Dank vieler Tierfreunde fällt das Resümee positiv aus

Tierheimchefin Susann Scheibner blickt zufrieden aufs zu Ende gegangene Jahr zurück. Sie sagt aber auch, dass die realisierten Projekte und zahlreiche Tierarztrechnungen ohne Spenden nicht zu finanzieren gewesen wären. Und: Ein Problem hat sie mit ins neue Jahr genommen.

Stollberg.

Das zu Ende gegangene Jahr war für Susann Scheibner zugleich das erste als Vorsitzende des Stollberger Tierschutzvereins - und eines voller Herausforderungen. Letztendlich blickt die Hartensteinerin aber auf ein erfolgreiches 2017 zurück, wenngleich sie ein Problem mit ins neue Jahr genommen hat: "Wir suchen dringend Helfer auf ehrenamtlicher Basis."

Scheibner wurde im März 2017 zur Nachfolgerin von Ute Goltzsche gewählt, die den Vereinsvorsitz zehn Jahre innehatte und zur Wahl nicht wieder antrat. Die erste große Herausforderung für Scheibner und ihr Team ließ nicht lange auf sich warten: Mitte Mai musste die Einrichtung 15 sogenannte Verwahrhunde aufnehmen und kam damit an die Grenzen von Personal und Räumlichkeiten. Wenige Tage lang waren es sogar noch vier Tiere mehr. Die Hunde waren bei einer Razzia entdeckt und beschlagnahmt worden. Mittlerweile konnte ein Großteil der Bayrischen Gebirgsschweißhunde vermittelt werden, sodass sich die Situation entspannt hat.

Insgesamt haben derzeit 21 Hunde ihr Domizil im "Waldfrieden", außerdem rund 60 Katzen, acht Wild- und 20 Kleintiere. Versorgt werden sie von vier angestellten Mitarbeitern, die überwiegend geringfügig beschäftigt sind. Eine Änderung gebe es dabei bei der Aufgabenverteilung: Da Tierphysiotherapeutin Silvia Günther das Tierheim jetzt im Katzenhaus unterstütze, könne sich Darja Jattke intensiv um die Klein- und Wildtiere kümmern. Außerdem stehen den Mitarbeitern zwei Bundesfreiwilligendienstler (Bufdi) sowie eine junge Frau, die im Tierheim ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) leistet, zur Seite. Fünf Tierfreunde sind rein im Ehrenamt vor allem im Hundehaus aktiv - eine Zahl, die Scheibner Sorgen bereitet. Denn mit so wenigen Helfern sei die Arbeit kaum zu stemmen, weshalb dringend weitere Mitstreiter gesucht werden, sowohl im Ehrenamt als auch als FÖJ-ler oder Bufdi.

Scheibners Rückblick auf das zu Ende gegangene Jahr fällt überwiegend positiv aus, zumal mit Unterstützung von Sponsoren und Fördergeldern einige Projekte auf den Weg gebracht beziehungsweise realisiert werden konnten.

Zuallererst ist die Sanierung des Schornsteins am Hundehaus zu nennen, sagt die Tierheimchefin. Die mehr als 20.000 Euro teure Baumaßnahme sei nur durch Fördermittel des Freistaates Sachsen möglich gewesen. Allerdings habe der Tierschutzverein einen zehnprozentigen Eigenanteil aufbringen müssen, was nur "durch die Unterstützung tierlieber Spender" zu schaffen war, sagt sie. 600 Euro habe beispielsweise der Puhdys-Fanclub und 500 Euro der Musiker Dieter Birr privat beigetragen. Mit Abschluss der Sanierung sei nun endlich wieder ein Heizen mit Festbrennstoffen möglich, sagt Scheibner. Denn aus Kostengründen verwende man tagsüber lieber teilweise gesponsertes Holz als auch Briketts. Nachts hingegen werde mit Öl geheizt, allerdings seien bei der jüngsten Überprüfung Mängel an den Öltanks festgestellt worden, sodass eine Erneuerung notwendig ist. "Wir hoffen auf Fördermittel", erklärt Scheibner. Anders sei die Ausgabe von rund 10.000 Euro nicht zu stemmen.

Auch die Unterstützung durch Spender gehört zu den positiven Aspekten des Jahres 2017. So war es durch ein FÖJ-Projekt des Glauchauer Krankenhauses sowie private Sponsoren und anpackende Helfer möglich, das Dach des Gänsegeheges zu sanieren. Auch die Operationen von Hündin Anne für etwa 700Euro oder von Katze Hope für rund 500Euro seien nur durch Spenden möglich gewesen. Ebenso die physiotherapeutische Behandlung der Hüfterkrankung von Hündin Julia, der so vermutlich eine OP erspart werden kann. Scheibner nennt unter anderem 1700 Euro, die dem Tierheim als Erlös des 1. Chemnitzer Hundeweihnachtsmarktes zugute kamen, sowie 300 Euro, die durch Besucher am 1. Advent gespendet wurden. "Zweimal wurden wir auch in Testamenten berücksichtigt."

Auch die Entwicklung der Umlage, die die Kommunen für die Aufnahme von Fundtieren bezahlen, sei positiv, sagte Scheibner. Sehr viele Kommunen zahlen inzwischen 90Cent pro Einwohner, erklärt sie. Mittelfristig bleibe eine einheitliche Umlage aber ein Thema, im Moment liegt die Bandbreite zwischen 50Cent und einem Euro.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...