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Thomas Nittel heute vor seinem Wochenendhäuschen. Alle zwei Wochen sind er und seine Frau im Sommer hier.

Foto: Georg Ulrich DostmannBild 1 / 3

Von der Liebe zu Kemtau und einer Familienzusammenführung

Thomas Nittel wohnt eigentlich in Halle. Doch der kleine Ort im Erzgebirge ist quasi sein zweites Zuhause. Damit beschäftigt er sich intensiv - und versetzt mitunter sogar Hiesige ins Staunen.

Von Kathrin Neumann
erschienen am 22.07.2017

Kemtau/Halle. Den Weg nach Kemtau könnte ihr Auto wohl inzwischen allein zurücklegen. Alle zwei Wochen im Sommer und etwa einmal pro Monat im Winter machen sich Thomas Nittel und seine Frau Dorothee von Halle/Saale auf den Weg ins Erzgebirge. Zu ihrem zweiten Zuhause, wie sie es nennen. Seit 55 Jahren kommt der 62-Jährige regelmäßig hierher. Zunächst nach Burkhardtsdorf zum Bekannten des Großvaters, später nach Kemtau, wo sich Nittels Familie 1962 am Waldweg aus Begeisterung für die Region ein kleines Wochenendhäuschen baute. Sogar Weihnachtsfeste haben sie hier verbracht, die großen Urlaube, als man mit den kleinen Kindern noch nicht so weg konnte. "Und immer wenn die Töchter einen neuen Freund hatten, wurde dem erst einmal unser Häuschen im Erzgebirge gezeigt", erzählt Nittel und lacht. Das gehörte zum Standardprogramm. Heute steht in dem kleinen Schlafzimmer bereits ein Babybettchen, weil die Tochter nächste Woche mit dem Enkelkind anreist.

Burkhartsdorf und Kemtau sind Thomas Nittel ans Herz gewachsen. "Als Kind war das fantastisch, ein Riesenabenteuer. So entsteht Verbundenheit." Baumhaus bauen im Wald mit dem Nachbarsjungen, Zelten unter Bäumen, beim Sonnenaufgang in die Pilze, im Winter die Versuche, Ski zu fahren. Was für ein Kontrast zu der Region, in der Nittel aufgewachsen ist: Gröbers zwischen Halle und Leipzig. "Da ist es flach, die Autobahn und der Flughafen sind nicht weit."

Auch wenn das Interesse als Jugendlicher etwas nachließ - seit Thomas Nittel selbst eine Familie gründete, ist Kemtau quasi Zweitwohnsitz. "Außer ein paar Vögeln ist hier absolute Stille." Längst fühlt sich die Familie hier heimisch, kennt einige Leute, geht viel in der Umgebung wandern. "Wie ein Stück Heimat." Dass er den Leuten hier aber noch etwas was über Kemtau erzählen kann, das hätte Thomas Nittel anfangs wohl nicht gedacht. Vor dreieinhalb Jahren, als seine Altersteilzeit begann, setzte sich der Systemprogrammierer an den Computer und gestaltete eine Internetseite über Kemtau. "Eigentlich war es als digitale Mappe gedacht für unsere Töchter und deren Freunde, wenn die mal herkamen - wie die, die immer im Hotel ausliegen mit Ausflugstipps und Gaststätten in der Region", erinnert sich Thomas Nittel, der auch erst lernen musste, dass Brötchen hier Brodeln heißen und Weißbrot in Kemtau Brodelbrot genannt wird. Inzwischen umfasst die Internetseite auch Persönliches über ihn, etliche Fotos aus der Natur rund um Kemtau und historische Abhandlungen, was hier einst so los war. Die Ortschronisten und andere, die sich in Kemtau auskennen, wurden darauf aufmerksam. Gemeinsam gelang es zum Beispiel herauszufinden, wo denn nun wirklich einst die Turnerschanze stand. "Nicht auf dem Geyersberg, sondern mitten im Ort Richtung Gasthof", weiß Nittel heute zu berichten. Selbst die Ortschronisten seien sich da zunächst nicht sicher gewesen.

Durch die Webseite hat Thomas Nittel sogar schon Familien zusammen geführt. Weil die Gastgeber in Burkhardtsdorf in den 1960er Jahren im Dachgeschoss eines Garagengebäudes der ehemaligen Strumpffabrik Max Pfau wohnten, beschäftigte sich der Wahl-Kemtauer auch mit diesem Teil der Geschichte und stellte seine Ergebnisse auf die Internetseite. Eines Tages meldete sich eine Enkelin vom Max Pfau bei Thomas Nittel. Sie hatte auf seiner Seite etwas über ihre Familie gelesen und fragte nach Kontakt zu anderen Familienmitgliedern, die in der ganzen Welt verstreut sind. "Unabhängig davon meldete sich kurz darauf ein Bruder dieser Frau bei mir, mit dem gleichen Ansinnen", berichtet Nittel. Die Geschwister hatten sich aus den Augen verloren und stehen nun wieder in Kontakt - dank eines Mannes aus Halle, der eine Internetseite über Kemtau gestaltet hat.

www.kemtau.jimdo.com

 
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