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Dieses Wirtschaftsgebäude soll in das Projekt eingebunden werden. Unter anderem sollen sich hier die Umkleidekabinen befinden.

Foto: Andreas BauerBild 1 / 3

Alle Vereine sollen von neuer Halle profitieren

Aufgrund hoher Kosten wurde der erste Entwurf für die Drebacher Sport- und Mehrzweckhalle noch einmal überarbeitet. Im zweiten Anlauf soll das Projekt nun ins Rollen gebracht werden.

Von Andreas Bauer
erschienen am 12.06.2018

Drebach. Was lange währt, wird gut. Auf diese Weisheit setzt auch der Drebacher Gemeinderat, der bei seiner Sitzung heute Abend einen Beschluss zum Neubau einer örtlichen Sport- und Mehrzweckhalle fassen will. Es wäre das Ende eines langwierigen Prozesses, der sich schon fast ein Jahr hinzieht.

Der erste Entwurf, der eigentlich im September 2017 auf den Weg gebracht werden sollte, erwies sich mit Gesamtkosten von rund vier Millionen Euro als zu teuer. In einer überarbeiteten Fassung soll nun das Wirtschaftsgebäude der Drebacher Grundschule mit einbezogen werden. Das spart Geld. Trotzdem dürfte es schwierig werden, den Bedürfnissen aller Vereine gerecht zu werden, da es sich um keine "echte" Mehrzweckhalle mehr handelt, die enorme Sicherheitsauflagen mit sich bringen würde. Stattdessen soll das Objekt nur bei vereinzelten Anlässen, die von der freiwilligen Feuerwehr abgesichert werden können, für anderweitige Veranstaltungen genutzt werden. "Aber wir werden versuchen, die Quadratur des Kreises hinzubekommen", verspricht Bürgermeister Jens Haustein.

Um sein Vorhaben umzusetzen, hatte das Gemeindeoberhaupt alle Vereine zu einem Treffen eingeladen. Obwohl sich Haustein auch Vertreter aus anderen Ortsteilen gewünscht hätte, brachten bei dieser Versammlung fast ausschließlich Drebacher Vereinsvertreter ihre Vorstellungen zum Ausdruck. Dabei äußerten alle Anwesenden Verständnis für das finanziell bedingte Scheitern des ersten Entwurfs - so wie Sven Drechsler. "Da bleibt der Gemeinde keine andere Wahl", sagte das Vorstandsmitglied des "Turnbacher Drehvereins". Er und die anderen Karnevalisten setzen große Hoffnung in die neue Variante, da "mit dem Nebengebäude zusätzlicher Platz geschaffen wird". Im Wirtschaftsgebäude, dessen Räume einst als Speisesaal, Küche, Werkraum und als Computerraum für die Schule dienten, sollen sich künftig die Umkleidekabinen sowie der Sanitärbereich befinden. Außerdem könnten Vereine dort Räume nutzen, um ihr für die Veranstaltungen benötigtes Material unterzubringen.

Als wichtig empfanden fast alle Vereinsvertreter das Vorhandensein einer Küche, um Gästen bei Veranstaltungen Verpflegung anbieten zu können. "Ohne Gastronomie geht es nicht. Für einen Veranstalter ist es auch wichtig, dass es sich finanziell lohnt", sagte beispielsweise Erich Günther vom Drebacher Kaninchenzuchtverein. Er und seine Mitstreiter führen unter anderem ihre Erzgebirgsrammlerschauen bislang in der Ausstellungshalle durch. "Aber die hat keine Zukunft", meint auch Johannes Sack. Der Vorsitzende des Drebacher Geflügelzüchtervereins würde sich daher über eine neue Halle freuen, die eine kulturelle Nutzung zulässt: "Als Züchter sind wir auf Zuchtschauen angewiesen. Das ist wichtig, sonst geht das Vereinsleben den Bach runter." Ebenso könnten sich die Heidelbachtal-Musikanten Auftritte in dem geplanten Objekt gut vorstellten. Vorausgesetzt, es bietet Platz für ein großes Publikum. Genügend Stühle oder eine ausziehbare Tribüne, die auch bei Spielen beziehungsweise Turnieren der Fußballer oder Volleyballer genutzt werden könnte, seien also unverzichtbar.

Damit neben der sportlichen auch eine kulturelle Nutzung möglich ist, hat die Größe der Halle für Jens Haustein Priorität. Um möglichst vielen Vereinen gerecht zu werden, wäre eine 24 mal 30 Meter große Eineinhalbfelderhalle sicherlich die beste Variante. Eine Einfeldhalle bietet weniger Platz, würde allerdings auch die Kosten senken. "Noch ist der Gemeinderat in der Entscheidungsfindung", sagt der Bürgermeister.

Heute Abend, wenn sicherlich noch einmal alle Argumente abgewägt werden, fallen die Würfel. Baukosten gelte es dabei ebenso zu beachten wie Folgekosten und die zu erwartende Ausnutzung. Fest steht jedoch, dass die Gesamtkosten drei Millionen Euro nicht überschreiten sollen. "Da haben wir uns jetzt festgebissen", sagt der Bürgermeister, der gern in Kürze den Förderantrag bei der Sächsischen Aufbaubank einreichen würde.

Der Drebacher Gemeinderat trifft sich heute zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung. Die Zusammenkunft beginnt 19 Uhr im Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung im Ortsteil Scharfenstein. Neben der Ausbauvariante für die Sporthalle beschäftigen sich die Räte mit der Schließung des Drebacher Bürgerbüros. Zudem ist eine Fragestunde geplant.

 
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