Couch kommt für guten Zweck unter den Hammer

Von der Karosse eines Schrottautos zum ausgefallenen Möbelstück: Mehrere regionale Unternehmer haben ein Unikat geschaffen, dass nun versteigert werden soll. Nutznießer ist der Hospizverein in Chemnitz.

Stollberg.

Wer auf extravagantes Möbel steht, sollte interessiert weiterlesen: Ab morgen, 8 Uhr steht ein Sofa zur Versteigerung, das durchaus das Prädikat "ausgefallen" verdient - es entstand aus dem Heck eines schrottreifen Ford Scorpio, der sein Dasein zuletzt auf dem Platz eines Chemnitzer Autoverwerters fristete. Zwar ist beim Anblick zweifelsfrei klar, dass die Wiege des Sitzmöbels in einem Autowerk stand, es erinnert aber nur noch wenig an seine rostige Vergangenheit.

Wenn auch die Idee zu dem Projekt von Andreas Mehlhorn, Geschäftsführer des gleichnamigen Stollberger Metallbauunternehmens, kam, so hat die Couch doch viele Väter. Denn mit dem Ansinnen, das Möbelstück letztendlich zu versteigern und den Erlös dem Hospiz- und Palliativdienst Chemnitz zugute kommen zu lassen, fand Mehlhorn Mitstreiter, die kostenfrei Arbeitsleistung und Material beisteuerten.

Da alle sozusagen im Ehrenamt, also neben dem täglichen Arbeitspensum, aktiv waren, ging das Ganze nicht so schnell voran wie ursprünglich geplant. Denn eigentlich sollte die Versteigerung schon vor Weihnachten stattfinden. Auch mancher Rückschlag, der sie auf dem Weg vom Schrottauto zum Möbelstück ereilte, sorgte für Zwangspausen beziehungsweise Mehraufwand: So war Teufel Rost aktiver, als man vermutet hatte, was aber erst nach dem Sandstrahlen sichtbar wurde. So mussten angerostete Teile des Hecks im Gablenzer Unternehmen Lack- und Karosserieservice Bochmann ersetzt werden. Dort wurde das Ganze auch versiegelt, grundiert und schließlich mit dunkelgrünem Metalliclack überzogen. Autosattler Markus Auerswald aus Brünlos sorgte im Anschluss dafür, dass der geplante Verwendungszweck offensichtlich wurde: Er bezog den passend angefertigten Holzsitz samt Lehne mit hellem Kunstleder. Fürs i-Tüpfelchen sorgte das Stollberger Unternehmen AVR Resch, das die Couch mit einem Audiosystem ausstattete.

Der Startpreis liegt bei einem Euro, erklärt Nicole Weis, Projektkoordinatorin beim Auktionsportal der Sächsischen Zeitung (SZ), wo die Couch ersteigert werden kann. Das sei bei Auktionen mit dem Ziel einer Spende so üblich. Geboten werden kann in Zehn-Euro-Schritten. Zu finden ist das Sofa auf der Homepage der SZ-Auktionen unter "Charity-Auktion". Am 27. Mai um 19.49 Uhr steht dann fest, wer das extravagante Stück sein Eigen nennen darf und zugleich mit dem Höchstgebot Gutes für einen Verein tut, der Sterbenden und ihren Angehörigen zur Seite steht.www.sz-auktion.de

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