erlebniswelt, die jedes Spielerherz höher schlagen lassen soll. Um die Details des Projekts machen die Beteiligten bislang ein Rätsel. "Freie Presse" hat die wenigen bekannten Informationen zusammengetragen - und die lassen Großes erahnen.

Schneeberg.

Kleine Erdhaufen, ein Bagger und Bauarbeiter, die ein- und ausgehen sind wohl die sichtbarsten Zeichen, dass etwas am alten Sportpark am Filzteich in Schneeberg vor sich geht. Doch was genau, darüber lässt sich nur spekulieren. Denn die Stadtwerke Schneeberg als Bauherr rühren zwar seit Monaten kräftig die Werbetrommel für die Großbaustelle, verraten bislang aber nur häppchenweise, was dort genau entstehen soll.

In einer Ankündigung zu dem Projekt in den sozialen Netzwerken fragten die Stadtwerke vor kurzem: "Seid Ihr auch schon so gespannt wie wir?" Viele Nutzer quittierten den Beitrag mit einem "Gefällt mir". Als es ein Nutzer dann aber genauer wissen wollte und nachfragte: "Gibt es schon Infos zum Angebot?" - keine Antwort.

Offiziell bekannt ist bisher, dass in dem Sportpark noch dieses Jahr eine sogenannte multimediale Indoor-Erlebniswelt für Groß und Klein eröffnen soll, die jedes Spielerherz höher schlagen lässt. So ähnlich stand es bereits auf Plakaten und Werbebannern, die die Stadtwerke veröffentlichten. Im November vergangenen Jahres erklärte der Stadtwerke-Chef Gunar Friedrich im Stadtrat dazu: Es ist ein Spielparadies für Jung und Alt. "Auf fast 3600 Quadratmetern entsteht ein Funpark, der wohl in Deutschland seinesgleichen sucht." Spielgeräte, sagte er, wolle das Unternehmen weltweit ordern, darunter auch in China.

Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika) verfolgt das Projekt am Filzteich mit Spannung - hält sich auf Nachfrage mit offiziellen Informationen aber zurück. "Es ist gefährlich, jetzt in die Öffentlichkeit zu gehen", sagt er. Man wolle keine Nachahmer auf den Plan rufen. "Und wir wollen natürlich Spannung aufbauen."

Zum Angebot in der Erlebniswelt verrät er nur soviel: "Es ist ein Freizeitangebot, das viele Gäste in die Stadt locken wird. So etwas, wie wir es dort entwickelt haben, gibt es kein zweites Mal." Er hoffe auf einen Besucher-Magneten, ähnlich wie es der bekannte Freizeitpark Plohn im Vogtland ist.

Entsteht in der Bergstadt also eine Touristenattraktion, die bald Gäste aus ganz Sachsen anlockt? Geht es nach Stadtwerke-Chef Friedrich, ist das nur eine Frage der Zeit. In der Erlebniswelt werde es "alle im Moment im Trend liegenden Spielgeräte" geben, verkündet er jetzt auf Anfrage von "Freie Presse". Insgesamt investiere das Unternehmen dafür rund vier Millionen Euro.

Springen, Klettern, mit Laserlicht aufeinander schießen - das und noch viel mehr soll möglich sein. "Es wird insgesamt acht Großspielgeräte geben", sagt Friedrich. Wobei laut seiner Aussage in eins dieser Geräte bis zu 460 Personen passen sollen. Auf die Frage, wie man sich das vorstellen muss, sagt Friedrich: "Es geht über sechs Ebenen."

Weitere Details? Vertraulich! Angesprochen auf die wohl geheimste Baustelle der Stadt, muss Friedrich lachen. "Wir haben den Arbeitern auch verboten, auf der Baustelle zu fotografieren", sagt er. Es gebe einfach noch viele Fragen zu klären, beispielsweise wann die Erlebniswelt öffnet. Geplant war der Start im Sommer dieses Jahres, jetzt ist vom 26. August die Rede. "Wir werden den Termin bald bekanntgeben." Bis dahin heißt es weiter Rätselraten.

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