Rechte Übergriffe: Flüchtlinge sind Hauptbetroffene

Pöbeleien, Hitlergruß, tätliche Angriffe: Die Antifa hat einen Anstieg solcher Vorfälle im Erzgebirge registriert. Und ist damit nicht allein.

Stollberg.

Asylbewerber werden auf offener Straße in Jahnsdorf verprügelt. Ein Bus mit Flüchtlingen wird ebenfalls in Jahnsdorf vor dem dortigen Containerdorf von Asylkritikern angegriffen. Es gibt offenkundig falsche Anschuldigungen gegen Asylbewerber im Erzgebirgsbad Thalheim und an Gemeinschafsunterkünften werden Schweineköpfe platziert. Solche Vorkommnisse, bei denen allesamt die Polizei im Einsatz war, bleiben besonders in Erinnerung. Die Antifaschistische Aktion Erzgebirge (Antifa) stellt in ihrer Jahresstatistik einen generellen Anstieg der rechtsmotivierten Vorfälle fest. Allein 34 Angriffe sind dort ausgewiesen. Zum Vergleich: 2014 wurden 22 Angriffe in die Statistik aufgenommen. Insgesamt registrierte die Antifa 97 Vorfälle 2015, dazu zählen Beleidigungen (20), Bedrohungen (10), Sachbeschädigung (12 inkl. Graffiti) und Sonstiges, wie Hitlergrüße oder Flugblätter (21).

Das sagt die Antifa: "Die Dimension der Gewalt nimmt zu; gegen Ende des Jahres war es bedrohlich", sagt ein Sprecher, der anonym bleiben möchte, im Gespräch mit "Freie Presse". Die Antifa registriert, dass im Umfeld der Demos Strukturen aufgebaut würden, die organisierte Neonazis miteinbeziehe. Kritisch sieht sie zudem die Gründung von Gruppen, wie Stollberger Patrioten, Freie Kameradschaft Stollberg oder Heimattreue Niederdorf. "So etwas trifft nach unseren Erfahrungen in Stollberg, Aue und Schwarzenberg besonders auf Resonanz", sagt der Sprecher. In Annaberg-Buchholz etwa würden die Bürger ihre Ablehnung solcher Aktivitäten deutlicher zum Ausdruck bringen.

Das sagt das Operative Abwehrzentrum (OAZ): Die Jahresstatistik der Antifa im Erzgebirge beziehe sich teilweise auf ein Interview mit dem Leiter des OAZ und der darin bekannt gegebenen Statistik 2015, schreibt Kathleen Doetsch von der Polizeidirektion Leipzig, wo das OAZ angesiedelt ist. Es bearbeitet sachsenweit unter anderem Angriffe auf Amts-und Mandatsträger im Zusammenhang mit der Asylthematik sowie Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte. Doetsch führt eine Aussage von Innenmister Markus Ulbich an: "Insbesondere bei Angriffen auf Asylunterkünfte bzw. auf Amts- und Mandatsträger, die im vergangenen Jahr verstärkt zu verzeichnen waren, hat es sich bewährt, Kompetenzen zu bündeln." Das sagt die RAA-Opferberatung: "Die Hauptbetroffenen sind Flüchtlinge, zwei Drittel der Fälle sind rassistisch motiviert", sagt André Löscher von der Opferberatung der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie in Chemnitz (RAA). Die Antifa ist ein Kooperationspartner der RAA. "Die Fallzahlen im Erzgebirge nehmen stetig zu", weiß Löscher. Das Zahlenwerk, das auch mit Hilfe etwa des Bürgerhauses Aue oder der Helferkreise entsteht, wird seit 2008 erhoben. "Es ist auffällig, dass im Erzgebirge in solchen Fällen selten Anzeige erstattet wird", sagt Löscher. Zuletzt habe die Region aber aufgeholt.

Die Antifa-Statistik stützt sich auf kleine Anfragen im Landtag, Presseberichte und Meldungen betroffener Personen.


Kommentar: Trend istbedenklich

Die von der Antifa vorgelegten Zahlen machen nachdenklich. Rund 50 Prozent mehr Angriffe auf Personen im Erzgebirge als 2014 weist die Statistik aus. 34 an der Zahl. Es wäre fahrlässig, diesen Trend als linkes Hirngespinst abzutun. Denn die Statistik beruft sich auch auf amtliche Quellen und ist keine reine Sammlung von Erlebnisberichten. Gewalt ist eine inakzeptable Ausdrucksform und löst keine Probleme. Niemals und nirgends.

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8Kommentare
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  • 3
    0
    Niemand
    09.02.2016

    @ Ruebezahl: "zuviel un zewing is ä ding" ..... . Kurze Exkursion zur deutschen Satzbauweise: das Satzzeichen folgt immer ohne Leerzeichen auf den letzten Buchstaben des Wortes. Der neue Buchstabe erst nach einem Leerzeichen. Ist das so schwer?

