Giftköder: Zschopauer Hundehalter in Sorge

Ein Fund im Park "An den Anlagen" sorgt für Aufregung. Wie können Halter ihre Vierbeiner vor den vermeintlichen Leckerbissen schützen?

Zschopau.

Wut und Ratlosigkeit herrschen unter Zschopauer Hundebesitzern. Seit im Stadtpark "An den Anlagen" am Freitag vergiftete Köder gefunden wurden, sind viele Halter in Sorge. "Eine große Sauerei", sagt Holger Lohse vom Zschopauer Hundesportverein. "Wir können überhaupt nicht verstehen, warum jemand solche Köder auslegt."

Auch in sozialen Netzwerken im Internet sorgte die Nachricht für Aufregung. Eine am Freitag auf Facebook veröffentlichte Warnung von "Freie Presse" wurde mehr als 200 Mal geteilt. "Warum gibt es Menschen, die unschuldige Tiere bewusst in Gefahr bringen?", kommentierte eine Nutzerin. Andere fanden weit schärfere Worte. Vollzugsbeamte der Stadt hatten die Giftköder am Freitagvormittag im Park entdeckt. Daraufhin begutachtete eine Tierärztin die Fleischbällchen, in deren Inneren sich blaue Tabletten befanden. Dabei soll es sich nach Einschätzung der Medizinerin um Rattengift handeln. Wird es aufgenommen, versagt die Blutgerinnung - das Tier verblutet innerlich.

Der Vollzugsdienst halte auch weiterhin die Augen nach Ködern offen, sagte Stadtsprecher Uwe Gahut am Montag. "Auch die Mitarbeiter des Bauhofs, die täglich im Park und im Stadtgebiet unterwegs sind, wurden dafür sensibilisiert." Dennoch bittet Gahut Hundehalter um besondere Aufmerksamkeit. Es sei nicht auszuschließen, dass nicht alle Köder entdeckt wurden. "Wer einen Fund macht, sollte diesen sicherstellen und bei der Polizei abgeben", sagte Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Von einem geschädigten Hund habe die Polizei bislang keine Kenntnis erhalten. Auch seien aus der jüngeren Vergangenheit keine ähnlichen Fälle aus Zschopau bekannt.

Holger Lohse rät dazu, Hunde in öffentlichen Grünanlagen angeleint zu lassen: "Mit einer Flexi-Leine kann man die Tiere auch auf eine Distanz von acht bis zehn Metern noch unter Kontrolle behalten." Er empfiehlt zudem, bei Spaziergängen besonders auf die Umgebung zu achten. Kommt es trotz allem dazu, dass der Hund etwas Verdächtiges frisst, solle sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. "Dabei ist es wichtig, den Köder mitzunehmen, damit der Arzt feststellen kann, um was es sich genau handelt", fügt Lohse hinzu.

Dass Giftköder ausgelegt werden, kommt immer wieder vor: Nur einen Tag vor dem Fund in Zschopau wurde an einem Teich unweit des Chemnitzer Tierheims präparierte Wurst gefunden. In beiden Fällen ermittelt die Polizei nun wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Der Tatbestand kann mit einer Haftstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.

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