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Lilly (2. v. r.) weiß schon jetzt ganz genau, dass der Joghurtbecher nicht verrotten wird.

Foto: Kindt-Matuschek

Komposthaufen mit Fenster

Ein Jahr ganz intensiv die Umwelt und die Natur im Blick. Das haben sich die Kinder der Kita "Pfiffikus" in Neuwelt zum Ziel gesetzt. Die Wette um eine Tüte Gummibärchen läuft.

Von Beate Kindt-Matuschek
erschienen am 17.04.2018

Schwarzenberg. Kinder, die auf dem Land groß werden, wissen ganz genau, was auf einen Komposthaufen drauf oder rein darf und was nicht. Das haben die Steppkes im Erzgebirge den Kindern aus der Großstadt mit Sicherheit voraus.

Und so war es nahezu ein Kinderspiel für Kita-Chefin Andrea Keller, ihre Schützlinge zu fragen: Was darf denn alles da rein? Die Antworten folgten prompt: "altes Laub, Blumen, die nicht mehr schön aussehen, und Stöcke", antworteten die Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten und dem Hort. Jetzt haben sie gemeinsam einen Komposthaufen im Garten aufgestellt. Aber keinen gewöhnlichen, sondern einen mit Fenster. Diese Sonderanfertigung - einen Beobachtungskompost - hat Tom Prillwitz gebaut. Er ist nicht nur gelernter Zimmermann, sondern auch der Papa einer Erstklässlerin.

"Unsere Kinder sind sehr interessierte und aufmerksame Beobachter ihrer Umwelt. Wir Pädagogen brauchen daher nur die Natur für die Kinder als natürliche Lernwerkstatt nutzbar machen", sagt die Kita-Leiterin. Dann braucht es Zeit und ausreichend Gelegenheit, dass die Kinder fast von allein die Antworten auf ihre Fragen finden. Und genau deshalb hat der Beobachtungskompost ein Fenster aus Plexiglas. Damit die Steppkes genau sehen und beobachten können, was in den nächsten Wochen und Monaten mit all den Dingen im Kompost passiert. "Da kommen Maden und Würmer und fressen das", sagt Arthur überzeugt. "Und Spinnen werden wir sehen", glaubt Leni und zieht dabei die Nase in Falten. "Da wird Erde draus", sagt Luca aus der ersten Klasse mit Nachdruck in der Stimme.

Dann schwärmen die Kinder mit Eimern im Gelände aus, um erstes Material einzusammeln, was in den neuen Behälter gefüllt wird. Nach nicht einmal zehn Minuten ist der Kompost an seinem neuen Standort bereits ein Drittel gefüllt.

Doch plötzlich regt sich lautstarker Protest der Kinder: "Frau Keller, das darf da nicht rein, das verrottet doch nicht!", ruft Lilly aufgeregt. Was war geschehen? Die Kita-Leiterin behauptet doch tatsächlich, dass die "Überbleibsel" von der Frühstücksrunde wie Joghurttrinkflasche, Schokopapier und Fruchtzwergbecher ebenfalls in den Kompost gehören. "Ich wette mit euch um eine Tüte Gummibärchen, dass auch diese Dinge zu Erde werden!" behauptet die Kita-Leiterin. "Keine Chance", meint Arthur gelassen. "Wir werden ja sehen", sagt Andrea Keller. Was wirklich passiert? Die Kinder behalten es im Auge.

 
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