Oelsnitz bewahrt Gattung der Schachttiere vorm Aussterben

Mit einer bronzenen "Bergmannskuh" soll der "Lindenhof" künstlerisch aufgewertet werden. Bis die Plastik fertig ist, wird es aber noch dauern. In die sanierten Häuser zieht indes schon kommende Woche Leben ein.

Oelsnitz.

Die "Schachtziege" - eine Skulptur an der Unteren Hauptstraße, die auf eine humorvolle Bergbautradition hinweist - bekommt tierische Gesellschaft: An der Kreuzung Robert-Schumann-/Franz-Schubert-Straße soll zukünftig eine "Bergmannskuh" stehen. Beide Plastiken verbinden nicht nur der Bergbau und das Material Bronze, sondern auch, dass bei ihrer Finanzierung Mittel aus der Stiftung "Lebendinge Stadt Oelsnitz" eingesetzt wurden beziehungsweise werden.

Dem Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung des Kreuzungsbereiches waren fünf Künstler mit sehr unterschiedliche Vorschlägen und Motiven gefolgt, erklärt Bürgermeister Bernd Birkigt. Die Wahl der Jury unter Vorsitz des Lugauer Künstlers Klaus Hirsch sei einstimmig auf die "Bergmannskuh" von Erik Neukirchner aus Chemnitz gefallen. Als Bergmannskuh wurde in einigen Bergbauregionen die Hausziege bezeichnet, weil sie die Bergleute und ihre Angehörigen oftmals mit Milch versorgte.

Bisher gibt es die Skulptur nur im Miniaturformat als Modell, das Original werde der Künstler wohl erst ab 2017 realisieren, sagt Birkigt. Das Ganze sei auch ein Stück von der Gesamtfinanzierung abhängig, da das Stiftungsvermögen im Moment wenig Zinserträge abwerfe und das Kunstwerk ohne Fördermittel realisiert wird. Für die Umsetzung waren 60.000 Euro an Kosten geplant.

Der tierische Anwohner lässt also noch ein Stück auf sich warten. Aber Leben zieht trotzdem bereits in der kommenden Woche in den "Lindenhof" ein: Wie Bernd Wartenberg vom Oelsnitzer Unternehmen Westsächsische Bauträger GmbH (WSB) anlässlich einer Begehung durch die Stadträte am Donnerstagnachmittag sagte, werden am Montag die ersten Wohnungen im Gebäude Franz-Schubert-Straße 6/8 bezogen. An den Häusern Robert-Schumann-Straße 13/15 indes steht noch das Gerüst. Insgesamt 1,95 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen für die Sanierung des "Lindenhofes", erklärt WGO-Geschäftsführer Jens Hojenski. Die Wohnanlage besteht aus insgesamt 21 Zwei-, Drei- und Vier-Raum-Wohnungen. Das Besondere: Zwölf der Wohnungen können über einen Fahrstuhl erreicht werden. Ein Novum im WGO-Bestand, und auch sonst in Oelsnitz nur selten, sagt er. Damit wird der "Lindenhof" dem Ansinnen gerecht, eine Mehrgenerationenanlage zu sein - großzügige größere Wohnungen, die aus zuvor zwei Wohneinheiten entstanden, gibt es ebenso wie kleinere barrierearme. Hojenski kündigte zugleich die Fortsetzung der Sanierung an: Auch das Gebäude Robert-Schumann-Straße 17/19 wird einer Verschönerungskur unterzogen. Die dort noch lebenden drei Mietparteien bleiben dem "Lindenhof" treu, sie ziehen in Wohnungen in den bereits sanierten Häusern. Dort sind nur zwei Wohnungen noch nicht vergeben.

Am 17. September wird die Fertigstellung des "Lindenhofes" gefeiert. Von 10 bis 16 Uhr wird nicht nur für Unterhaltung gesorgt, die Gäste können sich auch Wohnungen anschauen oder zu den benachbarten Baugrundstücken in der Lessingstraße informieren.

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