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Matthias Müller - Stadtwehrleiter Grünhain-Beierfeld

Foto: Katja Lippmann-Wagner

Feuerwehr fällt durch den Tüv

Wenn mehr Feuerwehrmänner als Stadträte im Ratssaal sitzen, brennt oft die Luft. In Beierfeld kam es ganz anders.

Von Beate Kindt-Matuschek
erschienen am 07.12.2017

Grünhain-Beierfeld. 16 Feuerwehrmänner und 14 Stadträte saßen am Montag im Rathaus Beierfeld. Damit dominierte die Farbe Blau. Der Grund: Zwei wichtige Beschlüsse für die Feuerwehr standen zur Debatte. Die Entschädigungssatzung sowie ein Grundsatzbeschluss zum Kauf eines neuen Löschfahrzeugs.

Wer nun glaubt, dass die Kameraden der Wehr um mehr Geld feilschen wollten, irrt. Sie kamen, um mit ihrer Anwesenheit die Dringlichkeit für ein neues Löschfahrzeuges zu untermauern. Denn ihr Feuerwehrauto (Baujahr 1994) rostet massiv an tragenden Teilen und bekam wegen gravierender Mängel zunächst keine Tüv-Zulassung mehr. "Erst durch eine Reparatur, die sich aufs Notwendigste beschränkte, wurde die Genehmigung weiter erteilt. Allerdings unter der Maßgabe, dass 2018 nochmals eine Sonderprüfung durch die Dekra erfolgt", erklärte Stadtwehrleiter Matthais Müller. Zudem versicherte er den Stadträten: "Wir stehen zu unserer Arbeit in der Feuerwehr, brauchen aber funktionierende Technik." Das Fahrzeug, das sie benötigen, sei auch kein Luxus, sondern ein reines Ersatzfahrzeug, so Müller. Doch auch ein solches kostet gut 400.000 Euro. In der Hoffnung auf Fördermittel in Höhe von 160.000 Euro bleibt da noch ein Eigenanteil der Stadt von 240.000 Euro. Und eigentlich müsste auch Grünhain ein neues Fahrzeug bekommen. "Das müssen wir für 2020 planen", sagt Bürgermeister Joachim Rudler (CDU), für den die solide Ausstattung der Feuerwehr oberste Priorität hat.

Doch die Beierfelder sind mit diesem Problem nicht allein. Im Landkreis gebe es in diesem Bereich einen Investitionsstau von gut 20 Millionen Euro. Heißt, für diese Summe liegen Anforderungen aus den Kommunen vor. Doch bislang seien dafür nur 1,8 Millionen Euro im Plan, weiß Rudler. "Ich habe aber gehört, dass 2018 eventuell noch zusätzliche Mittel vom Land fließen könnten", gibt er als Information weiter. Zudem habe er einen "förderunschädlichen Vorhabensbeginn" erwirken können. Das bedeutet: Das Fahrzeug darf schon mal bestellt werden (da die Bestellzeit bei solchen Fahrzeugen bei über einem Jahr liegt), ohne dass dadurch die mögliche Förderung gefährdet wird. Was aber auch keine automatische Fördermittelzusage ist, wie Rudler ausdrücklich betont. Zuschüsse für Fahrzeuge der Feuerwehren kommen vom Land, der Bund finanziert ausschließlich Katastrophenschutz.

Die Stadträte stimmten einstimmig beiden Beschlüssen, die Feuerwehr betreffend, zu.

 
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