Lob für eine interessante Tour mit Ausblick auf Fortsetzung

Bei der ersten Oelsnitzer Industrie- und Handwerksnacht gab es am Freitag die Möglichkeit, drei Unternehmen der Stadt kennenzulernen. Auch der Lugauer Marcel Vogel war dabei - und kam mit eigenen Erwartungen.

Oelsnitz.

Drei große Busse sind am Freitag, 17.40 Uhr am Bergbaumuseum gestartet, um die 150 Teilnehmer der Industrie- und Handwerksnacht zu den Unternehmen zu bringen. In einem davon sitzen die Lugauer Marcel Vogel (31 Jahre) und seine Schwester Nadine (27 Jahre).

Marcel hat einen Job als Werkzeugmacher, Nadine absolviert derzeit ein Studium in der Richtung Industrial Engineering. Die beiden suchen keine Arbeit, doch Marcel Vogel erklärt: "Mich interessiert, welche beruflichen Möglichkeiten es hier noch gibt."

Der Bus startet zur Elektrotechnik Oelsnitz (Eto), wo Seniorchef Uwe Hartlich erklärt: "Wir wollen der Bevölkerung klarmachen, was wir hier tun und dass wir bundesweit aktiv sind. Die Krone wäre für mich, wenn sich anschließend jemand sagt: Bei der Eto könnte ich auch arbeiten." In drei Gruppen werden die Besucher durch die Firma geführt, die vor allem für Elektromonteure und Ingenieure Perspektiven bietet. Nach einer Dreiviertelstunde trudeln alle Gruppen wieder am Bus ein. "Die Zeit ist eigentlich etwas zu kurz", resümiert Nadine Vogel, während sich der Bus in Bewegung setzt.

Der Zeitplan ist streng. 45 Minuten je Unternehmen und 15 Minuten für die Fahrten sind vorgesehen. Nach einer kurzen Einführung durch Vorstand Mark Ebert können sich die Besucher bei Micas für Rundgänge mit Schwerpunkt Betriebskindergarten oder für die technischen Bereiche entscheiden. Micas-Mitarbeiterin Katja Hillenbrand weist darauf hin, dass es einige sensible Bereiche gibt, in denen Fotografieren nicht gestattet ist. Dazu gehört das sogenannte Wasserlabor, wo gerade die Installation für einen namhaften Kunden aufgebaut ist. Die Zeit für den Blick in Entwicklerräume bis Elektronikfertigung ist knapp bemessen, aber für einen ersten Eindruck ausreichend. Für die etwa zehn offenen Stellen werden hier vor allem Soft- und Hardwareentwickler gesucht. "Von der Größe der Firma bin ich sehr überrascht, das sieht man von außen gar nicht. Ich wusste auch nicht, dass dieses Unternehmen eine so umfangreiche Produktion hat", bekennt Marcel Vogel.

Im Bus unterhalten sich die Leute inzwischen angeregt. Es wird klar, dass heute nicht nur Oelsnitzer ihre Stadt erkunden. So sitzen auch Gäste aus Chemnitz, Limbach-Oberfrohna und Stollberg mit im Bus, der kurz vor 20 Uhr bei FSG Automotive GmbH ankommt. Hier wird noch gearbeitet, sodass die Geräuschkulisse in einigen Bereichen recht hoch ist. Doch dank der kleinen Gruppen ist das kein Problem. Arbeitsvorbereiter Ralf Herold erklärt: "Das Besondere bei uns ist die Fertigungstiefe. Unsere Prozesse reichen vom Rohmaterialeingang bis zum fertigen Teil." Für Marcel Vogel wäre die FSG beruflich durchaus eine Möglichkeit, denn gesucht werden hier vor allem Mechatroniker und Werkzeugmacher.

Als der Bus 20.45 Uhr wieder am Bergbaumuseum ankommt, gibt's noch rund eine Stunde lang Gespräche im historischen Speisesaal, zu denen auch Chefs und Mitarbeiter aus den beteiligten Firmen anwesend sind. "Es ist interessant, wie in den verschiedenen Unternehmen gearbeitet wird", so Marcel Vogel. "Drei Unternehmen sind für einen Tag genug", resümieren der Lugauer und seine Schwester Nadine. Am Nachbartisch sehen es Peter Paulus und Reiner Kretzschmann (beide aus Oelsnitz) genauso: "Bei mehr könnte man sich nicht mehr auf die jeweiligen Besonderheiten konzentrieren." Und Bürgermeister Bernd Birkigt kündigt schon mal an: "Es wird sicher eine Fortsetzung geben. Bei mir haben schon weitere drei Unternehmen ihr Interesse für eine künftige Teilnahme angemeldet."

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