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Lysann Müller (rechts), hier im vorbereitenden Gespräch mit einer Patientin, ist eine von vier medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen, die derzeit von 7 bis 19 Uhr im Mammobil vor dem Alten Rathaus in Zschopau im Einsatz sind.

Foto: Matthias Degen

2700 Frauen der Region können Brustkrebsfrüherkennung nutzen

Einladung zum Vorsorgeprogramm überarbeitet - Informationen zur Erkrankung lösen möglicherweise Ängste aus

erschienen am 07.12.2017

Seit zehn Jahren tourt das Mammobil, der Röntgen-Truck zur Brustkrebsfrüherkennung, durch das Erzgebirge sowie inzwischen auch rund um Chemnitz und durch Mittelsachsen. Derzeit macht es zum sechsten Mal in Zschopau Station. Nächster Anfahrtspunkt ist ab Januar Freiberg, im August kommenden Jahres ist der Truck in Marienberg vor Ort. Was muss ich wissen, wenn ich eine Einladung erhalte? "Freie Presse" hat sich dazu bei dem Chemnitzer Radiologen Dr. Klaus Hamm erkundigt, dem im Screening-Zentrum die Organisation obliegt.

Was ist das Mammobil?

Das Screeningzentrum Chemnitz-Mittelsachsen-Erzgebirge ist eines von fünf in Sachsen. Alle zwei Jahre ermöglicht es Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren an 36 Standorten eine Röntgenuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung. Diese werden anhand der Einwohnermelderegister eingeladen - unabhängig davon, wie sie krankenversichert sind. Für die derzeitige Untersuchung in Zschopau sind rund 2700 Frauen aus Zschopau, Gornau, Hohndorf, Waldkirchen, Börnichen, Amtsberg und Teilen von Venusberg angeschrieben worden, davon mehr als 250 erstmals. Bei gesetzlich Versicherten übernehmen die Kassen die rund 60 Euro teure Untersuchung.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Eine Röntgenassistentin erstellt von jeder Brust zwei Aufnahmen. Diese werden von zwei spezialisierten Ärzten in Chemnitz unabhängig voneinander ausgewertet. Werden Auffälligkeiten festgestellt, wird ein weiterer Arzt zur Begutachtung hinzu gezogen. Die Frauen erhalten das Untersuchungsergebnis innerhalb von sieben Werktagen schriftlich.

Was sagen die Untersuchungsergebnisse aus?

Seit 2007 haben im Raum Zschopau reichlich 9500 Frauen diese Form der Vorsorge wahrgenommen. Das entspricht einer Teilnehmerquote von 68 Prozent. Bei 51 Frauen wurde Brustkrebs diagnostiziert - bei 46 davon ein behandlungsbedürftiges Karzinom mit streuenden Zellen, bei fünf eine Vorstufe. Bei 26 der 46 invasiven Fälle war der Befund kleiner als 15 Millimeter und damit definitiv nicht tastbar.

Wie wird das Angebot der Früherkennung innerhalb des Screening-Programms angenommen?

Unterschiedlich. Bundesweit steigt die Akzeptanz, liegt mittlerweile bei reichlich 50 Prozent. Obwohl sie in Sachsen leicht rückläufig ist, nehmen die Frauen des Freistaats das Angebot noch immer am häufigsten an. Zudem gibt es regionale Unterschiede. Während Frauen im städtischen Bereich offenbar die ab dem 30. Lebensjahr angebotene Tastuntersuchung beim Gynäkologen häufiger nutzen, die bei Auffälligkeiten eine Mammografie nach sich ziehen, wird das Screening im ländlichen Raum vermutlich aufgrund der komplizierteren ärztlichen Versorgung stärker in Anspruch genommen. Interessanterweise nutzt nur etwa die Hälfte der Frauen die erste Einladung, ab 52 Jahren sind es erheblich mehr. Möglicherweise liegt das auch an den inzwischen überarbeiteten Einladungen, die sowohl Vor- als auch Nachteile der Untersuchung aufzeigen. "Eine gute Regelung, denn sie ermöglicht den Frauen eine informierte Entscheidung", wertet Dr. Klaus Hamm.

Worin liegen die Vor- und Nachteile?

Die Vorteile: im Krankheitsfall frühzeitige, bessere und schonendere Behandlungsmöglichkeiten mit geringeren Einschränkungen der Lebensqualität, beispielsweise brusterhaltende Behandlung bei geringeren Befunden sowie wesentlich günstigere Prognosen. Die Nachteile: Bei einem Teil der in zehn bis 15 Prozent festgestellten Frühformen kann nicht vorhergesagt werden, ob aus dem Vorstadium letztlich auch tatsächlich eine Erkrankung resultiert. Die Früherkennung kann also zu unnötigen Ängsten und einer Überbehandlung führen. Ohne diese Diagnose müssten sich die Betroffenen nicht mit der Krankheit und ihren Folgen beschäftigen.

Wie wirkt sich die hohe Akzeptanz des Screenings aus?

Der 2016 erschienene Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland des Robert-Koch-Instituts verzeichnet in den vergangenen Jahren eine Abnahme der erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostizierten Neuerkrankungen. Das wird als Hinweis auf den Erfolg des Mammographie-Screenig-Programms gewertet. In Sachsen ist dieser Effekt aufgrund der hohen Akzeptanz in der Altersgruppe der 50- bis 60-jährigen Frauen sehr deutlich erkennbar.

Was ist, wenn ich den Termin nicht wahrnehmen kann?

Dann kann unter der Rufnummer 0371 91850 999 ein neuer vereinbart werden. Das Screening-Zentrum ist bemüht, die Termine für Berufstätige optimaler zu vergeben und zu verbessern. Ab erstem Quartal kommenden Jahres soll dazu ein Online-Portal freigeschalten werden. Mit der Einladung geht den Frauen dann ein Code zu, mit dem sie sich auf der Web-Seite einloggen und freie Termine einsehen können. (mb)

 
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