Helfer rücken mit Harke und Schaufel an

Vereinsgeschichte(n): Der Schulgarten der Lugauer Oberschule ist in die Jahre gekommen. Weil er künftig aber auch als Grünes Klassenzimmer und in den Pausen genutzt werden soll, hat es jetzt einen Großeinsatz gegeben. Initiator ist der Förderverein der Schule.

Lugau.

Andrea Melzer hat ein wenig Mühe, jedem der im Minutentakt anrückenden Helfer eine Arbeit zuzuweisen. Die Resonanz auf den Aufruf des Schulfördervereins, dem Unkraut und wuchernden Ästen im Schulgarten mit vereinten Kräften zu Leibe zu rücken, sind Schüler, Mütter und Väter zahlreich gefolgt. "30 Schüler und 25 Elternteile haben sich angemeldet", sagt die Biologielehrerin. Wie es aussieht, halten sie alle Wort. Sie haben sich nicht nur in Arbeitsklamotten geworfen, viele rücken auch mit Harke und Schaufel an, und es dauert gar nicht lange, da wuselt in jeder Ecke des Areals ein Grüppchen.

Lucas Werner, Maximilian Geilert und Max Zettel - alle drei sind Schüler der Klasse 8a - wollten eigentlich dem Unkraut um die Johannisbeersträucher herum den Garaus machen. Wie Lucas erzählt, habe er diese einst selbst im Neigungskurs mit gesetzt. Ehe die drei Jungen allerdings zur Tat schreiten können, kommen ihnen einige Mädchen zuvor und hocken schon zwischen den Sträuchern. Kein Problem, es gibt genug zu tun. Wenig später trifft man die Achtklässler beim Kürzen der Äste eines Baumes an. Warum sie hier heute dabei sind? "Weil uns der Zustand stört", sagt Maximilian.

Der stört auch den Förderverein, weshalb er sich das Projekt Schulgarten auf die Fahnen geschrieben hat. Andrea Melzer ist seit zehn Jahren an der Schule und hat seither immer wieder im Schulgarten gearbeitet, mal im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft, oft mit den Teilnehmern eines Neigungskurses. Weil das aber künftig auch in den Pausen möglich sein und der Schulgarten zudem als eine Art Grünes Klassenzimmer genutzt werden soll, will der Schulförderverein, dem auch Melzer angehört, das Areal nicht nur in Ordnung bringen, sondern auch etwas umgestalten. Angelegt wurde er einst im Zuge eines Berufsorientierungsprojekt der CAP Oelsnitz, aber die gibt es nicht mehr. Die Bepflanzung des Hügels habe sich seither etwas geändert, innerhalb eines Neigungskurses wurden beispielsweise auch Beetbegrenzungen angelegt, erklärt Melzer.

Nun sei unter anderem geplant, die Plattenwege und die Bänke zu erneuern. Aber es sollen auch gänzlich neue Ideen umgesetzt werden. Die Biologielehrerin spricht unter anderem von einem Grillplatz, einer Vielzahl an Sitzgelegenheiten mit Sonnensegel auf dem Hügel, sodass eine komplette Klasse dort sitzen kann, und der Errichtung von Hochbeeten sowie einer Trockenmauer.

Das Ganze kostet Aufwand, auch finanziell. Eine Schätzung hat etwa 8000 Euro ergeben - zuviel für den Verein, um das Vorhaben in einem Jahr zu stemmen. Im Moment sei man dabei, eine Reihenfolge festzulegen, wann was in Angriff genommen werden kann. Dass der Verein 2000 Euro Prämie über das Dorfentwicklungsprogramm Leader erhielt, sei eine willkommene Anschubfinanzierung, sagt Melzer. Die Lehrerin hofft, dass es weitere Aktionen wie an diesem Nachmittag geben wird. Die Resonanz macht sie optimistisch, dass dies gelingen könnte.

Hat auch Ihr Verein ein Projekt, von dem Sie berichten möchten, oder haben Sie Vereinsgeschichte(n) zu erzählen? Dann schreiben Sie an "Freie Presse", Herrenstraße19 in 09366 Stollberg, oder per Mail: red.stollberg@freiepresse.de. Vielleicht findet so auch Ihr Verein den Weg in die Zeitung.


Förderverein unterstützt Schüler und Schulprojekte finanziell - Großteil der Mitglieder sind frühere und gegenwärtige Lehrer

Der Verein der Freunde, Förderer und Ehemaligen der Mittelschule II Lugau wurde 1993 von vier Lehrern gegründet. Heute zählt er 63 Mitglieder, etwa 80 Prozent sind nach den Worten von Vorstandsmitglied Karla Schimmel frühere und gegenwärtige Lehrer, bei etwa 20 Prozent handelt es sich um Eltern. Der Vorstand wird aller vier Jahre gewählt, aktuelle Vereinschefin ist Monika Mauersberger, Lehrerin für Mathe und Geografie.

Ziel des Vereins ist vor allem die finanzielle Unterstützung von Aktivitäten und Projekten an der Schule. So werden Schüler aus finanziell schwächeren Familien bei Klassenfahrten bezuschusst oder Anschaffungen im Freizeitbereich finanziert, die nicht über den Schulhaushalt möglich sind, erklärt Schimmel, die Schatzmeisterin und Schriftführerin des Vereins ist. Als Beispiele nennt sie Bänke und Liegen. Auch Schulfeste und -projekte werden unterstützt, indem beispielsweise Luftballons und Gas finanziert werden oder ein Zuckerwatte-Automat ausgeliehen wird. Bei "Tagen der offenen Tür" betreibt der Verein ein kleines Café, wo die Besucher Kaffee und Kuchen konsumieren können.

Finanziert werden die Projekte des Fördervereins fast ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, ab und zu auch über Spenden. Alle Aktivitäten laufen ausschließlich übers Ehrenamt.

Während die Eltern als Vereinsmitglieder mit ihren Kindern kommen und auch wieder gehen, bilden die Pädagogen eine feste Bank, zumal einige dem Verein auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand die Treue halten. Aktuell bringen jüngere Kollegen neue Ideen ein. Auch das Schuljournal soll künftig wieder jährlich am Schuljahresende erscheinen. (vh)

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