Foto schockt und verblüfft zugleich

Zwei Frauen, die sich im Alter zum Verwechseln ähnlich sehen, haben auch in ihrer Biografie eine Gemeinsamkeit.

Zwönitz/Beierfeld.

Für Ute Paul war die allmorgendliche Zeitungslektüre am 1. Juni ein Schock. Der 60-Jährigen schossen sofort die Tränen in die Augen, glaubte sie doch, ihre bereits vor drei Jahren verstorbene Mutter, Gerda Schwarz, auf einem Bild in der Zeitung erkannt zu haben. Das ging keineswegs nur ihr so. Auch Enkelin Claudia Paul griff spontan zum Hörer und wollte von uns Zeitungsleuten wissen, wie so etwas passieren kann. "Die ganze Familie war irritiert", sagt die 37-Jährige. Dass die Frau auf dem Bild als Elsa Leistner benannt wurde, sahen die Pauls als Fehler der Redaktion an. Sie glaubten zunächst fest: "Das ist ein Archivbild."

Doch dem ist nicht so, wie "Freie Presse" aufklären konnte. Denn Elsa Leistner, die tatsächlich auf dem Bild zu sehen war, lebt - und zwar im Pflegeheim in Zwönitz. Vielmehr handelt es sich tatsächlich um eine verblüffende Ähnlichkeit der beiden älteren Damen. Und bekanntlich soll ja jeder Mensch - irgendwo auf der Welt - einen genetischen Zwilling haben.

"Es war nicht nur eine Verwechslung auf den ersten Blick. Auch beim genaueren Hinsehen haben wir kaum Unterschiede ausmachen können. Lediglich der Brillenbügel sah anders aus", sagt Claudia Paul. Ihre geliebte Omi, Gerda Schwarz, war eine geborene Schurig, Jahrgang 1930, stammte aus Altmügeln in der Nähe von Oschatz. Die Liebe zum Bäckermeister Hans Schwarz zog sie nach Beierfeld, wo sie als Bäckersfrau viele Jahre im Laden stand.

Und auch darin sind sich beide Frauen, die allerdings in keiner Weise miteinander verwandt sind, sehr ähnlich. Denn auch Elsa Leistner hat über viele Jahrzehnte in einem Laden gearbeitet. Allerdings in einem Bekleidungsgeschäft in Zwönitz. "Sie ist gelernte Näherin, später war sie Verkäuferin. Viele Zwönitzer kennen sie", sagt Regine Bunge, die Tochter von Elsa Leistner, die eine gebürtige Zwönitzerin ist. "Ich hab immer in Zwönitz gewohnt", sagt die heute 99-Jährige.

"Die Ähnlichkeit ist einfach frappierend", so die Pauls. Die Frisur, der Rollstuhl, ja sogar eine solch weiße Weste habe ihre Omi besessen. Der Zweifel konnte ausgeräumt werden. Die Zeitung ist eben doch aktuell.

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