    Genau diese offensichtlichen Anzeichen von mangelhafter Bildung sind die Basis jeglicher primitiver Verhaltensform.

    Ihren Beitrag verstehe ich nicht .... und das liegt nicht an den Satzzeichen.

  • 0
    3
    Ruebezahl
    09.02.2016

    Herr Niemand ! Ausrufezeichen Leerzeichen . Leerzeichen usw .
    Es sollte offensichtlich sein , es geht darum , Gewalt und Bedrohung ausschließlich an Asylbewerbern , an Ausländern und mal sehen wer noch auserkoren wird , festzumachen . Wer Das Hassthema , die Hetze seit langem verfolgt , kann das schwerlich leugnen .
    Es waere zu wuenschen das Thema , den Hass , Gewalt , Bedrohungen aller Art , nicht stets an Rassen ,Nationalitaeten ,Religionen oder anderen ethischen Merkmalen festzumachen , weil alle Geschichte das reichlich widerlegt . Wir haben kein Gewaltproblem der Rassen und Religion wegen .
    Wir haben groessere Probleme weil nicht nur Fehler gemacht wurden . Wenig glaubhaft , dass ein Deutschland im organisatorischen Bewaeltigen einer solchen Aufgabe von Griechenland lernen muss . Die machen sogar manches vor .
    Gewusst haben muss Deutschland auch , dass ihr Tun nicht weniger Fluechtlinge hervorbringt .
    Mehr Fluechtlinge ,Chaos , Unterbringung , soziale Konflikte und alle Lebensbedingungen befoerdern ohne Zweifel ein Mehr an Gewalt , Straftaten usw. , was aber schwerlich pauschal Asylbewerber zu alleinig Schuldigen macht .
    Seit 1990 haben wir im Lande rechte Gewalt , brennende Heime , Beifall spendende Passanten , heute besorgte Burger , als Asylbewerber das Thema noch gar nicht waren . Eine Gewaltspur ist soweit zurueckverfolgbar und wahrlich nicht von Pappe . Mindestens ebenso skandalierungsfaehig , wie gegenwaertige Übergriffe . Es geht auch nicht ums Auflisten . das wurde immer und von jedem in seinem Interesse zurechtgerechnet .
    Es geht darum die Gewalt nicht als Rassenproblem darzustellen , und genau das geschieht . Da muss niemand als Nazi bezeichnet werden und keiner muss empört den Nazivorwurf zurückweisen . Esist längst Lesart , es hat nur einen Nazi gegeben und der lebt nicht mehr , bis auf sein Werk , was allerdings sehr interessante Parallelen aufmacht .
    Wann hätten Regierende richtig gehandelt ? Wenn sie das Asylrecht ganz gestrichen haben , von dem was noch übrig ist .
    Darauf läuft es hinaus . Es ist jedenfalls daran zu zweifeln , dass der Hass schäumt und schäumt , angeheizt wird , nicht ohne klares Feindbild Asylant , Rasse , Religion usw. . Mit Menschenrecht hat das nichts zu tun , wie auch alle bisherigen Erklärungen .

  • 6
    1
    SimpleMan
    09.02.2016

    @Dropat Mal ganz ohne Polemik, hat sich die Freiepresse u. A. in diesem Artikel damit beschäftigt
    http://www.freiepresse.de/LOKALES/ZWICKAU/ZWICKAU/Auslaender-und-Straftaten-erste-Zahlen-fuer-2015-artikel9418553.php

  • 6
    0
    Niemand
    09.02.2016

    @Ruebezahl: nach einem Punkt oder sonstigem Satzzeichen wird ein Leerzeichen eingefügt .... .

    Zum Artikel:
    unbestritten gibt es in der ganzen Bundesrepublik gewaltbereite Zeitgenossen - gleich ob rechte oder linke Gewalt - und auch genügend Kriminelle. Vorgenannte sind also nicht speziell oder nur im Erzgebirge oder in Sachsen zu finden. Es ist Aufgabe der Gesellschaft, diesen Elementen die Stirn zu bieten, Grenzen aufzuzeigen und derartigen Verhaltensformen eine Absage zu erteilen. Der Staat ist für die Strafverfolgung und Umsetzung zuständig. Wie heißt es so schön? Wehret den Anfängen!

    Genau dort liegt allerdings der Hase im berühmten Pfeffer. Durch zahlreiche Umstände ist ein Gewaltpotential in unserer Gesellschaft vorhanden. Die Verhinderung und Bekämpfung würde u.a. Geld kosten ..... das ist natürlich nicht da .... weil ja unsere Politiker z.B. sehr hohe Ansprüche stellen und für das eigene Volk und eben solche Dinge, kein Geld ausgegeben wird.

    Plötzlich wundern wir uns!! "Wer Wind sät, wird Sturm ernten ..." habe ich mal als Kind gelernt .... .

    Auch wenn wir die Gewalt und das unheilvolle Potential nicht sehen wollten oder gesehen haben, war es doch da.

