Ein Fest kämpft gegen Vorurteile

In Aue hat am Samstag das zweite Interkulturelle Fest hunderte Gäste in die Stadt gelockt. Die Organisatoren mahnten zu mehr Miteinander.

Aue.

Die Begegnungen und das gegenseitige Kennenlernen sind das Hauptanliegen des Interkulturellen Festes. Am Samstag ging auf dem Altmarkt in Aue bereits die zweite Auflage über die Bühne.

Initiiert wurde die Veranstaltung, die sich an Einheimische ebenso wie Ausländer richtete, von der Flüchtlingsarbeit des Diakonischen Werkes Aue/Schwarzenberg in Kooperation mit dem Verein Help und der Stadtverwaltung Aue. Informationsstände, Livemusik und verschiedene Aktionen gehörten zum Programm dazu.


Rainer Sonntag, Vorstand der Diakonie, sagte: "Wir merken, es ist ganz viel Beratung notwendig, um mit der Integration weiterzukommen. Die größten Schwierigkeiten gibt es bei der Sprache und beim Thema Arbeit." Wichtig sei es, eine offenere Atmosphäre zu schaffen. Dazu soll auch das Interkulturelle Fest beitragen. "Damit verbunden sind mehr Verständnis und ein wachsendes Bewusstsein unter den Erzgebirgern, dass wir zum Teil darauf angewiesen sind, dass Leute zu uns kommen", erklärte Sonntag. "Was ich mir wünsche, ist, dass es selbstverständlicher wird, dass auch Menschen aus anderen Ländern in der Region sesshaft werden." Sonntag spricht davon, dass man mit einem Einwanderungsgesetz bessere Voraussetzungen schaffen könne.

Einer der Höhepunkte beim Interkulturellen Fest war die Teilnahme am Choraktionstag. Der Gospelchor Lauter-Bernsbach hatte Punkt 12 Uhr in einen gigantischen Chor einstimmt - gleichzeitig sangen an 250 Orten in Deutschland schätzungsweise gut 10.000 Stimmen zum "Gospelday 2017" ein Lied. Damit möchte man auf die Ungerechtigkeiten der Welt aufmerksam machen, auf Hunger, Armut und Sklaverei. Antje Schröder gehört zum Gospelchor Lauter-Bernsbach. Die 36-jährige sagt: "Die Stimmung war einfach genial. Man hat gespürt, dass die Leute die Botschaft aufnehmen. Es waren ganz verschiedene Menschen im Festzelt. Aus meiner Sicht waren die Leute sehr offen." Im Chor bilde man beim Singen eine Einheit. Mit der Musik haben die Chorsänger die Besucher mitgerissen. Laut Veranstalter kamen am Samstag schätzungsweise insgesamt 500 Gäste. Ina Müller singt ebenfalls im Chor und das seit über zehn Jahren. "Gospel ist ein Gebet", sagt die 51-jährige, die selbst sehr gerne singt: "Das Singen ist meine Art mich auszudrücken und das Singen verbindet. Die Aktion jetzt hier in Aue finde ich eine gute Sache."

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