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Morgen feiern sie mit ihren Frauen und vielen Wegbegleitern ihr 140-jähriges Chorjubiläum.

Foto: Lars RosenkranzBild 1 / 2

Sangesfreunde im taktvollen Miteinander

Die Zahl der Chorsänger minimiert sich von Jahr zu Jahr, aber die Freude an der Musik bleibt ungebrochen. Am Samstag feiern zwei gleich Chöre ihr 140-jähriges Bestehen - gemeinsam, mehrstimmig.

Von Beate Kindt-Matuschek
erschienen am 13.10.2017

Breitenbrunn/Sosa. Solange alle Stimmen im Chor besetzt werden können, wird gesungen, was die Kehlen hergeben. Im Fall der beiden Männerchöre von Breitenbrunn und Sosa ist das so.

Beide Chöre bestehen mittlerweile seit 140 Jahren - und das wollen die Sänger morgen groß und vor allem gemeinsam feiern. Dazu laden sie ins Haus des Gastes nach Breitenbrunn ein, wo der Männerchor "Orpheus" heimisch ist. Einer, der seit nunmehr 57 Jahren zu dieser Sängerschar gehört ist Klaus Pechstein. Schon dessen Vater hat im Chor mitgesungen, und Sohn Gerd ist heute Notenwart. Zum Chor gekommen ist Klaus Pechstein aber durch Freunde, erzählt er. "Ich war 17 Jahre, noch Lehrling. Da haben mich die Kollegen aufgefordert: ,Geh doch mal mit". Das hab ich getan und wurde genommen." Tatsächlich habe er damals noch vorsingen müssen, um zu prüfen, ob die Stimme passt. Sie passte, und die Harmonie und das Miteinander im Chor stimmen bis heute, betont Pechstein. Es sind vor allem die mehrstimmigen Chorsätze, die er gern singt. Aber der Chor, die regelmäßigen Treffen zu den Proben, das sei eben mehr als nur Musik. Das sei ein Stück Lebensinhalt, den er nicht missen wolle.

So wie dem heute 74-Jährigen geht es wohl allen Sängern. Aber trotz aller Bemühungen: Nachwuchs für die Sängerschar zu finden, sei nahezu aussichtslos. Das bestätigt Udo Beyreuther als Vorstandschef des Chores. Momentan zählt "Orpheus", gegründet im Januar des Jahres 1877 von etwa 40 Sangesbrüdern, noch 15 aktive Mitglieder, deren Durchschnittsalter bei über 60 Jahren liegt. "Da kommt es schon mal vor, dass einer aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen muss", heißt es.

Das gleiche Problem kennt Jochen Arend, Chef des Männerchores Sosa. Aber sie wären keine Erzgebirger, würden sie nicht eine pfiffige Lösung finden. Und so gibt es schon seit einigen Jahren freundschaftliche Kontakte zwischen beiden Chören, und seit drei Jahren auch eine konkret stimmhafte Zusammenarbeit. "Wir haben momentan zwölf Mitglieder, davon acht, die regelmäßig kommen. Das reicht kaum noch für eigenständige Programme. Deshalb unterstützen wir die Breitenbrunner, denen es ähnlich geht", sagt Arend. Sein Männerchor Sosa wurde ebenfalls vor 140 Jahren gegründet: Am 21. Oktober 1877. Und so liegt es nahe, dass nun beide gemeinsam ein Festkonzert gestalten.

Zu diesem laden sie morgen nach Breitenbrunn ein. Unter der bewährten, musikalischen Leitung von Musiklehrerin Hella Ehrenberg, die 1988 "Orpheus" übernahm und somit im nächsten Jahr 30 Jahre den Takt im Männerchor angibt, werden viele altbekannte Lieder erklingen. Zudem wird es einen Rückblick in bewegten Bildern auf die Chorgeschichte geben, verraten die Männer vom Vorstand bei einem Gespräch. So ist eine DVD entstanden, die die lange und erlebnisreiche Geschichte des Chores reflektiert. "Wir werden im Rahmen des Festpogramms die DVD zeigen", weiß Klaus Pechstein. Der filmische und dokumentarische Rückblick werde selbstverständlich eingebettet in klingende Kostproben des Chores, dessen Repertoire bis heute breit gefächert ist und über Volkslieder und klassische Chorsätze bis hin zu modernen Arrangements reicht.

140 Jahre - das soll und wird noch nicht das Ende der Geschichte des Chores sein. Schon wegen des taktvollen Schulterschlusses mit den Sängern aus Sosa nicht. Ob es irgendwann aus "Personalnot" zu einer Vereinigung kommt, ist indes offen. Solange werden alle Stimmen besetzt und immer gut "geölt".

 
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