Kinder lernen, sich selbst zu behaupten

Ein Verein aus der Region nimmt derzeit die Jüngsten aus Grünhain-Beierfeld an die Hand. Drei Dinge sind dabei enorm wichtig.

Grünhain-Beierfeld.

Was sind die drei wichtigsten Dinge, die euch schützen? Die Antwort von den Erstklässlern aus der Grundschule Grünhain kommt prompt: "Laut schreien, möglichst schnell wegrennen und Schutz suchen, vielleicht in einem Geschäft mit vielen Leuten."

Trainer Nico Lenk ist zufrieden mit den Antworten. Genau das ist es, was er den Mädchen und Jungen vermittelt hat in den ersten Kursstunden. Mehr noch. "Kinder müssen lernen, professionell mit Angst umzugehen. In Gefahrensituationen dürfen sie nicht in die typische Opferrolle verfallen. Sie müssen lernen, sich selbst zu behaupten. Das ist der beste Schutz", sagt Maik Eberhart. Der 38-Jährige sorgt als Security-Chef mit seinen Männern zu vielen Anlässen in Sachsen für Sicherheit. Im dazugehörigen Verein (V.A.P) steht die Gewaltprävention im Vordergrund. Dabei geht es um den Schutz der eigenen Person und um Deeskalation brenzliger Situationen. Im Januar hatten Eltern aus Grünhain aus aktuellem Anlass um solche Kurse für ihre Kinder gebeten. Jetzt wurden sie im Zusammenwirken von Schule und Arbeiterwohlfahrt als Träger des Freizeitzentrums organisiert. Viele wollen teilnehmen, verrät Schulleiter Dieter Singer. Er will versuchen, allen Klassenstufen bis Schuljahresende die Teilnahme noch zu ermöglichen. "Vielleicht ziehen wir ja die Viertklässler vor. Die 3. Klasse könnte es ja nach den Ferien machen." (matu)


Kommentar: Passwortgeschützt

Es ist wirklich nicht leicht für Eltern, ihr Kind auf alle Eventualitäten des Lebens vorzubereiten. Die Zeiten haben sich geändert. Heute begegnet man gewaltbereiten Menschen viel häufiger, die Hemmschwelle ist bei vielen Menschen extrem gesunken - auch Kindern gegenüber. Doch Eltern können ihre Kinder nicht 24 Stunden überwachen. Loslassen fällt schwer, gehört aber zum Lebenslauf dazu. Kinder müssen lernen, sich selbst zu behaupten. Sie müssen Rüstzeug an die Hand bekommen, um sich stark und sicher zu fühlen.

Eine Bekannte hat mir kürzlich von einer beinahe genialen Idee erzählt: Das passwortgeschützte Kind. Was für unsere Daten im Handy oder PC gilt, sollte gleichwohl für unsere Kinder gelten. Denn viele Kontaktaufnahmen Fremder beginnen mit dem Satz: "Deine Mutti hat gesagt, ich soll dich abholen und zu ihr bringen." Kann durchaus ja mal notwendig sein. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind für solche Fälle einfach ein Passwort. Früher im Spiel hieß das "Parole?" Eine Frage, die Verwirrung stiftet und vielleicht den Moment für die Flucht ermöglicht.

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