Bis Juli haben Bauarbeiter an der Wilischthalbrücke zu tun

Seit Herbst ist das Bauwerk zwar wieder befahrbar, doch die Sanierung damit längst nicht beendet. Jetzt soll das Mauerwerk samt Bögen an die Reihe kommen.

Wilischthal.

Zwei Jahre nach dem Beginn der Sanierung der Wilischthalbrücke ist kein Ende in Sicht. Obwohl das Bauwerk im vergangenen Jahr einen neuen Brückenaufbau erhielt und seit Herbst wieder befahrbar ist, gibt es für die Crottendorfer Baufirma noch viel zu tun. Die Bogenunterseiten und das gesamte Mauerwerk sind zu sanieren sowie das Geländer zu erneuern. Bis Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sagt Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) auf Nachfrage.

Zurzeit wird das Bauwerk eingerüstet. Bis zum Abschluss der Arbeiten müssen Kraftfahrer erneut zeitweise mit einer halbseitigen Sperrung rechnen. Nämlich dann, wenn die Betonelemente am Brückenrand demontiert und die Geländer installiert werden, wie die Lasuv-Sprecherin erklärt.

Die Gesamtkosten für die Brückenerneuerung belaufen sich aus heutiger Sicht auf 1,5 Millionen Euro. Erste Schätzungen gingen von 1,3 Millionen Euro aus. Unstimmigkeiten zwischen Lasuv und Auftragnehmer hatten im vergangenen Jahr zu einem fast viermonatigen Bauverzug und Ärger in der Bevölkerung geführt. Ursprünglich sollte die Brücke Ende Juni 2017 wieder befahrbar sein. Auch ein Höhenunterschied zwischen Brückenaufbau und Straßenniveau von schätzungsweise einem Meter war in Fachkreisen auf Kritik gestoßen. Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr bezeichnete den Baufortschritt auf eine Anfrage des Zschopauer Oberbürgermeisters Arne Sigmund als "nicht zufriedenstellend". Zwischenzeitlich hatte die Landesbehörde zugesichert, das Bauwerk wenigstens zur Enduro-WM am 20. Oktober freizugeben.

Die 117 Jahre alte Steinbogenbrücke wird seit April 2016 grundlegend saniert. Das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk samt Fußwege wurde von bisher 6,70 auf 8,20 Meter verbreitert. Das sanierte Brückengewölbe und die typische Brüstungsmauer mit dem himmelblauen Geländer sollen den ursprünglichen Charakter der Brücke bewahren. (mit hfn)


Verkehrseinschränkungen seit 13 Jahren

September 2005: Die Wilischthalbrücke ist nur einspurig befahrbar. An den Rändern des Bauwerkes werden Betonwände aufgestellt, weil das Geländer als nicht mehr verkehrssicher gilt. Fachleute haben nach einer Brückenprüfung zudem festgestellt, dass die 1901 erbaute Steinbogenbrücke dringend saniert werden muss. Einen Termin kann das Straßenbauamt Chemnitz noch nicht nennen.

September 2015: Zehn Jahre später teilt die sich inzwischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) nennende Behörde mit, dass für den Umbau Ausschreibungsunterlagen vorbereitet werden. 2016 soll mit den Arbeiten begonnen werden. Anlieger fühlen sich genervt und beklagen Wartezeiten von fünf Minuten an der Ampelanlage.

April 2016: Die Vorbereitungen für den Brückenbau haben begonnen.

Aus Betonelementen wird eine 16 Meter breite Furt durch die Zschopau gelegt. Sie dient als Baustraße und ermöglicht die Einrüstung des Bauwerks. Ein 35 Meter hoher Baukran mit einem 60 Meter langen Ausleger wird montiert. Die Brücke bleibt für den Durchgangsverkehr gesperrt.

März 2017: Nach der Winterpause werden die Arbeiten wieder aufgenommen. In Abhängigkeit von der Witterung ist im Sommer mit einer vollständigen Verkehrsfreigabe zu rechnen. Alle Arbeiten sollen bis Herbst abgeschlossen werden, teilt das Lasuv mit. (mik/hfn)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...