Das Geheimnis des perfekten Mordes wird nicht gelüftet

Claudia Puhlfürst hat Schülern am Zschopauer Gymnasium Einblicke in die Entstehung ihrer Psychothriller gegeben. Die Autorin verriet auch manche Kunstgriffe.

Zschopau.

Neunt- und Zehntklässler vom Zschopauer Gymnasium haben am Dienstag eine Deutschstunde der etwas anderen Art erlebt. Sie bekamen Besuch von einem besonderen Gast. Claudia Puhlfürst gestaltete in der Aula der Bildungseinrichtung 90 Minuten, die so nicht im Lehrplan stehen.

Die Autorin - bekannt für ihre Psychothriller - wurde einmal von einer Frauenzeitschrift für ein Buch so gelobt: "Dieser Psychothriller lässt uns lange im Dunkeln tappen und knistert in manchen Momenten so laut und stark wie ,Das Schweigen der Lämmer'." Die bekennende Schreibtischtäterin aus Zwickau ließ die Gymnasiasten teilhaben an der Entstehung ihrer Werke, an der Quellensuche und verriet so manchen Kunstgriff.

"Ich arbeite viel mit sogenannten Cliffhangern, das heißt, dass ich eine spannende Szene nicht gleich im folgenden Kapitel auflöse und damit die Spannung beim Leser aufrechterhalte", erklärt die 55-Jährige, die erst einen "richtigen" Beruf erlernte und ausübte. Claudia Puhlfürst ist Diplomlehrerin für Biologie und Chemie, war Köchin und Barfrau, Lehrerin an verschiedenen Mittelschulen und Gymnasien Zwickaus, Dozentin, Redakteurin und Schulberaterin beim Dudenverlag, Herausgeberin, Autorin und Mitautorin zahlreicher Lehrbücher.

"Aber nur so lange, bis ich entschieden habe, das Schreiben zu meinem Beruf zu machen. Und so nebenbei komme ich außerdem auf etwa 100 Lesungen pro Jahr", ergänzt Claudia Puhlfürst. Für einige Schüler mag es beruhigend geklungen haben, dass auch eine Vielschreiberin wie die Zwickauer Autorin sich manchmal überwinden muss. "Dann zähle ich die Seiten und weiß nach der 200., dass ich noch weitere 200 schreiben muss. Dann schreibe ich oft bis in die Nacht hinein, denn morgens geht gar nichts."

Und ja, Claudia Puhlfürst kennt das perfekte Verbrechen. "Ich weiß, wie ich es machen würde, werde es aber niemals verraten", enttäuschte die Thrillerautorin die vielen Zuhörer, die gebannt an ihren Lippen hingen. Gefragt, ob sie auch andere Genres bedienen würde, antwortete sie nur kurz und knapp: "Ich kann nur Krimis, denn ich bin kriminell."


Miträtseln und mitfiebern

Lea Richter, 16 Jahre, aus Großolbersdorf: "Ich komme eigentlich nicht so richtig zum Lesen, ich spiele Badminton und Schule habe ich ja auch." Aber wenn die Zehntklässlerin liest, dann richtig viel. "Das ist dann im Urlaub. Ich liebe es am Strand zu liegen und E-Books zu lesen. So habe ich auch alle Harry-Potter-Romane gelesen. Es wäre ja viel zu schwer, die als Bücher mit in den Urlaub zu nehmen", sagt die Großolbersdorferin, die auch Krimis mag. "Aber wenn, dann sollten diese richtig spannend sein. Ich will miträtseln und mitfiebern und nicht schon nach den ersten paar Seiten wissen, wie der Fall ausgeht."


Papiergeruch erwünscht

Dora Nestler, 15 Jahre, aus Hohndorf: "Die Lesung war richtig gut und hat mir sehr gefallen. Ich kann mir gut vorstellen, auch solche Bücher zu lesen, beispielsweise den Jugend- thriller, der auszugsweise vorgelesen wurde". Die Neuntklässlerin liest noch auf die "altmodische Weise": "Ich mag ein Buch in der Hand halten, muss das Papier riechen und möchte die Seiten umblättern." Dora Nestler mag Abenteuerliteratur, aber nicht so altmodische Sachen wie die Bücher Jules Vernes. "Die Sturmland-Reihe finde ich richtig gut. Ich suche mir auch Bücher in der Schulbibliothek, oft gehe ich nach dem Titel und dem Klappentext."


Spannende Gerichtsmedizin

Marit Löwe, 16 Jahre, aus Krumhermersdorf: "Fantasyromane mag ich überhaupt nicht, dafür finde ich Bücher über Gerichtsmedizin unheimlich spannend. Und ich lese E-Books. Das ist wahnsinnig praktisch. Man braucht keine Lampe, man hat ein Display und dann ist es auch wasserfest." Die Lesung fand die Zehntklässlerin "ganz in Ordnung. Besonders interessant war es, als Claudia Puhlfürst von den authentischen Fällen erzählt hat." Marit Löwe hat eine praktische Art, auf ein nicht so tolles Buch zu reagieren: "Ich nehme, was mich anspricht. Wenn das Buch nicht so toll war, kommt halt das nächste dran."

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