Junger Straßenhund aus Griechenland wird Erzgebirger

Bisher hieß er James, doch schon bald wird man ihn Buddy rufen. Aber das ist dem niedlichen Vierbeiner mit Sicherheit egal. Für ihn ist wichtig, dass er nun in Sicherheit ist und fortan nicht mehr hungern muss.

Schwarzenberg.

Er liegt in seiner Tragetasche nahe der Heizung und schläft. Dass diese Tasche unter dem Schreibtisch von Janette Lein im Schulclub der Stadtschule Schwarzenberg steht, stört den Vierbeiner keineswegs. Obwohl es im Club turbulent zugeht, genießt er sichtlich die Wärme und die Geborgenheit.

James ist ein Straßenhund. Etwa vier Monate alt. Und er kommt aus Griechenland, berichtet Janette Lein, die derzeit die Pflegemutter für den Mischling ist. "Seit Herbst 2017 bin ich offiziell Pflegestelle", sagt die 36-Jährige. Sie selbst hat zuhause auch einen Hund, zwei Katzen, zwei Kinder und einen Mann. "Ich bin Trubel gewöhnt", sagt sie lachend. Gern hätte sie den "kleinen Griechen", wie sie den Pflegehund nennt, auch behalten. Aber schnell fand sich eine Familie aus Schwarzenberg, die den Vierbeiner schon morgen bei sich aufnimmt. "Das ist gut so", sagt Janette Lein. Für die Schwarzenbergerin ist Tierschutz nicht nur ein Wort. "Ich bin in vielen Tierschutzvereinen", erklärt sie. Und über soziale Netzwerke habe sie den Kontakt zur privaten Tierhilfe Sachsen geknüpft. Über diesen Verein und über den Umweg Düsseldorf und Rodewisch kam der Vierbeiner zu ihr. "Der Verein organisiert den Transport der Tiere. Sie kommen untersucht, geimpft und gechipt hier an", so Lein. Sie selbst als Pflegestelle kann eine Familie suchen und vorschlagen, aber abgewickelt wird die Übergabe des Tiers offiziell über den jeweiligen Verein.

James, oder besser Buddy, wird also ein Schwarzenberger. Das steht fest. Und als solcher dürfte der junge Rüde dem schweren Los eines Straßenhundes entkommen sein. "Mir ist wichtig, dass solche Tiere, die zum Teil Schlimmes erlebt haben, in gute Hände kommen", betont die Sozialpädagogin. Die Liebe zu Tieren ist ihr wichtig. Schnell hatte sie mit ihrem Engagement auch das Interesse bei den Jugendlichen im Schulclub geweckt. "Ich habe das Glück, dass mein Arbeitgeber, die Arbeiterwohlfahrt, das mit unterstützt", so die Schulclubleiterin. Mehr noch. Ihre Jugendlichen hat sie längst mit ihrer Tierliebe "infiziert". Denn in den Sommerferien ist sie mit ihren Jugendlichen schon oft zu freiwilligen Hilfseinsätzen ins Tierheim bei Annaberg gefahren. "Das machen sie echt gern. Es wird nur immer schwerer, weil die Buskosten steigen. Nur manchmal gelingt es, dafür auch Projektgelder zu nutzen."

Dennoch: "Wer sich um Tiere in Not kümmert, der entwickelt starke soziale Kompetenzen." Davon ist Janette Lein überzeugt. Das dem so ist, belegt eine Aktion, die die Jugendlichen gestartet haben. Sie sammeln derzeit alles, was man für die Betreuung von Hunden gebrauchen kann - vom Futter über Tiermedizin bis hin zu alten Verbandskästen. "Das alles geht im Frühjahr mit einem Transport nach Rumänien", erklärt Lein. Dort kenne sie zwei Frauen, die sich um etwa 500 Straßenhunde kümmern und eigentlich selbst dringend Hilfe bräuchten. Spenden jedweder Art, von Decken, alten Gartenstuhlauflagen und Töpfen bis zu Eimern, könne daher wochentags von 12 bis 18 Uhr im Schulclub an der Stadtschule abgeben werden.

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