Zwölfjähriger ist jüngster Helfer im Tierheim Waldfrieden

Seit Anfang des Jahres packt Elias Wittig regelmäßig bei Arbeitseinsätzen mit an. Denn als junger Mensch zu arbeiten, das geht durchaus. Doch es gibt einiges zu beachten.

Stollberg.

Wenn Elias Wittig ins Tierheim kommt, dann will er richtig arbeiten. Er streicht Zäune, beseitigt Brennnesseln oder schreddert den Holzschnitt. "Wenn er nach solchen Einsätzen nach Hause kommt, ist er völlig kaputt aber glücklich", beschreibt sein Vater Heiko Richter die anstrengenden Einsätze. Tierheimmitarbeiterin Darja Jattke freut sich: "Elias ist bisher unser jüngster Helfer, er ist unglaublich arbeitsam."

Für Darja Jattke sind solche Helfer ein Glücksfall. Zwar packen bei Arbeitseinsätzen regelmäßig bis zu 30 ehrenamtliche Helfer mit an, aber es gibt auf dem Gelände immer viel zu tun. Der Einsatz von Jugendlichen ab einem Alter von etwa zwölf Jahren ist da kein Problem. Jattke: "Schon in der Vergangenheit haben manchmal Jugendliche hier geholfen, aber Elias ist bisher der Jüngste. Unsere Ältesten sind fast 70 Jahre alt."

Einfach kommen und mit anpacken, das geht bei Kindern und Jugendlichen allerdings nicht. Katja Mehlhorn, die stellvertretende Vorsitzende des Kreisjugendrings, betont: "Wichtig ist, dass die Erziehungsberechtigten schriftlich zustimmen. Es sollte immer eine Aufsichtsperson da sein, und es müssen Sonderregelungen beachtet werden. So dürfen Kinder und Jugendliche nicht nach 20 Uhr arbeiten." Unter diesen Prämissen allerdings ist die Mitarbeit innerhalb von Vereinsstrukturen durchaus üblich. Beim Kreisjugendring werden Jugendliche vor allem projektbezogen aktiv. Feuerwehren setzen ihre größeren Jugendlichen gern zur Betreuung der ganz kleinen Floriansjünger ein. "Das Tierheim ist aber durchaus ein Sonderfall. Die von Tieren ausgehenden Gefahren zum Beispiel beim Gassi gehen sollte man nicht unterschätzen. Sinnvoll ist da eine Arbeitsschutzbelehrung im Vorfeld", empfiehlt Katja Mehlhorn.

Dass der Zwölfjährige sich der Herausforderung eines solchen Ehrenamtes stellt, ist erstaunlich genug. Denn Elias Wittig trägt bereits zu Hause eine für sein Alter ungewöhnlich hohe Verantwortung: Sein vierjähriger Bruder Ewen ist schwerstbehindert. Doch Mutter Stefanie Wittig findet das Engagement ihres großen Sohnes gerade deshalb gut: "Elias musste nach der Geburt seines Bruders sehr schnell erwachsen werden. Trotzdem muss er auch seine eigenen Sachen machen können. Das Soziale ist genau sein Ding. Das macht ihm Freude."

Seit Anfang des Jahres hilft Elias regelmäßig bei Arbeitseinsätzen im Tierheim, doch das ist weder sein erstes, noch sein einziges Engagement für Schwächere. Schon vorher hat er regelmäßig seine Sparbüchse geleert, um Hundefutter oder Tierdecken fürs Tierheim zu kaufen. Außerdem organisiert er Transporte mit Hilfsgütern für bulgarische Tierheime. "Ich bin da ganz stolz auf Elias. Er hilft ja auch zu Hause viel, putzt Fenster, mäht den Rasen oder passt auf Ewen auf, wenn ich im Haushalt zu tun habe. Einem Freund von uns hilft er sogar manchmal noch beim Ausmisten auf dem Bauernhof", berichtet Stefanie Wittig.

Elias selbst lächelt bei so viel Lob nur still in sich hinein und tut, als sei das alles weiter gar nichts. "Wenn ich die Zeit dafür habe, will ich einfach nur gern helfen. Ich bin auch einmal beim Benefizlauf des Elternvereins krebskranker Kinder Chemnitz mitgerannt." Die Zeit dafür zwackt er oft auch von seinem Hobby ab: dem Fußballspielen. Zum Tierheimfest am Wochenende im Waldfrieden ist Elias natürlich auch mit von der Partie. Die Mitarbeiter im Tierheim wissen, was sie an ihm haben. Sie wollen die Familie ihres jüngsten Helfers mit einer Spendenaktion für Ewen unterstützen.

Das Tierheimfest findet heute und morgen von 10 bis 18 Uhr im Stollberger Tierheim Waldfrieden statt. Geboten werden unter anderem Streichelzoo, Wildtierstation, Tierphysiotherapie und Tierheilpraxis. Fürs leibliche Wohl ist gesorgt.

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