Ein Dorf kämpft um sein Bad

Viele Rittersgrüner wollen mit Arbeitseinsätzen zum Erhalt der Freizeitanlage beitragen. Sie hoffen auch auf die Gemeinde - und auf mögliche Fördermittel.

Rittersgrün.

Ein Aufschrei ging durch Rittersgrün, als es hieß, das Freibad könnte vor dem Aus stehen. Marcel Hecker initiierte sofort eine Petition, die den Fortbestand der Anlage fordert, Martin Klier einen Arbeitseinsatz. "Es waren bauliche Veränderungen nötig, um die behördlichen Auflagen zu erfüllen und eine Betriebserlaubnis zu erhalten", so Hecker. Ein Kritikpunkt: Nicht alle geforderten Wasserwerte konnten eingehalten werden. "Das Problem wurde durch die Gemeinde behoben, der ja das Bad gehört", sagt Klier, der sich nicht nur für das Waldbad stark macht, sondern sich auch in der Abteilung Handball des FSV Rittersgrün engagiert. "Zwischen dem Bad und uns Handballern gibt es bereits viele Jahre guten Kontakt. Wir richten hier immer das Freibadfest aus", erklärt der 33-Jährige. Das Freibad sei bei vielen aufgrund seiner Weitläufigkeit, des frischen Wassers, das selten über 20 Grad Celsius erreicht, und der fast ganztägig sonnigen Lage am Waldrand beliebt.

Damit ist klar, warum sich schon zum ersten Frühjahrsputz im April zirka 60 Helfer einfanden. Wirklich jede Hand sei benötigt worden, sagt Ortsvorsteher Thomas Welter: "Die Aufgaben waren vielfältig." Eine alte Hecke und ein alter Maschendrahtzaun mussten entfernt werden, damit der Bauhof einen neuen Zaun bauen kann. "Und da der Maulwurf ganze Arbeit geleistet hatte, stand Rasenpflege an", so Welter. Ausbesserungen am Pavillon, ein neuer Anstrich am Kassenhäuschen und der Bau eines neuen Sandkastens gehörten ebenfalls zur "Schönheitskur". 160 Arbeitsstunden kamen zusammen. Geleistet wurden sie vor allem von Mitgliedern des Sportvereins und des Kleingartenvereins, der ein Nachbar des Bades ist, von Petitionsunterstützern und Sympathisanten.

Weil man beim ersten Frühjahrsputz im April gar nicht alles schaffte, traf sich der harte Kern der "Freibad-Retter" jetzt erneut, um Hand anzulegen. Sie strichen unter anderem das Sanitär- und Umkleidegebäude, erledigten Ausbesserungen und Farbkorrekturen am Becken.

Für Martin Klier, Marcel Hecker und ihre Mitstreiter ist das Freibad ein wichtiges Stück Infrastruktur und Lebensqualität, das sie in Rittersgrün nicht verlieren wollen. "Was wir hier gemacht haben, ist natürlich nur ein kleiner Teil. Auch die Kommune muss einiges leisten, zudem werden Fördermittel benötigt, denn die Sanitäranlagen müssen dringend saniert und das Becken muss weiter abgedichtet werden", umreißt Klier die Situation. "Aber vielleicht gelingt es uns im Zusammenspiel aus ehrenamtlicher Arbeit und Gemeinde, das Bad zu erhalten."

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