Damit das Leben etwas leichter wird

Aktion "Leser helfen": Eine Familie aus Bernsbach benötigt ein neues Auto mit Platz für alle. Und die Eltern des kleinen Sten aus Oberwiesenthal wünschen sich ein behindertengerechtes Bad.

Lauter-Bernsbach/Oberwiesenthal.

Ein kleiner Garten im anderen Ortsteil ihrer Stadt ist der einzige Luxus, den sich die Familie von Yvonne Pfüller und Kay Döhner leisten kann. Von Bernsbach nach Lauter fahren sie im Sommer regelmäßig, um unbeschwerte Stunden im Freien zu verbringen. Fernab von mitleidigen Blicken für die schwer behinderte Leonie, die mit ihren 13 Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist und sich ihrer Umwelt kaum mitteilen kann.

Nach einem Schlaganfall und einer Hirnblutung während der Geburt ist das Kind schwer behindert im Kreise seiner Lieben aufgewachsen. Aufopferungsvoll kümmern sich Mama Yvonne und ihr Lebensgefährte um das Mädchen, das derzeit mit den mentalen Höhen und Tiefen der Pubertät zu kämpfen hat. Wie jeder Teenager in ihrem Alter - halt nur ganz anders, da Leonie auf die Hilfe ihrer Familie angewiesen ist. Und diese wünscht sich nichts sehnlicher, als ein neues Auto, in dem alle Platz haben: die Eltern, die Brüder Sandro (9) und Nico (5) sowie Leonie und ihr Rollstuhl.

"Bei uns zuhause gibt es keinen Spielplatz oder dergleichen, wo wir mit den Kindern hingehen könnten", so Yvonne Pfüller. Wegziehen komme auch nicht in Frage. "Zu lange suchten wir nach dieser Wohnung - groß genug für uns alle, halbwegs bezahlbar und im Erdgeschoss liegend", sagt sie. Sie erhält Hartz IV, ihr Lebensgefährte geht Teilzeit arbeiten, um sich nachmittags mit um Leonie und den ebenfalls behinderten Sandro kümmern zu können. Das schafft einer allein nicht mehr. Ein neues Auto in der richtigen Größe würde alles leichter machen. Der Kombi Baujahr 2003 ist zu alt und zu eng. "Den Rolli von Leonie müssen wir zerlegen, um alle ins Auto zu passen", so Yvonne Pfüller. Das Auto sollte ein Extra haben: Allrad. Wer den Lindenring kennt und weiß, dass die Familie am unteren Ende wohnt, dem ist klar: Bei dieser steilen Ausfahrt geht im Winter oftmals nichts ohne einen Vierrad-Antrieb.

Auch Familie Korb aus Oberwiesenthal benötigt Unterstützung - ihr aktuell größter Wunsch ist ein behindertengerechtes Bad. Denn der fünfjährige Sohn Sten ist schwer behindert. Derzeit muss immer jemand mit ihm in die Badewanne oder Dusche steigen. Das Waschbecken ist für den Jungen nicht erreichbar.

Das Leben mit einem schwerkranken Kind ist anstrengend, aber die vergangene Woche hat Mutti Mandy Korb mit dem Jungen an der Nordsee verbracht - in einem Hospiz. Die 38-Jährige hat hier für eine kurze Zeit auch mal Verantwortung abgeben, sich erholen können. Ein Hospiz ist für viele Menschen ein Ort, an den man geht, wenn sich das Leben dem Ende zuneigt. Für andere - wie Mandy Korb und ihren Sohn - ist es auch ein Platz für Begegnungen, zum Ausspannen, der Freude und Gelassenheit im sonst so stressigen Alltag. 2015 reisten beide das erste Mal in das Kinder- und Jugendhospiz "Joshuas Engelreich" in Wilhelmshaven. "Seitdem fahren wir ein bis zwei Mal jährlich für ein bis zwei Wochen hierher", erzählt die 38-Jährige. In der Einrichtung werde den Eltern viel Arbeit abgenommen.

"Ein klassischer Urlaub ist mit einem behinderten Kind wie Sten nicht möglich beziehungsweise bedarf wahnsinnig viel Planung", erklärt sie. Dabei seien die Aufenthalte im Hospiz aber auch nicht unbedingt Urlaub im klassischen Sinn. "Das Hospiz gibt uns die Möglichkeit, in einem geschütztem Raum zur Ruhe zu kommen." Es sei ein Ort, an dem man sich nicht erklären muss, wenn ein Kind behindert ist, einen Anfall bekommt, Sauerstoff braucht, gefüttert und gewindelt wird. Zudem sei die medizinische Versorgung mithilfe des geschulten Personals zu jeder Zeit sichergestellt. "Ich kann auch mal für eine Stunde verschwinden, ohne mir Sorgen zu machen." Im Hospiz, so sagt Mandy Korb, sei sie Sten ganz nah und trotzdem habe sie die Möglichkeit, sich jederzeit zurückzuziehen. "Mir persönlich fällt es sehr schwer, die Betreuung von Sten an fremde Personen abzugeben. Ich habe aber nicht die Kraft, die 24-Stunden-Pflege ständig zu gewährleisten." Daher seien diese kleinen Auszeiten so wichtig.

Im Internet können Sie weitere Informationen über die Spendenprojekte erhalten. Zugleich haben Sie die Möglichkeit, dort auch Ihre Spende direkt für das jeweilige Hilfsprojekt zu überweisen. Dafür bedanken wir uns herzlich! 

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