Rechtes Bündnis trifft sich auf Parkplatz

Liedermacher spielt in Schwarzenberg - braune Puppe hängt an Brücke

Schwarzenberg. Schätzungsweise 300 Gäste haben am Samstagabend einen "Sommerabend" besucht, zu dem der rechtsextreme Verein "Freigeist" nach Schwarzenberg eingeladen hatte. Auf dem Hammerparkplatz am Fuße des Schwarzenberger Schlosses hielten mehrere Leute Reden, darunter der Vereinschef Stefan Hartung (NPD). Karsten Teubner, der für die AfD ein Kreistagsmandat wahrnimmt, sagte seine Teilnahme hingegen ab. Zu den Gründen will er sich auf Nachfrage nicht äußern. Er sagt nur: "Es hat von außen einen gewissen Druck gegeben, dem ich mich unterworfen habe."

Gesprochen wurde in Schwarzenberg über die Politik und Flüchtlinge. Konkret ging es um den Fall eines 14-jährigen Mädchens, die laut Polizei Mitte Juni in der Stadt von einem Unbekannten südländischen Typs mit einem Messer verletzt wurde. Als Hauptgast spielte am Abend Frank Rennicke auf. Laut Verfassungsschutz ist er einer der bekanntesten rechtsextremistischen Liedermacher. Er war bei der Wahl zum Bundespräsidenten in den Jahren 2009 und 2010 auch als Kandidat für die NPD angetreten. Außerdem trat bei der Veranstaltung "Der Hauer" auf. Dahinter steckt André Groß aus Scheibenberg, der in der Region Bekanntheit genießt.

Laut Polizei blieb es bei der Veranstaltung friedlich. Straftaten sind nicht bekannt geworden. Am Vortag hatten Beamte jedoch eine braune Kinderpuppe entdeckt, die mit einem Seil am Kopf hängend vom Eisenbahnviadukt über dem Kreisverkehr der Bundesstraße 101 baumelte. Der Polizei ist der Vorfall auf Nachfrage bekannt. Einsatzkräfte hätten gegen 16 Uhr eine "bräunliche Puppe hängend" vorgefunden, bestätigt ein Sprecher am Sonntag. Diese sei jedoch "ohne strafrechtliche Relevanz" gewesen. Fotos der Puppe, die in den sozialen Netzwerken kursieren, zeigen jedoch, dass diese mit einem Seil am Kopf von der Brücke baumelt. Spekuliert wird deshalb, ob eine Hinrichtung nachgestellt werden sollte. 

Der Auer Revierleiter Uwe Kuhn bestätigt, dass der Abend friedlich blieb. Zum Fall der 14-Jährigen aus Schwarzenberg erklärt er: "Es ist ein offenes Verfahren, die Ermittlungen dazu laufen."

Proteste gegen die rechte Veranstaltung blieben aus. Als Gegenaktion war in Schwarzenberg nach Informationen der "Freien Presse" lediglich ein Plakat an einem Zaun bei der Parkplatz-Zufahrt aufgehängt worden, das für das Neonazi-Aussteigerprogramm Sachsen Werbung machte. (wend/juef)

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