Für Schlosspark endet Dornröschenschlaf

Die Anlagen am Felsen, auf dem das Schwarzenberger Schloss steht, könnten ein beliebter Platz für Einheimische und Besucher werden. Dieses Areal zu sanieren, ist ein Millionenprojekt. Stadt und Erzgebirgskreis ziehen deshalb an einem Strang.

SchwarzenbergNicht das Schwar- zenberger Schloss, sondern dessen Park scheint in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein. Wildwuchs allerorten. Der Zustand wird seit langem diskutiert, löst Fragen aus. Gerd Schlesinger, der als Türmer Touristen durch die Stadt führt, kennt das Problem: "An vielen Stellen ist das Gelände regelrecht zugewuchert. Da muss prinzipiell was getan werden."

Mehrfach in Stadtratssitzungen tat Schlesinger, Mitglied der CDU-Fraktion, das kund, wohl wissend, dass der Park - wie das Schloss - dem Erzgebirgskreis gehört. Lydia Schönberg (Pro SZB): "Vor allem der Anflug stört dort sehr. An vielen Stellen ist die Sicht auf die Umgebung weg." Und Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU) schlägt in die selbe Kerbe: "Ein Park ist das nicht mehr. Das Gelände wirkt verwildert."

Die Stadt suchte das Gespräch mit dem Landkreis, es wurde verhandelt. Das mündete jetzt in zwei Vereinbarungen, die im Stadtrat einstimmig beschlossen wurden. Die Partner sind sich einig, dass der Park saniert werden muss. Die Gesamtkosten belaufen sich auf geschätzte 1,028 Millionen Euro. Davon will der Kreis etwa ein Drittel aus Eigenmitteln finanzieren. Schwarzenberg steuert maximal 685.000 Euro aus dem Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz" bei. Die Planungen gibt die Stadt in Auftrag.

"In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt eindeutig auf den Gebäuden", erklärt Hiemer, die auch dem Kreistag angehört. Das Schloss wurde umfassend saniert. Der Landkreis als Eigentümer der Immobilie und die Stadt als Mieterin der Museumsräume haben allein seit 2013 gemeinsam gut 3,6 Millionen Euro in die historische Bausubstanz investiert. Die Neuprofilierung des Museums als "Perla castrum - ein Schloss voller Geschichte" und die aufwendigen Arbeiten für besseren Brandschutz sind in frischer Erinnerung.

"Baulich müssten wir dort jetzt für mehrere Jahre Ruhe haben, auch wenn so ein altes Gemäuer immer mal für eine Überraschung gut sein kann", sagt Uwe Schreier. Der stellvertretende Leiter des Kulturbetriebs des Erzgebirgskreises ist quasi Schlossherr. "Auch wir sind an einem ordentlichen Schlosspark interessiert, mit sanierten Trockenmauern. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz soll es eine möglichst nachhaltige Sanierung geben, auch mit dem Blick auf den späteren Pflegeaufwand." Da hat er die Stadträte hinter sich, weiß Wolfram Dittmann (Die Linke). Frühjahr 2019 hält Schreier für einen realistischen Zeitpunkt der Fertigstellung.

Was sind die Schwerpunkte der vorgesehenen Arbeiten? "Das Kernwegesystem, mehrere Aussichtspunkte sowie die wichtigsten Sichtachsen zu umgebenden Bergkuppen und aufs Bergpanorama sollen wieder hergestellt werden", erklärt Sybille Vogel. "Auch der Bergsporn, auf dem das Schloss steht, wird wieder sichtbar gemacht", so die Leiterin des Stadtbauamts. Es werde ein gezieltes Umgestalten der Hang- vegetation geben, die Teil des Grüngürtels rund um die Altstadt ist.

Dass es zu unnötigen Fällungen kommen könnte, gibt Dunja Schulze (Bündnis 90/Grüne) zu bedenken. Dem hält OB Hiemer entgegen, "dass hier unter Einbeziehung von Landschaftsarchitekten sehr besonnen zu Werke gegangen wird". Aus ihrer Vorfreude auf den "neuen" Park macht Lilly Vicedom, Vorsitzende der Kunstfreunde Schwarzenberg, keinen Hehl: "Eine Vision unseres Vereins wird verwirklicht." Sie kündigt an, dass Skulpturen ausgestellt werden, die beim Symposium des Vereins entstanden sind. "Das Gelände trägt künftig zur Belebung der Altstadt bei. Einheimische und Besucher freut das gleichermaßen."

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