    Bei der Asyl Problematik ist alles, aber auch alles, was schief gehen konnte ... schief gegangen. Gewalttäter .... und Bürger wurden in einen Topf geworfen und gleichermaßen rechts eingeordnet. Das eigene Volk wird bestohlen und belogen.
    Die Folge? Unter Demonstrierende mischen sich Gewalttäter .... oder organisieren die Demos selbst.
    Gegenmaßnahme?
    Noch mehr Einwanderer ..... pauschal alles was kritisch fragt und demonstriert, als Nazis bezeichnen .... Berichterstattung frisieren und zensieren ...... und Zeitungsartikel, wie dieser!

    Ich habe auch meine Probleme mit den "Patrioten" .... aber durch Beschimpfung und Provokation werden wir nichts verbessern.

    Wichtig wäre die Organisation der kritischen Bürger und Druck auf die Regierung - ohne Alt Deutsche Schrift und Naziparolen - und die Isolation von der rechten Szene!

    Was mir an dem heutigen Artikel den Blutdruck hochgejagt hat, ist folgendes:
    mich hat schon unmittelbar nach dem Ereignis, die unversehrte Hose des Asylanten beeindruckt .... währen es gelungen sein sollte, durch diese ... das Bein zu verletzen .... . Unstrittig waren Angreifer der Asylanten vor Ort in Jahnsdorf - nur habe ich bis heute keinerlei Bericht oder Artikel gelesen, aus welchem Lager (Rechte oder Linke ....) diese Angreifer stammten. Sicher hat doch die Polizei ermittelt ..... und vielleicht sogar ein Ergebnis??????? FP berichtet mal darüber .... !

    Zum Thalheimer Bad Einsatz ist die Darstellung ebenfalls der eigenen Berichterstattung gegensätzlich - zumindest nicht 100% gleichlautend. Es gab doch, lt. Berichterstattung eine Auseinandersetzung zwischen Bewohnern des Bades ..... und auch eine, zumindest angezeigte Sachbeschädigung. Bis heute ist auch darüber nichts mehr anders dargestellt worden - außer, dass die Sachbeschädigung erst vehement bestritten wurde .... dann aber eingeräumt. Ob diese allerdings von den Asylanten verübt wurde ... ist bis heute (nach meiner Kenntnis) nicht öffentlich publiziert.

    Zur Anonymität des Informanten der Antifa: ich erinnere mich, diesen Namen "Antifa" schon im Zusammenhang mit den Verwüstungen in Leipzig und zahlreichen Provokationen - auch vermeintlich rechter Demonstranten ... gehört zu haben ...... .

  • 8
    0
    Dorpat
    09.02.2016

    Gewalt gegen Personen und Sachen ist in jedem Fall abzulehnen. Das steht außer Frage.
    Ich gehe aber mal davon aus, damit die Freie Presse nicht den Anschein erweckt einseitig zu berichten, werden wir in den nächsten Tagen eine Statistik von Gewalt gegen Menschen die keinen Migrationshintergrund haben, bekommen. Dies sollte dann augeschlüsselt sein, ob es eventuell Gewalt gegen Deutsche mit rassistischen Hintergrund war.
    Außerdem die Gewalttaten unter Asylbewerbern im Erzgebirge und die politisch motivierten Straftaten aus dem Bereich der Antifa gegen Andersdenkende. Und möglichst nicht wieder Anonym.
    Anonyme Leserbriefe veröffentlicht die FP ja auch grundsätzlich nicht!
    Aber die Vertreter der Antifa scheuen anscheinend das Licht.

  • 3
    7
    Ruebezahl
    09.02.2016

    Seit Köln ertönt der Ruf der Wahrheitsapostel und Kämpfer für Frauenrechte.Wie einst die Rufer für Menschenrechte meinen sie auch heute nur ihre Wahrheiten.Die heißt-es gibt nur Ausländer und Asylanten,die Straftaten begehen und alle üblichen Untaten werden nur von denen ausgeübt. Dramatisch anwachsende Straftaten gegen Menschen und Ausländer sind freilich alle gelogen.
    Übrigens spielen sie in Wahrheitsmedien sowieso keine bedeutende Rolle,bestenfalls statistisch.Gewalt,Mord,Sexismus u.a. von Ausländern har jede Woche Tribüne in ausgiebigen Talk-Shows.Lohnt sich für jeden Patrioten endlich da reinzuschauen.Wegen der Motivation.Vielleicht mal über Bürgerwehr nachdenken,die doch bestimmt klares Feindbild hat.Menschenbild war mal 89 im Herbst-wißt ihr noch?

  • 4
    16
    gelöschter Nutzer
    09.02.2016

    Das rechte Erzgebirge zeigt sein wahres Gesicht.

  • 13
    1
    Erhard34
    09.02.2016

    Und wieder einmal keine eigene Recherche seitens der FP. Abgeschrieben von Vereinen, für die es Übergriffe geben muß, damit sie weiter staatliche Gelder erhalten.



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