Schon in jungen Jahren in Archiven gestöbert

Johanngeorgenstädter erforscht Traditionen des Bergbaus seiner Region

Johanngeorgenstadt.

Frank Teller aus Johanngeorgenstadt entdeckte schon früh sein Interesse an regionaler Geschichte. "Es muss so etwa in der 6. Klasse gewesen sein, da habe ich an der ,Messe der Meister für Morgen' teilgenommen", so der heute 47-Jährige Heimatforscher. Sein Exponat damals: umfangreiche Aufzeichnungen zum Bergbau in Johanngeorgenstadt.

Die darin befindlichen Texte sind mit Schreibmaschine geschrieben. "Das habe ich mir selbst beigebracht, genauso wie ich nach und nach gelernt habe, alte deutsche Handschriften zu lesen." Das sei noch während seiner Schulzeit gewesen. Sehr gut erinnert sich der Johanngeorgenstädter auch noch daran, als er das erste Mal in seinem Leben das Bergarchiv Freiberg betreten durfte. "Man musste mindestens 14 Jahre alt sein. Ich habe das regelrecht herbeigesehnt."

Während seines Studiums im damaligen Karl-Marx-Stadt sei der Weg nach Freiberg nicht mehr so weit gewesen. Doch Recherchen zu DDR-Zeiten waren schwierig. "Wer das Bergarchiv nutzen wollte, benötigte Bescheinigungen." Ein weiteres Problem: Es gab keine Kopiermöglichkeiten. Teller ließ sich auch davon nicht entmutigen: "Anfangs haben wir die Grubenrisse abgemalt, Texte abgeschrieben oder auf Kassette gesprochen." Oft sei es aber schwierig gewesen, überhaupt an einige Infos zu kommen. Dennoch schrieb er bereits vor seinem Studium erste kleine Infohefte.

2001 brachte Teller sein erstes Buch heraus: "Bergbau und Bergstadt - Johanngeorgenstadt". Es ist ein geschichtlicher Abriss über die Zeit der Stadtgründung bis 1945. Das zweite Werk "Umbruch, Aufbruch, Abbruch" beschäftigt sich mit dem Uranbergbau in der Zeit von 1945 bis 1961. Ein drittes Buch sei nicht geplant. "Um neutral zu schreiben, ist ein zeitlicher Abstand notwendig", so Teller.

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