NPD-Gemeinderat wechselt auf CDU-Liste

Die Christdemokraten in Großrückerswalde warten für die Wahl am 25. Mai mit einer Überraschung auf: Sie schicken Sandrino Zießler ins Rennen.

Großrückerswalde.

Der 41-jährige, selbstständige Kfz-Mechaniker Sandrino Zießler aus Niederschmiedeberg möchte nach den Wahlen am 25. Mai weiter im Großrückerswalder Gemeinderat sitzen. Allerdings nicht mehr mit dem Mandat der NPD, sondern mit dem der CDU. Angesprochen haben ihn die Christdemokraten.

"Herr Zießler hat nie rechtsgerichtete oder menschenverachtende Gedanken geäußert, er hat sich immer loyal zur Bürgerschaft verhalten", so Bürgermeister Jörg Stephan (CDU). "Wir haben gemerkt, dass er nichts mit den Zielen der NPD am Hut hat." Innerhalb der Großrückerswalder CDU sei man einmütig der Meinung gewesen, ihn zu kontaktieren. Sandrino Zießler habe immer im Sinne der Gemeinde Kommunalpolitik betrieben, stellt Jörg Stephan fest: "Sonst hätten wir ihn nicht gefragt."

Über einen Freund sei er zur NPD auf die Liste gekommen, sagt Sandrino Zießler: "Die Partei brauchte Leute." Er habe sich nicht mit allen ihren Zielen identifizieren können, aber zu einigen Dingen stehe er nach wie vor: Er sei stolz auf sein Land, und das bleibe er auch, er sehe einen Zusammenhang zwischen der Öffnung der EU-Grenzen und einem Anstieg der Kriminalität, und er spreche sich gegen den Missbrauch des Sozialsystems aus. Die Tatsache, dass er für die NPD antrat, sei auch eine Art Protest gewesen, weil andere Parteien viele Sorgen und Nöte der Menschen nicht ansprächen. Letztlich sei die NPD aber nie wirklich seine politische Heimat gewesen. Er wolle Kommunalpolitik betreiben, den Ort voranbringen. Und das funktioniere am besten mit einer großen Volkspartei wie der CDU. Durch die Tatsache, dass diese ihn ansprach, habe er sich bestätigt gefühlt in seiner bislang geleisteten kommunalpolitischen Arbeit.

Vor der Wahl der Kandidaten für den Gemeinderat habe es noch einmal eine Zusammenkunft der Ortsgruppe gegeben, bei der die Personalie besprochen wurde, sagt deren Vorsitzender Karl-Heinz Schreiter. "Man sollte solche Leute integrieren und nicht ausgrenzen", konstatiert er. Für die Christdemokraten sei es zudem wichtig, in Niederschmiedeberg vertreten zu sein. "Der Ortsteil ist ja ein bisschen unser Sorgenkind", sagt er und nennt als Beispiel die marode Ortsdurchfahrt. "Wir wollen schließlich, dass der gesamte Ort vorankommt."

Kandidaten Die Großrückerswalder CDU schickt 17 Kandidaten ins Rennen um einen Platz im Gemeinderat. Drei sind Parteimitglieder, alle anderen treten per Mandat an.

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