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Mit fünf Reliefschnitzereien bereichert Gernot Günther die Osterschau im Gelenauer Depot Pohl-Ströher. Die großformatigen Arbeiten beschreiben den Leidensweg Christi bis zu dessen Auferstehung.

Foto: Matthias DegenBild 1 / 4

Einzigartige Reliefschnitzereien erzählen die Ostergeschichte

Das Thema beschäftigt Gernot Günther bereits seit Jahren. Die Umsetzung präsentiert der Kunstschnitzer in der Gelenauer Osterschau.

Von Matthias Degen
erschienen am 31.03.2018

Gelenau. Vornehmlich ernsten Themen widmet sich Gernot Günther, wenn er zu Schnitzmesser oder Hohleisen greift. Seit 2014 bereichern seine hölzernen Leihgaben als Krippenensemble oder großfigürliche Szenen die Weihnachtsausstellungen im Gelenauer Depot Pohl-Ströher und zeichnen sich durch den Einsatz verschiedener Holz- arten aus. Immer sind es biblische Motive, mit denen der praktizierende Christ an die Ursprünge kirchlicher Feiertage erinnert, die im Lärm unserer Zeit in Vergessenheit zu geraten drohen. Zur diesjährigen Osterschau erzählen einzigartige Reliefschnitzereien die Ostergeschichte aus schlichtem Lindenholz geformt.

Die zwölfteilige Bilderreihe wird das Leben Jesu vom Einzug in Jerusalem am Palmsonntag über Verrat und Kreuzigung bis hin zur Auferstehung des Herrn am Ostersonntag zeigen. Fünf der 58 mal 40 Zentimeter großen Reliefs mit den wichtigen Ereignissen aus den letzten Tagen Jesu sind fertiggestellt und Teil der Osterausstellung. An "Jesus im Tempel" und "Die Berufung der Jünger" arbeitet der 81-Jährige derzeit.

Mit seiner ersten Schnitzerei hat Gernot Günther bereits als Neunjähriger seinen Bruder überrascht. "Mit Mutters Küchenmesser entstand damals aus einfachem Feuerholz eine Taube als Weihnachtsgeschenk", erinnert sich der Hobbyschnitzer. Später bekam die elterliche Pyramide eine geschnitzte Krippe und auch kleine Weihnachtsfiguren entstanden. "Erst waren es Tierfiguren und später menschliche Darstellungen in Form von Engel und Bergmann."

Die Eltern respektierten das Talent ihres Sohnes, der Architekt wurde, in seinem Fach promovierte und dennoch nie das Schnitzmesser weglegen konnte. "Wenn es kalt wird, krabbelt es mir in den Fingern", beschreibt er sich als typischen Winterschnitzer. "Wenn man nicht davon leben muss, sollte man sich keinen Zwängen unterziehen."

Das Osterthema beschäftigt den Autodidakten schon seit fast zehn Jahren. Grundlage bildet eine biblische Bilderreihe des Malers Julius Schnorr von Carolsfeld, die auf ihn einen großen Eindruck gemacht habe. Im Jahr 1860 erschien die "Bibel in Bildern" zum ersten Mal mit Darstellung des Alten und Neuen Testaments, die weitgehend unter Verzicht auf den Bibeltext allein durch 240 Holzstiche des Künstlers die wichtigsten Szenen aus dem heiligen Buch zu vermitteln suchte. "Sie entwickelte sich zur erfolgreichsten Volks- und Kinderbibel bis weit in das 20. Jahrhundert hinein", weiß Gernot Günther und versuchte die Szenen mit seinen Mitteln der Kunst inhaltlich umzusetzen. "Die ersten zwölf Holzreliefs waren noch in handlichem Format und hängen in unserem Wohnzimmer."

Eine zweite Serie in gleichem Umfang fiel schon größer aus und befindet sich in der Kirche seines Heimatortes Erlau nahe der Talsperre Kriebstein. Die derzeit entstehenden Reliefarbeiten seien damit jedoch nicht zu vergleichen und stellen eine ganz andere Herausforderung dar. "Julius Schnorr von Carolsfeld war ein Maler der Romantik und Nazarener", konstatiert Gernot Günther und bezieht sich dabei auf die detailgetreue und kleingliedrige Szenendarstellung, die beim Schnitzen nicht in dieser Form übernommen werden kann. Das größere Format sei eine Hilfe gewesen.

Doch die eigentliche Kunst liege im Weglassen und Vereinfachen, ohne die inhaltliche Form zu verfremden oder kleine und um so wichtigere Dinge zu übersehen. Ein Beispiel dafür sind die drei Zweifler im Hintergrund des Reliefs "Einzug in Jerusalem". "Sie sehen schon das tragische Ende einer Geschichte vorher, die vom 'jauchzet frohlockt' bis hin zum 'kreuzigt ihn' in weniger als einer Woche heute noch geschieht."

Nein, ein Ostermuffel sei Gernot Günther deshalb nicht. Osterhase, bunte Eier und manch andere Tradition gehören natürlich auch zum Auferstehungsfest. "Doch das sollte uns nicht davon abhalten, die eigentliche Ostergeschichte immer wieder in Erinnerung zu rufen."

 
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